- 23.09.2011, 11:46:00
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Bayr: Familienplanung ist zentraler Faktor der Entwicklungspolitik
Zugang zu modernen Verhütungsmitteln wichtig im Kampf gegen Überbevölkerung - Spindelegger gefordert, 10-Prozent-Richtline für sexuelle und reproduktive Gesundheit umzusetzen
Wien (OTS/SK) - Der mangelhafte Zugang zu Sexualaufklärung und
modernen Verhütungsmitteln in vielen Entwicklungsregionen ist ein
wesentlicher Faktor des starken Bevölkerungswachstums. Das betonte
Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung, am
Freitag bei der Pressekonferenz "Seid fruchtbar und mehret euch?
globale Herausforderungen in der Familienplanung" im Wiener
Parlament. "Im Oktober 2011 werden sieben Milliarden Menschen auf
dieser Erde leben, 2050 könnten es bereits über neun Milliarden sein.
Wir brauchen langfristige Strategien für Ressourcenverbrauch,
Bildung, Gesundheitsversorgung und Armutsbekämpfung. Familienplanung
spielt dabei eine entscheidende Rolle und darf in der
Entwicklungspolitik nicht zu kurz kommen", unterstrich Bayr. ****
Eine Anfragebeantwortung vom Sommer 2011 belegt, dass Österreich bei
der Entwicklungsarbeit im Bereich sexueller und reproduktiver
Gesundheit nicht sehr aktiv ist. Die Richtlinie, etwa 10 Prozent der
öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit für sexuelle und reproduktive
Gesundheit auszugeben, wird klar verfehlt. "Österreich gibt nur etwa
1,41 Prozent der Entwicklungshilfe für diesen Bereich aus.
Spindelegger ist gefordert, hier tätig zu werden", so Bayr. Ziel
müsse es sein, diesen Faktor bei bestehenden Entwicklungsprogrammen
zu berücksichtigen.
Untätigkeit angesichts des Bevölkerungswachstums wäre verheerend, so
Bayr. "Auf europäischem Konsumniveau könnte die Erde mit ihren
natürlichen Ressourcen gerade 2,1 Milliarden Menschen versorgen",
betonte Bayr. Es fehlen schlicht die Mittel, um allen Menschen bei
einer stark wachsenden Bevölkerung jene Chancen und jenes
Lebensumfeld zu bieten, das nötig ist, um menschenwürdig leben zu
können. Auch die Gesundheitsvorsorge könnte kaum gewährleistet
werden, da momentan nicht genügend Ärzte und Pflegepersonal zur
Verfügung stehen. Im Bereich Armutsbekämpfung stehe man vor schier
unüberwindbaren Hürden. "Schon jetzt leben 63 Prozent der
Afrikanerinnen und Afrikaner mit weniger als zwei Dollar pro Tag. Je
stärker die Bevölkerung zunimmt, desto mehr Menschen konkurrieren um
die knappen Ressourcen", unterstrich Bayr. (Schluss) pep/sc
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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