- 18.10.2011, 18:10:31
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10 Jahre "Allianz für den freien Sonntag" Festakt im Parlament
Wien (PK) - Seit nunmehr zehn Jahren bringt die "Allianz für den
freien Sonntag", der über 50 Organisationen aus Zivilgesellschaft,
Kirchen, Gewerkschaften und Wirtschaft angehören, den
gesellschaftlichen Wert gemeinsamer freier Zeit, wie sie der Sonntag
ermöglicht, ins öffentliche Bewusstsein. In einem Festakt, zu dem
anlässlich dieses Jubiläums der Zweite Nationalratspräsident Fritz
Neugebauer ins Parlament eingeladen hatte, wurde heute Bilanz
gezogen: Worin besteht der Gewinn des freien Sonntags für
Gesellschaft und Individuum? Was wurde bereits erreicht? Was sind die
aktuellen Herausforderungen?
Fritz Neugebauer, der die zahlreichen Gäste aus dem In- und Ausland
begrüßte, meinte, die Allianz sei zwar noch jung, sie baue aber auf
einer sehr, sehr alten Idee auf, sei der freie Sonntag doch das
älteste Sozialgesetz der christlich-jüdischen Zivilisation. Der
Sonntag schaffe Ruhe für das Erleben von Gemeinschaften, die
gemeinsame Zeit und die Pflege sozialer Netzwerke könne nicht hoch
genug geschätzt werde, betonte Neugebauer und mahnte gleichzeitig zum
sorgsamen Umgang mit dem freien Sonntag. Denn ein überfüllter
Terminkalender bedeute jedenfalls noch lange kein erfülltes Leben,
stand für den Zweiten Nationalratspräsidenten fest.
Diözesanbischof Ludwig Schwarz, der Sprecher der Allianz für den
freien Sonntag, wies auf das gute Klima hin, in dem Gewerkschaft und
Kirchen seit der Gründung der Allianz eng zusammenarbeiten, und
bemerkte, das Engagement für den freien Sonntag sei inzwischen
mehrheitsfähig geworden. Aus dem Samenkorn habe sich ein großer Baum
entwickelt, der seine Zweige nun in mehrere Länder Europas
ausbreitet. Das Jubiläum wertete Schwarz auch als Impuls für die
Gesellschaft, damit der freie Sonntag eine verlässliche Ruheinsel mit
mehr Lebensqualität und Zeitwohlstand für möglichst viele Menschen
bleibe. Der Sonntag ermögliche Zeit - Zeit zum Leben, zum Feiern, zum
Beten und zu verschiedensten kulturellen und sozialen Aktivitäten,
die unseren Alltag schöner und sinnvoller machen, ohne Sonntag gäbe
es nur Werktage und Wochentage ohne Ende, brachte Schwarz die
Bedeutung des freien Sonntag aus seiner Sicht auf den Punkt.
Franz-Georg Brantner, Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs Handel in
der GPA, führte den Anstoß zur Gründung der Sonntagsallianz auf
ständige Forderungen zur weiteren Liberalisierung der Öffnungszeiten,
aber auch auf die Erfahrungen mit dem 8. Dezember zurück. Die Allianz
habe unterschiedliche Zugänge, aber ein klares Ziel: Die Idee des
freien Sonntags als gemeinsame Zeit für die Ausübung der Religion,
für Familie und Freundeskreis sowie für ehrenamtliche Tätigkeiten
muss erhalten bleiben. Kritisch setzte er sich mit den Handelsketten
auseinander, denen er vorwarf, den freien Sonntag zur
Gewinnmaximierung auf Kosten der kleinen Nahversorger anzugreifen.
Brantner sprach überdies von einer Meinungsumbildung in Europa. Vor
zehn Jahren habe man den freien Sonntag fast nur noch in Österreich
gewahrt, zahlreiche ausländische Gewerkschaften haben aber
mittlerweile gezeigt, dass eine Entwicklung in die andere Richtung
möglich ist, meinte er und wies auf die Gründung der Europäischen
Allianz für den freien Sonntag hin.
Auf dem Programm der Veranstaltung standen weiters eine Präsentation
der internationalen Komponente der Sonntagsallianz durch Hannes
Kreller, den Sprecher der deutschen Sonntagsallianz, sowie eine
prominent besetzte Gesprächsrunde zum Thema freier Sonntag mit
Bischof Ludwig Schwarz (Österreichische Bischofskonferenz), Hannelore
Reiner (geistliche Oberkirchenrätin, Evangelische Kirche AB), Erich
Foglar (Präsident des ÖGB), Fritz Aichinger (Obmann der Sparte Handel
der Wirtschaftskammer Österreich) und Elisabeth Wöran
(Geschäftsführerin der Österreichischen Plattform für
Alleinerziehende). (Schluss)
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