- 18.10.2011, 09:52:44
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MedUni Wien: Dreidimensionale Magnetresonanz-Spektroskopie jetzt auch in der Brustkrebs-Diagnose
Wien (OTS) - Die dreidimensionale Magnetresonanz-Spektroskopie
kommt ohne ionisierende Strahlung aus und kann verschiedene
Stoffwechselvorgänge im menschlichen Gewebe darstellen. In der
Brustkrebsdiagnostik wurde diese schonende Methode aber bisher noch
nicht eingesetzt. Das könnte sich jetzt ändern: Ein Team unter der
Leitung von Stephan Gruber an der Universitätsklinik für
Radiodiagnostik der MedUni Wien hat in einer aktuellen Studie
erstmals die 3D-Magnetresonanz-Spektroskopie eingesetzt - mit viel
versprechenden Ergebnissen.
In Europa und Nordamerika wird jede achte bis zehnte Frau im Laufe
ihres Lebens mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Je nach
Fortschritt des Krankheitsverlaufs kann die vollständige Heilung
trotz neuer Behandlungsmethoden und hohem finanziellen Einsatz nicht
immer erreicht werden. Daher ist die Früherkennung nach wie vor die
wichtigste Maßnahme: Die Erkennung von Veränderungen und das
Unterscheiden von Veränderungen, etwa ob es sich um gutartige
Fibroadenome oder bösartige Karzinome handelt.
In den meisten europäischen Ländern werden als Vorsorgeprogramm
röntgenbasierte Screenings (Mammographie) angeboten. Die Mammographie
ist eine hervorragende Methode, um eventuelle Gewebeveränderungen
schnell und frühzeitig zu erkennen. Röntgenbasierte Methoden zielen
auf die Verkalkungen ab, die als Begleiterscheinung von
pathologischen Veränderungen auftreten können. Eine Abklärung nach
einem positiven Befund erfolgt dann durch Eingriffe (Biopsien) oder
weitere Mammographieuntersuchungen nach wenigen Monaten. Gruber:
"Diese Prozedur ist jedoch verbunden mit quälender Unsicherheit der
betroffenen Patientinnen."
"Biopsien ersparen, Zahl der Frühdiagnosen erhöhen"
Am Exzellenzzentrum für Hochfeld-Magnetresonanz der MedUni Wien
ist es Stephan Gruber und seinem Team nun gelungen, auch die
dreidimensionale Magnetresonanzspektroskopie in der Brustdiagnostik
einzusetzen. Fünfzig Patientinnen mit bei Mammographien oder per
Ultraschall festgestellten Auffälligkeiten wurden mit einem
Magnetresonanzsystem in Bauchlage untersucht. Bei 43 PatientInnen
wurden 32 bösartige und 12 gutartige Schädigungen nachgewiesen. Die
Untersuchung dauerte jeweils rund zwölf Minuten.
"Durch metabolische Veränderungen kann zwischen gesundem und
erkranktem Gewebe gut unterschieden werden. Die ersten Ergebnisse
sind viel versprechend, da eine hohe diagnostische Sicherheit
erreicht wurde", erklärt Gruber. "Unser Ziel ist es, möglichst vielen
PatientInnen eine Biopsie zu ersparen und vor allem auch die Zahl der
Frühdiagnosen zu erhöhen und damit den Behandlungserfolg zu
erleichtern. Das Credo lautet: Der erste Schritt für eine
erfolgreiche Therapie ist eine möglichst frühe und exakte Diagnose.
Die Studie ist jetzt im renommierten amerikanischen Fachmagazin
"Radiology" erschienen. Weiters wählte die nordamerikanische
Gesellschaft für Radiologie diese Studie der MedUni Wien "wegen ihrem
hohen Wert für die Gesellschaft" aus, um sie einer breiteren
Öffentlichkeit in den USA zu präsentieren. Das unterstreicht auch den
hohen internationalen Stellenwert, den sich das Exzellenzzentrum
Hochfeld-Magnetresonanz bei der Entwicklung und Applikation von
multiparametrischer MRT-basierter Bildgebung erworben hat.
Service: Radiology
"Three-dimensional Proton MR Spectroscopic Imaging at 3 T for the
Differentiation of Benign and Malignant Breast Lesions", Stephan
Gruber, Bogumil-Krystian Debski, Katja Pinker, Marek Chmelik,
Guenther Grabner, Thomas Helbich, Siegfried Trattnig and Wolfgang
Bogner. October 13, 2011, doi: 10.1148/radiol.11102096.
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