Wiener Spendenparlament: Bürgerinnen und Bürger aktiv für soziale Integration
Stimmen gegen Armut und Spenden mit Stimmrecht. 12.000 Euro an Projekte gegen soziale Not.
Wien (OTS) - Im dreizehnten Jahr seines Bestehens hat das "Wiener
Spendenparlament" gestern über die Verteilung der diesjährigen Mittel
entschieden. Bei der rund dreistündigen Sitzung im Wappensaal des
Wiener Rathauses stimmten die ParlamentarierInnen über die Verteilung
von rund 12.000,- Euro an innovative Sozialprojekte ab. Die
Spendengelder gingen an das Don Bosco Projekt für minderjährige
unbegleitete Flüchtlinge, an die Initiative Kochen mit Kindern, an
die Erweiterung des Wiener Lernzentrums der Wiener Lerntafel,
Unterstützung erhielt der Verein Socius für Informationsbroschüren
Armutsbetroffener und Mittel gab es für die Entwicklung eines "Tuwas
Passes".
"Erfreulich am Ergebnis ist auch, dass mit dem diesjährigen
Spendenvolumen insgesamt bereits rund 190.000 Euro an Sozialprojekte
an über 50 Initiativen in Wien ausgeschüttet wurden", berichtet
Martin Schenk. Für den Sozialexperten zeigt sich daran, "dass es dem
Spendenparlament gelungen ist, Menschen für soziale Probleme in der
Stadt zu sensibilisieren. Wir sammeln Stimmen gegen Armut." Auch in
Wien seien tausende Menschen von Armut betroffen. Das
Spendenparlament mache "soziale Not öffentlich". Schenk: "Je größer
die Anzahl der aktiven Mitglieder im Spendenparlament ist, desto
höher sind die Unterstützungen, desto mehr können wir gemeinsam
bewegen."
Hohes Haus der Hilfe und "Mutmacherforum"
"Es hat mich sehr beeindruckt, wie viel Engagement und Phantasie
die einzelnen Sozialinitiativen aufwenden, um Menschen aufzufangen,
zu ermutigen und zu begleiten". Renate Schütz arbeitet ehrenamtlich
beim Wiener Spendenparlament. Frau Schütz ist seit Gründung des
Spendenparlaments mit dabei: "Mir ist es nicht egal, wie es Menschen
neben mir geht. Durch meine Arbeit habe ich selbst ein Gefühl der
Nähe für soziale Fragen entwickelt", erzählt Schütz. "Das
Spendenparlament ist ein Mutmacher-Forum", fasst sie ihre Erfahrungen
zusammen.
Förderung von Demokratie und sozialem Lernen
Ein Projekt des Wiener Spendenparlaments betreibt
Bewusstseinsbildung bei jungen Menschen, um sie für gesellschaftliche
Probleme zu sensibilisieren. Seit 2005 werden an Wiener Schulen
Unterrichtsprojekte durchgeführt, in deren Rahmen sich die
SchülerInnen mit der Arbeit des Wiener Spendenparlaments
auseinandersetzen. Die Klassen bringen 75 Euro - oft aber auch ein
Mehrfaches dieser Summe - auf und erhalten dafür ein Stimmrecht,
befassen sich mit den aktuellen Projekten und beschließen gemeinsam,
wie am Tag der Wahl abgestimmt werden wird. Das Wiener
Spendenparlament, 1998 gegründet, verfolge, so Schenk, "erfolgreich
das Ziel, oft sehr kleine Sozialprojekte, die auf Grund von
mangelnden Ressourcen oder fehlendem Know-how wenig Chancen auf
öffentliche Unterstützung hätten, zu fördern". Beispiele wie die
Startfinanzierung des Projektes "Die Wiener Tafel" durch den Verein
hätten das Konzept bestätigt, oft unbekannte, spannende Initiativen
zu fördern. Der Verein, der derzeit rund 200 Mitglieder verzeichnen
kann, setze dabei auf Demokratie, Transparenz und Regionalität. Die
Auswahl der Initiativen und das Ausmaß ihrer Förderung erfolgen in
einer demokratischen Abstimmung.. Damit können Mitglieder "ihr
eigenes Lebensumfeld mitgestalten, die widmungsgerechte Verwendung
ihrer Spende überprüfen und direkten Kontakt zu den von ihnen
unterstützten Projekten zu erhalten".
Das Spendenparlament wird unterstützt durch die Armutskonferenz.
DI Isolde Fally: fally.spendenparlament@akis.at
www.spendenparlament.at
Gumpendorferstraße 83/1,
1060 Wien,
Austria
01/402 69 44 oder Martin Schenk: 0664/ 544 55 54














