- 04.10.2011, 14:59:14
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ÖGJ fordert Qualitätsoffensive in der Lehrlingsausbildung und Ausbildungsfonds
Ankündigungen der Regierung gehen in die richtige Richtung, aber Gesamtreform nötig
Wien (OTS/ÖGB) - "Die von der Bundesregierung angekündigte Reform
der Lehrstellenförderung ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Jede und jeder einzelne unter den Lehrlingen, die bis zur
erfolgreichen Abschlussprüfung durchhalten und nicht vorzeitig aus
der Lehrausbildung aussteigen müssen, ist ein Erfolg", sagt Jürgen
Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend
(ÖGJ). Auf Dauer seien die schrittweisen Reformen aber zu wenig: "Was
fehlt, ist der große Wurf. Die Jugendlichen brauchen ein Gesamtsystem
für eine Lehrlingsförderung, die voll auf Qualität setzt, statt einer
Lehrstellenförderung, die per Gießkanne an die Unternehmen
ausgeschüttet wird, wie das bis jetzt geschieht, fordert
Michlmayr.++++
Kritik übt Michlmayr an der Wirtschaft: "Mit der Abschaffung der
Zwischenprüfung wurde der einzige Ansatz zunichte gemacht, die
Lehrstellenförderung an Qualitätskriterien zu knüpfen", sagt
Michlmayr: "Die Wirtschaft bildet nicht nur weniger Jugendliche aus,
auch auf Qualität wird in manchen Firmen wenig Wert gelegt. Hier muss
ein neues Fördersystem ansetzen."
Die ÖGJ als Vertretung der Lehrlinge ist gerne bereit, ihre Expertise
bei der Erarbeitung eines neuen Förderkonzepts einzubringen. Die
Lehrlingsförderung Neu sollte nicht mehr beim Insolvenzfonds
angesiedelt sein, sondern in einem eigenen, neu zu schaffenden
Ausbildungsfonds: "Wir brauchen einen Ausbildungsfonds, in den
Betriebe einzahlen, die nicht ausbilden, obwohl sie es könnten, und
aus dem Betriebe, die ordentlich und qualitativ hochwertig ausbilden,
Förderungen erhalten", so Michlmayr.
Die ÖGJ fordert:
Ausbildungsfonds - Betriebe in die Pflicht nehmen
+ Ausbildungsfonds, in den alle Betriebe einzahlen müssen, um
Bildungs- und Arbeitsmaßnahmen finanzieren zu können.
+ Kontrollen der Ausbildungsqualität der BerufschulehrerInnen,
Schaffung einheitlicher Bildungsstandards vor der Erteilung der
Unterrichtsberechtigung.
+ Österreichweit einheitliche Standards bei der Lehrabschlussprüfung.
+ Einführung von qualifizierten Teilprüfungen.
Gelernt ist gelernt - egal ob in der Schule oder im Betrieb
+ Echte Löhne und Gehälter statt Lehrlingsentschädigung - Änderung
des § 28 BAG hingehend der wechselseitigen Durchlässigkeit zwischen
Lehre und Schule.
Rückfragehinweis:
ÖGB-Öffentlichkeitsarbeit Florian Kräftner (01)53 444-39 264 (0664)301 60 96 [email protected] www.facebook.at/fairteilen
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