• 17.11.2011, 09:47:26
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WWF-Investmentbewertungsmodell läutet neue Ära auf den Finanzmärkten ein

WWF und Allianz Österreich präsentieren praxistaugliches Modell für einen nachhaltigen globalen Finanzmarkt

Wien (OTS) - Wien, 17. November 2011 - Das weltweit erste
WWF-Modell für die nachhaltige Bewertung von Investments lässt den
nachhaltigen globalen Finanzmarkt Realität werden. Indikatoren für
Staaten und Unternehmen ermöglichen Investoren eine umfassende und
praxistaugliche Beurteilung nach ökologischen, sozialen und
ökonomischen Kriterien. Als erstes Unternehmen wird die Allianz
Gruppe in Österreich gemeinsam mit dem WWF das theoretische Modell in
die Praxis übertragen. "In Zeiten von Finanz- und Staatenkrisen
werden die Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit und Transparenz am
Finanzmarkt zunehmend lauter. Mit dem WWF-Investmentbewertungsmodell
können künftig Kapitalströme gezielt gelenkt werden und damit zur
Nachhaltigkeit auf den Finanzmärkten beitragen", erklärt WWF
Geschäftsführerin Hildegard Aichberger. Wolfram Littich,
Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich, ergänzt: "Die
Transparenz, Relevanz und Praktikabilität des Bewertungsmodells waren
für uns ausschlaggebend, dieses Modell an unserem Portfolio einem
Praxistest zu unterziehen."

Bewertung von Staatsanleihen und Aktien: ökologisch, sozial und
ökonomisch

Zur Ermittlung der zentralen Nachhaltigkeitsindikatoren für Aktien,
Staats- und Unternehmensanleihen initiierte der WWF einen
Multi-Stakeholder-Prozess mit 40 Vertretern aus Wirtschaft,
Wissenschaft und dem NGO-Bereich. Experten von unter anderen der
Wirtschaftsuniversität Wien, der Universität für Bodenkultur, dem
Umweltbundesamt, der Arbeiterkammer, der UNIDO, der Caritas und der
Österreichischen Nationalbank diskutierten dabei die zentralen Themen
und Handlungsfelder der Nachhaltigkeit im Finanzmarkt. Das daraus
entstandene WWF-Investmentbewertungsmodell zeichnet sich durch eine
vollkommen gleichwertige Behandlung der drei Nachhaltigkeitssäulen
Ökologie, Ökonomie und Soziales sowie durch größtmögliche Transparenz
der verwendeten Indikatoren aus. Weiters wurden quantitativ messbare
Indikatoren bevorzugt, um die langfristige Entwicklung von Portfolios
beurteilen zu können. "Wir sind mit dem Ziel angetreten,
Nachhaltigkeit in Kapitalanlagen messbar zu machen, und wir haben
dieses Ziel erreicht", so Aichberger.

Hohe Praxistauglichkeit der Bewertungsmodelle für Staaten und
Unternehmen

Zentraler Anspruch bei der Entwicklung des
WWF-Investmentbewertungsmodells war ein maximaler
Nachhaltigkeitseffekt bei gleichzeitig hoher Praxistauglichkeit.
Insgesamt nur 100 Indikatoren messen die ökologische, soziale und
ökonomische Leistung von Unternehmen und Staaten. 85 Prozent der
Indikatoren sind quantitativ. Bisherige Modelle berücksichtigen bis
zu 800 Kriterien und sind somit meist nur zu einem geringen Maße
anwendbar. Aus den Expertengesprächen entstanden zwei
Bewertungsmodelle für Staaten und Unternehmen. Das Staatenmodell
greift zu 96 Prozent auf Quellen international anerkannter
Institutionen wie UN, WHO, OECD, Eurostat zurück. Nur vier Prozent
der Indikatoren bedürfen einer qualitativen Recherche der
Gesetzgebung der einzelnen Länder. Bei der Beurteilung von Staaten
werden unter anderem Themen wie Energie, Klima, Biodiversität,
soziale Gerechtigkeit, Bildung, Arbeit, öffentliche Investitionen
sowie Steuer- und Schuldenpolitik berücksichtigt. Das Modell für
Unternehmen besteht zu rund 70 Prozent aus quantitativen Indikatoren,
vorwiegend aus der UN Global Reporting Initiative. 30 Prozent der
Indikatoren bedürfen einer vertiefenden qualitativen Recherche. Bei
Unternehmen werden unter anderem Bereiche wie Ressourcenintensität,
Menschenrechte, Mitarbeiterzufriedenheit, Corporate Social
Responsibility, Lobbying und Recht analysiert. "Mit dem
ganzheitlichen Ansatz des Modells bietet sich die Chance, wesentliche
Nachhaltigkeitsprobleme an der Wurzel zu packen, statt Symptome zu
bekämpfen. Jede Umweltsünde muss finanziert werden - mit diesem
Modell drehen wir den Sündern den Geldhahn zu", so Aichberger.

Ausblick: Praxischeck am Allianz Portfolio

Die Allianz Gruppe in Österreich wird das nachhaltige
Investmentmodell als erstes Unternehmen testen. Das Portfolio der
Allianz wird dazu zunächst in einem einjährigen Praxistest bewertet.
"Der größte Hebel für ein nachhaltiges Finanzunternehmen liegt in
seinen Kapitalanlagen", betont Littich. Da auch Kunden vermehrt
nachhaltige Finanzprodukte nachfragen, biete das
WWF-Investmentbewertungsmodell einen guten strategischen
Anknüpfungspunkt. Daher werde die Allianz das Modell gründlich testen
und operationalisieren, um ab 2013 mit Hilfe des WWF die richtigen
Schlüsse für mehr Nachhaltigkeit in der Veranlagung zu ziehen.
"Kapitalmärkte sind der größte Hebel und sichern Nachhaltigkeit sowie
Generationengerechtigkeit", so Littich abschließend.

Hintergrundstudie zum WWF-Investmentbewertungsmodell zum Download auf
www.wwf.at/presse sowie unter www.allianz.at

Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Lisa Simon, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel: +43-1-48817-215, Mobil: +43-676-83488215, E-Mail: [email protected]

Fragen zur Allianz Gruppe in Österreich:
Dr. Marita Roloff, Unternehmenskommunikation Allianz Gruppe in Österreich, Tel: +43-5-9009 - 80690, E-Mail:[email protected]

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