• 29.09.2011, 11:43:35
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WWF warnt vor verfrühtem Jubel zu Baustopp von Belo-Monte

Andritz AG soll aus Zerstörungsprojekt aussteigen

Wien/Brasilia (OTS) - Als nur einen kurzfristigen Erfolg
bezeichnet der WWF den Baustopp des umstrittenen Wasserkraftwerks
Belo Monte in Brasilien, den ein brasilianisches Gericht vorgestern
verfügte. "Das acht Milliarden Euro teure Projekt ist wirtschaftlich
unrentabel und eine ökologische und soziale Katastrophe für die dort
lebenden Menschen", so WWF-Sprecher Franko Petri. Der WWF fordert die
österreichische Andritz AG auf aus dem den Amazonasregenwald
zerstörenden Projekt endlich auszusteigen.

Der brasilianische Richter Carlos Eduardo Castro Martins in
Bundesstaat Pará hatte am 27. September einen Teilbaustopp der
Wasserkraftwerks verfügt. Seine Begründung für den Stopp war, dass
die Baumaßnahmen die Aktivitäten der Zierfischvereinigung Acepoat
nicht ohne angemessene Kompensation beeinträchtigen dürfen. Betroffen
von der richterlichen Entscheidung sind Maßnahmen wie der Bau von
Häfen, Sprengungen, Dämme, Kanalbauten bzw. jede Baumaßnahme die den
Flussverlauf des Xingu so beeinträchtigt, dass die Fischpopulationen
davon betroffen werden. Andere Baumaßnahmen auf dem Land sind davon
nicht betroffen.

Die Nichteinhaltung dieser Verfügung seitens des das Kraftwerk
betreibenden Konsortiums Norte Energia S.A. (Nesa) würde zu einer
täglichen Geldstrafe von ca. 80.000 Euro führen. "Die aktuelle
richterliche Verfügung kann in der nächsten Instanz in Brasilia
angefochten werden", warnt der WWF vor verfrühtem Jubel. Der Richter
hielt auch fest dass das Wasserkraftwerk nicht grundsätzlich im
Widerspruch mit den Zierfischaktivitäten steht. Auch sollen die
Kompensationsmaßnahmen nach seiner Verfügung, nämlich die Umsetzung
von Aquakulturprojekten, jetzt und nicht erst bis in zehn Jahren
umgesetzt werden müssen, da die Fischer sonst keine Einkommensquelle
mehr hätten.

Der Belo Monte Staudamm am Xingu-Fluss ist höchst umstritten. Selbst
wenn er fertig gestellt werden würde, sind durch den Klimawandel bis
2050 80 Prozent Einnahmeneinbußen zu erwarten, wie eine Studie des
WWF Brasilien ergeben hat. Die österreichische Andritz AG soll für
das Belo-Monte-Kraftwerk Turbinen, Generatoren und technische
Ausrüstung im Wert von 330 Millionen Euro liefern. Wenn das Kraftwerk
gebaut würde, müssten 20.000 Menschen umgesiedelt werden und der
Lebensraum von 14.000 Angehörigen indigener Stämme würde zerstört.
Der WWF befürchtet enorme ökologische Schäden, die Beeinträchtigung
der Artenvielfalt des Amazonas-Regenwaldes und die Ausbreitung von
Krankheiten wie Malaria in der Region.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 oder 0676-83488231, E-Mail: [email protected].

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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