OTS0035   15. Nov. 2011, 09:00

Österreichs Wirtschaftswachstum verliert im III. Quartal 2011 weiter an Schwung


Die Schnellschätzung des WIFO für das
Wirtschaftswachstum im III. Quartal 2011 ergibt einen Anstieg der
gesamtwirtschaftlichen Produktion gegenüber der Vorperiode um real
0,3%. Die Konjunkturimpulse aus dem Ausland ließen deutlich nach. In
der Folge trugen die Außenwirtschaft und die Herstellung von Waren
kaum mehr zum Wachstum bei. Die Ausrüstungsinvestitionen und der
Konsum bestimmten das Wachstum. Im Vergleich zur entsprechenden
Vorjahresperiode wuchs das heimische BIP um 2,6%, nach real +3,9% im
II. Quartal 2011.

Nachdem die heimische Wirtschaftsleistung bereits im II. Quartal
2011 deutlich an Dynamik eingebüßt hatte (+0,5% nach +0,9% im I.
Quartal 2011), setzte sich die Abschwächung im III. Quartal fort. Das
Wirtschaftswachstum verlangsamte sich weiter auf 0,3%. Die Impulse
aus dem Ausland kamen zum Erliegen. Zwar wurde der Export gegenüber
dem Vorquartal real noch um 0,6% ausgeweitet, doch stieg der Import
mit +0,5% ähnlich stark an. Die Zunahme des Warenexports entsprach
mit real 1,2% jener des Warenimports.

Die Expansion der heimischen Wirtschaft war im III. Quartal durch
die Inlandsnachfrage bestimmt. Der Konsum der privaten Haushalte
wuchs gegenüber der Vorperiode wie im II. Quartal real um 0,3%.
Ähnlich stark war wurde der öffentliche Konsum gesteigert (+0,2%).

Das Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen verringerte sich im I.
Quartal 2011 auf real 2%. Auch im II. und III. Quartal betrug die
Rate +2%. Die Unternehmen scheinen ihre Investitionen zwar
zurückhaltend zu planen, der in der Krise entstandene Rückstand
erfordert aber eine leichte Ausweitung der Ersatzinvestitionen.

Nachdem die Nachfrage nach Bauinvestitionen im 1. Halbjahr 2011
erstmals seit langem wieder gestiegen war (I. Quartal real +0,2%, II.
Quartal 0,3%), kam es im III. Quartal zu einem Rückschlag (-0,3%).
Wohnbau und Nichtwohnbau waren davon gleichermaßen betroffen. Die
Bruttoanlageinvestitionen (d. h. Bau- und Ausrüstungsinvestitionen)
wurden gegenüber der Vorperiode real um 0,6% ausgeweitet.

Das Nachlassen der Impulse aus dem Ausland wirkte sich vor allem
auf die Warenproduktion aus, im III. Quartal 2011 betrug die reale
Zunahme gegenüber der Vorperiode nur mehr 0,1% (nach +0,9% im II.
Quartal und +3,4% im I. Quartal).

Übersicht 1: WIFO-Schnellschätzung zur vierteljährlichen
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung - auf der WIFO-Website (
http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?&fid=12 )

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0035 2011-11-15 09:00 150900 Nov 11 WFO0001 0383




Rückfragehinweis: Mag. Dr. Marcus Scheiblecker,
Dr. Thomas Url
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-245 bzw. -279 * Fax. +43 1 798 93 86
Marcus.Scheiblecker@wifo.ac.at,
Thomas.Url@wifo.ac.at

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