- 14.11.2011, 12:31:01
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vida-Wien: Statt Lehrlinge zu verunglimpfen bessere Arbeitsbedingungen im Tourismus schaffen
Tourismus zählt laut Arbeitskräfteindex zu den unbeliebtesten Branchen
Wien (OTS/vida/ÖGB) - "Statt laufend über das angeblich gesunkene
Bildungsniveau der Wiener Jugendlichen herzuziehen, sollten sich die
Arbeitgeber im Tourismus fragen, warum kaum jemand bei ihnen eine
Lehre beginnen will", sagt Thomas Stöger, Landesgeschäftsführer der
Gewerkschaft vida in Reaktion auf eine heutige Aussendung der Sparte
Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien. Häufige
Verstöße gegen das Arbeitsrecht und niedrige Löhne seien kein
"Aushängeschild" für eine Lehre im Tourismus, ergänzt der
Landesvorsitzende der vida-Wien, Helmut Gruber.++++
Die Wirtschaftskammer verweist in der Aussendung auf eine Erhebung
unter Arbeitgebern, die die fehlenden Qualifikationen der
Jugendlichen belege. Stöger dazu: "Die Umfragen auf Arbeitnehmerseite
zeigen die andere Seite der Medaille: Häufige Verstöße gegen die
Arbeitszeitbestimmungen, die Missachtung der Abend- und Nachtruhe,
unzulässige Überstunden und das Einsetzen zu berufsfremden
Hilfsdiensten - das alles wird vielen Jugendlichen bei einer Lehre im
Hotel- und Gastgewerbe zugemutet", sagt der Gewerkschafter.
Dazu komme, dass die Branche sowohl bei der Entlohnung als auch bei
den sonstigen Rahmenbedingungen teils weit hinter anderen Berufen
zurückliege. "Die Lehrlingsentschädigungen sind niedrig. Und während
in anderen Branchen die Arbeitgeber schon längst die Internatskosten
während der Berufsschulzeit bezahlen, sagen die Touristiker dazu
bislang kategorisch 'Njet'", sagt Gruber.
Auch nach der Lehre wechseln viele Beschäftigte die Branche. "Das ist
kein Wunder. Familienfeindliche Arbeitszeiten, ein rauer Umgangston,
kaum Aufstiegsmöglichkeiten und eine Entlohnung, die rund ein Viertel
unter dem Durchschnitt liegt, haben dazu geführt, dass der Tourismus
zur 'Fluchtbranche' geworden ist", weiß Stöger. Die Forderung der
Gewerkschaft: 1.300 Euro Mindestlohn für Vollzeit einführen, die
Lehrlingsentschädigungen kräftig erhöhen und den Jugendlichen das
Leben zu erleichtern, indem die Arbeitgeber endlich die
Internatskosten übernehmen.
Rückfragehinweis:
vida-Öffentlichkeitsarbeit
Ines Schmied-Binderlehner
Tel: 01/53 444 79 263
E-Mail: [email protected]
www.vida.at
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