- 03.10.2011, 16:54:15
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Erfolgsgeschichte Kultur Kulturbericht 2010 liegt vor
Wien (PK) - "Der Kulturbericht 2010 erscheint, ebenso wie der
Kunstbericht, in einem neuen, lesefreundlichen Layout. Als
Kompendium der Tätigkeiten der Kultureinrichtungen des Bundes und
der Förderungen aus dem Kulturbudget bietet er einen Überblick
über die wichtigsten Entwicklungen im Berichtsjahr. Die
innovative Erscheinungsform korrespondiert mit einem für die
Kultur erfolgreichen Jahr 2010. Der freie Eintritt für Kinder und
Jugendliche in die Bundesmuseen hat sich auf das Beste bewährt
und deutlich mehr Besucherinnen und Besucher aller Altersstufen
zur Kultur gebracht. Die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden
weiter optimiert und den Bedürfnissen der Kultureinrichtungen
angepasst." Dieses erfreuliche Resümee zieht Bundessministerin
Claudia Schmied in ihrem Vorwort zum "Kulturbericht 2010" (III-
255 d.B.), der dieser Tage im Hohen Haus in Verhandlung genommen
wird.
Zu den Erfolgen zählen aber auch eine Reihe von baulichen
Maßnahmen, welche die Attraktivität der Kultureinrichtungen für
die Besucherinnen und Besucher erhöhten und bessere
Arbeitsbedingungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schufen.
Schließlich habe man das Förderwesen der Kultursektion neu
geordnet und damit vor allem die öffentlichen Büchereien in ihrer
wertvollen Arbeit unterstützt.
"Es ist insgesamt gelungen, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
das Kunst- und Kulturbudget konstant zu halten und für den
Kulturbereich Mittel in Höhe von mehr als 330 Millionen Euro
einzusetzen. Die österreichische Kulturszene erhielt damit jene
Unterstützung, die sie für ihre Arbeit braucht", so die
Ministerin weiter, die einige "wesentliche Entwicklungen und
Ergebnisse" des Jahres 2010 exemplarisch herausstreicht:
Auf Basis der im November 2008 präsentierten museumspolitischen
Ziele wurde in der Kultursektion des Bundesministeriums für
Unterricht, Kunst und Kultur ein mehrjähriger Aktionsplan
erarbeitet, der mit den Bundesmuseen in regelmäßigen Gesprächen
analysiert, aktualisiert und schrittweise implementiert wird.
Nach der Neufassung der Museumsordnungen im Jahr 2009 wurden 2010
Rahmenzielvereinbarungen mit den Bundesmuseen abgeschlossen.
Diese stellten ein professionelles kultur- und museumspolitisches
Instrument für die mittelfristige Planung dar. In diesen
Vereinbarungen sind konkrete Ziel- und Maßnahmenkataloge samt
Erfolgsindikatoren für die wissenschaftlichen Anstalten
enthalten. Sie stellten sicher, dass sich die Institutionen gemäß
den vereinbarten Schwerpunkten im musealen und wirtschaftlichen
Bereich weiterentwickeln.
Eines der wesentlichsten Ziele der museumspolitischen Initiative
war die Stärkung der Teilhabe der Bevölkerung an den Kultur-
Angeboten. Ein bedeutender Schritt dorthin war die Einführung des
freien Eintritts für unter 19jährige in die Bundesmuseen, der mit
1. Jänner 2010 in Kraft trat und sich von Anfang an als großer
Erfolg erwiesen
hat. Es kamen auf diese Weise, auch unterstützt durch vielfältige
Vermittlungsprogramme der Kultureinrichtungen, mehr junge
Menschen als je zuvor in die Museen.
Insgesamt haben 2010 920.000 unter 19jährige die Bundesmuseen
besucht, das waren um 177.215 Personen oder beachtliche 24% mehr
als im Jahr davor. Den stärksten Zuspruch konnte das
Naturhistorische Museum mit einer Steigerung der jugendlichen
Besucherinnen und Besucher um fast 35% erreichen. Von den
Bundesmuseen wurden ergänzend zahlreiche auf das jugendliche
Publikum zugeschnittene Vermittlungsprogramme angeboten. Die
Gesamtanzahl aller Besucherinnen und Besucher in den Bundesmuseen
betrug 2010 knapp 4,2 Millionen Personen, das sind um 8,8% mehr
als im Vorjahr.
Im Bereich der baulichen Verbesserungen der Bundesmuseen lagen
die Schwerpunkte 2010 auf der Generalsanierung und Neuaufstellung
der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums, zu der die
Kultursektion im Berichtsjahr 2,5 Millionen Euro beitrug sowie
auf der Verbesserung der Depotsituation der Österreichischen
Nationalbibliothek, für die 800.000 Euro bereitgestellt wurden.
Zum ersten Mal erhielten die Bundestheater Mittel aus dem
Kulturbudget des Bundes für die Erhaltung der historischen
Spielstätten.
Zusätzlich zur Basisabgeltung wurden dafür im Berichtsjahr 1,5
Millionen Euro eingesetzt. Die 2008 begonnene Evaluierung der
Bundestheater wurde 2010 fortgesetzt. Nach einer rechtlichen
Analyse des Bundestheater-Organisationsgesetzes und der Corporate
Governance, einer wirtschaftlichen Analyse der Art for Art
Theaterservice GmbH, einer Analyse der Funktionen und Aufgaben
der Bundestheater Holding GmbH sowie einer Analyse der
Organisationsstruktur des Bundestheater-Konzerns wurde eine
wirtschaftliche Effizienzanalyse der drei Bühnengesellschaften
Burgtheater, Volksoper Wien und Wiener Staatsoper durchgeführt,
deren Abschluss 2011 erfolgen soll.
Sowohl bei den Bundesmuseen als auch bei den Bundestheatern gab
es 2010 "neue Gesichter": Mit Christian Köberl übernahm ein
anerkannter Wissenschaftler die Generaldirektion des
Naturhistorischen Museums von Bernd Lötsch und im Museum Moderner
Kunst löste Karola Kraus am 1. Oktober 2010 Edelbert Köb in der
Leitung des Hauses ab. Mit ihrer Bestellung konnte eine in der
internationalen Kunstszene bestens vernetzte und hoch angesehene
Persönlichkeit gewonnen werden. In der Staatsoper nahmen
Dominique Meyer und Franz Welser-Möst die Geschicke des Hauses in
die Hand und konnten bereits eine erfolgreiche erste Spielsaison
präsentieren.
Das Kulturbudget 2010
Leicht gekürzt wurden die Mittel für den Kulturbetrieb im Jahr
2010. Standen im Jahr davor insgesamt 343,4 Mio. Euro zur
Verfügung, so waren es im Berichtsjahr nur 330,9 Mio. Euro.
Jeweils rund 44 Prozent dieser Mittel gingen an die musealen
Aufgaben einerseits und an die Bundestheater andererseits. Knapp
10 Prozent konnte das Bundesdenkmalamt für sich lukrieren, der
marginale Rest verteilt sich auf die Volkskultur, das
Büchereiwesen, die Hofmusikkapelle und die Kulturinformation.
Noch mehr Besucherinnen und Besucher
Erfreulicherweise konnte die Zahl der die Museen Besuchenden 2010
neuerlich gesteigert werden. Insgesamt taten sich 4,2 Millionen
Menschen in den heimischen Musentempeln um, was ein Plus von
nahezu neun Prozent gegenüber dem Jahr zuvor bedeutet.
Spitzenreiter war wie immer das KHM, das sich 2010 über beinahe
1,2 Millionen BesucherInnen freuen konnte. Nicht minder
beeindruckend die Zahlen der Österreichischen Galerie im
Belvedere (812.522), der Albertina (655.598) und des NHM
(527.744). Von den Bundesmuseen hatten nur zwei, das MUMOK und
das PAM geringfügige Rückgänge von 1,6 bzw. 0,6 Prozent gegenüber
jeweils recht erfolgreichen Vorjahren zu verzeichnen.
Auch die Bundestheater weisen Besucherzuwächse auf, so wohnten
2010 insgesamt 1,299.936 Personen den Aufführungen von Burg,
Akademie, Staats- und Volksoper bei. Verantwortlich für das
Besucherplus waren vor allem Burg- und Akademietheater, während
die Staatsoper geringfügig hinzugewann und die Volksoper ein
leichtes Minus aufweist.
Ausstellungshighlights 2010
Im Berichtszeitraum warteten die heimischen Museen mit einer
breiten Palette an bemerkenswerten Ausstellungen auf. So gab es
im Jahreslauf in der "Albertina" u.a. Picasso, Michelangelo,
Rudolf von Alt und Andy Warhol zu sehen. Die "Österreichische
Galerie" brillierte mit Anton Romako, Kokoscha, Rodin und einer
Schau über Prinz Eugen, während das KHM unter anderem Vermeer und
Hans von Aachen die Ehre gab.
Die Hauptausstellung des "Völkerkundemuseums" war 2010 James Cook
und der Entdeckung der Südsee gewidmet, im "Theatermuseum"
würdigte man Gustav Mahler und Editha Gruberova in eigenen
Exhibitionen. Überaus kontroversiell wurden die Ausstellungen im
MAK diskutiert, das sich nicht nur Otto Muehl, sondern vor allem
dem Kunstschaffen der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik
gewidmet hatte. Im MUMOK gab es zur selben Zeit eine Werkschau
von Mladen Miljanovic zu sehen, während sich das NHM noch bis
2012 dem Schwerpunkt "Höhlen" verschrieben hat.
Österreichische Nationalbibliothek
Die ÖNB legte 2010 ein wahres Ausstellungsfurioso hin, bei dem
die Palette vom Heiligen Wenzel von Böhmen bis zu einer Werkschau
von Peter Handke reichte. Dazu kamen "Stimmen aus dem Wüstensand"
(griechische Papyri) und ein interreligiöser Dialog in alten
Schriften zwischen Christen, Juden und Muslimen. Doch auch in der
klassischen Kulturvermittlung feiert die ÖNB weiterhin Erfolge.
Nicht nur die Zahl der Lesesaalbenützer, auch die Gesamtzahl der
die ÖNB Frequentierenden stieg weiter an. Griffen fast 300.000
Personen nach dem literarischen Angeboten der Bibliothek, so gab
es zudem auch noch rund eine Viertelmillion
AusstellungsbesucherInnen zu vermelden.
Bundestheater
Bunt war das Programm des Burgtheaters im Berichtszeitraum.
Aufgeführt wurden u.a. Goethes "Faust", Bernhards "Immanuel
Kant", Becketts "Warten auf Godot", Euripides´ "Helena" und
Shakespeares "Antonius und Cleopatra". Im Akademietheater gab man
u.a. Kleists "Amphitryon" sowie Horvaths "Geschichten aus dem
Wienerwald", während das Vestibül eine dramatisierte Fassung von
Wildes "Dorian Gray" präsentierte.
Die Staatsoper stellte u.a. Verdis "Macbeth" Schostakowitschs
"Lady Macbeth von Mzensk" gegenüber, dazu gab es Wagner ("Tristan
und Isolde" sowie "Tannhäuser") und Bizets "Carmen".
Wiederaufgenommen wurde u.a. Massenets "Manon". In der Volksoper
konnte man sich im Berichtsjahr u.a. Mozarts "Entführung aus dem
Serail", Verdis "Rigoletto" oder Zellers "Der Vogelhändler" sowie
Lehars "Der Graf von Luxemburg" ansehen.
Denkmalschutz
Umfangreich war auch 2010 wieder die Arbeit des
Bundesdenkmalamtes, das sich mit seinen Landeskonservatoraten um
die Renovierung wichtiger Kulturdenkmäler verdient machte. So
erstrahlen nunmehr der Theseustempel in Wien, der Gasthof Lingg
in der Feldkircher Altstadt, der Barocksaal von Taschenlehen in
Ampass, das Stift Rein, das Salzburger Neutor und der Innenraum
der Kirche von Maria Taferl dank der Arbeit des BDA in neuem
Glanz.
Museumsquartier
3,6 Millionen Personen haben 2010 das MuseumsQuartier Wien
besucht, entweder um Kultureinrichtungen zu besuchen oder um die
Kulturoase MQ mit ihren vielfältigen Angeboten zu nutzen. Das ist
das erfreuliche Ergebnis der vom Marktforschungsinstitut Integral
regelmäßig durchgeführten Frequenzmessungen im MQ. Seit dem
ersten Jahr seines Bestehens (2002: 2 Mio. BesucherInnen) sind
die BesucherInnenzahlen im MuseumsQuartier Wien damit um 80% oder
um 1,6 Millionen gestiegen. Derzeit halten sich durchschnittlich
rund 10.100 BesucherInnen täglich im MuseumsQuartier auf.
Konstant auf hohem Niveau ist auch die Anzahl an BesucherInnen,
die das MuseumsQuartier auf Grund der kulturellen Angebote und
der im MuseumsQuartier angesiedelten Kulturinstitutionen
besuchen. Mit fast 1,5 Millionen BesucherInnen in den
Institutionen im Jahr 2010 ist die Zahl an Kulturinteressierten
im MuseumsQuartier sogar weiter gestiegen.
Abschnitte über weitere Kulturangelegenheiten, museale
Förderungen, das öffentliche Büchereiwesen, die Hofmusikkapelle
und die Volkskultur runden den 274 Seiten starken Bericht ab.
(Schluss)
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