• 24.09.2011, 13:13:04
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FPÖ: Graf zu Töchterle: Ohne jeden Plan wird selbst eine Milliarde wenig verbessern

Ausschlusspolitik der ÖVP diskriminiert die Jugend und gefährdet Gesundheitsversorgung

Wien (OTS) - "Einmal mehr völlig enttäuschend" sind die Äußerungen
von Wissenschaftsminister Töchterle (ÖVP) zur Lage der Hochschulen
für den freiheitlichen Wissenschaftssprecher und Obmann des
parlamentarischen Wissenschaftsausschuss, NAbg. Martin Graf. "Mit dem
Versprechen einer Hochschulmilliarde hat Töchterle immerhin ein Stück
Einsicht gezeigt, was die katastrophalen Zustände an den Unis
betrifft", so Graf. Dem Minister fehle aber offensichtlich jeder
Plan, wie und wo er das Geld einsetzen wolle. "Als ehemaliger Rektor
einer Uni ein halbes Jahr nach Amtsantritt noch immer auf einen
Hochschulplan zu vertrösten, der offenbar nicht einmal ansatzweise
vorliegt, ist ausgesprochen schwach", stellt Graf zu Töchterles
Einlassungen im heutigen Ö1-Mittagsjournal fest, bei denen man das
Gefühl gehabt habe, es bereite ihm mehr Vergnügen über den Zustand
der Koalition zu plaudern als über die Lage an den Unis.

Selbst eine Hochschulmilliarde ändere nichts an der grundfalschen
Herangehensweise der ÖVP in der Bildungspolitik. "Der Ausschluss
großer Gruppen unserer Jugend von vielen Studienfächern ist eine
Diskriminierung gegenüber vergangenen Generationen und nicht haltbar.
Die Universitäten und nicht zuletzt der Minister sollen Konzepte
vorlegen, wie der aktuell größere Andrang an die Unis bewältigt
werden kann, ohne die österreichischen jungen Menschen damit zu
beachteiligen", fordert Graf. Dazu gehöre insbesondere das
Herkunftslandprinzip bei der Zulassung ausländischer Studenten, womit
der Andrang bundesdeutscher Studenten auf Grund des dort herrschenden
Numerus Clausus blitzartig unterbunden werden könne.

Die Begrenzungspolitik bei der Medizin gefährde zudem die
Gesundheitsversorgung der Österreicher. "Auf Grund zahlreicher
anstehender Pensionierungen laufen wir in einen Ärztemangel.
Gleichzeitig wird die Zahl der Studienplätze radikal begrenzt. Diese
Entwicklung gefährdet mittelfristig die ärztliche Versorgung
Österreichs", so Graf, der bedauert, dass Töchterle in diesen großen
Zusammenhängen überhaupt nicht denke und sich lediglich darüber
freue, dass es den wenigen, die heute noch Medizin studieren dürfen,
jetzt an den Unis gut gefalle.

Solang diese und zahlreiche andere strukturelle Probleme an
Österreichs Unis vom Wissenschaftsminister ignoriert würden, sei die
FPÖ auch kein Partner für die Einführung flächendeckender
Studiengebühren. "Das einzige konkrete Element in Töchterles
Hochschulplan ist, dass er bei den Studenten abkassieren will",
kritisiert Graf.

Rückfragehinweis:

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