Matznetter: Niedrige Akademikerquote schadet Wirtschaftsstandort Österreich
Barrieren abbauen, E-learning ausbauen, Lehrabschlüsse anerkennen
Wien (OTS/SK) - "Österreich ist mit 19 Prozent Akademikerquote ein
akademisches Entwicklungsland", reagierte SPÖ-Wirtschaftssprecher
Christoph Matznetter auf die Vorschläge der ÖVP, die darauf
hinauslaufen, Studenten von den Universitäten fern zu halten. Für den
Wirtschaftsstandort Österreich ergebe sich daraus ein wesentlicher
Nachteil. "Denn im nächsten Jahrhundert wird die Frage der
Wissenschaft und der akademischen Ausbildung breiter Teile der
Bevölkerung ein entscheidender Wettbewerbsfaktor sein", betonte
Matznetter. ****
"Seit die SPÖ in der Regierung ist, stieg das Uni-Budget von 2006 bis
2011 um 48,8 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, während die
Studentenzahlen um lediglich 27 Prozent stiegen", so Matznetter. Und
wie eine parlamentarischen Anfrage ergab, habe der
Wissenschaftsminister sogar 300 Millionen Euro Rücklagen, die noch
nicht von den Universitäten abgeschöpft wurden. "Bei so hohen Mitteln
darf man auch etwas anderes erwarten, als nur Maßnahmen, die
Studenten vom Studieren abhalten", kritisierte Matznetter.
An die Rektoren stellt der SPÖ-Wirtschaftssprecher die Forderung,
endlich eine innere Reform durch zuführen und die Unis an die
Bedürfnisse der Studenten anzupassen, die Großteils Werksstudenten
seien. "Wir brauchen mehr distance learning und e-learning und
gleichzeitig den Abbau von Zugangsbeschränkungen, wie etwa
unintelligente Aufnahmeprüfungen", so Matznetter. Damit würden
Rektoren einen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Aufgabe "Steigerung
der Akademikerquote" leisten.
Als weiteren Schritt zur Akademisierung Österreichs fordert
Matznetter Lehrabschlüsse automatisch als
Studienberechtigungsprüfungen für einschlägige Fächer anzurechnen.
"Wir müssen Talente wecken", appelliert Matznetter an den
Wissenschaftsminister. Unter Bezug auf die Äußerungen von
WKÖ-Präsident Leitl im Ö1-Morgenjournal vom 16. Juni erklärte
Matznetter dies als Forderung der gesamten österreichischen
Wirtschaft. (Schluss) ah/mp
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