- 16.09.2011, 13:21:14
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AKW Ausbaupläne in Tschechien - Die Rechnung wird nicht aufgehen, Herr Minister!
Freistadt (OTS) - Der Entwurf des tschechischen
Industrieministerium, der in einer Variante den Ausbau der Atomkraft
in Tschechien von nunmehr 3,78 Gigawatt auf 18,69 GW bis 2060
vorsieht, ist für das Anti Atom Komitee eine naive Wunschvorstellung
der tschechischen Atomlobby.
Die Pläne des Industrieministers gehen völlig an der Realität vorbei
und ignorieren die zukünftige Notwendigkeit nachhaltiger
Stromproduktion.
"Es ist erstaunlich, welches mediale Echo ein derartiges Papier
hervorruft, dessen Inhalt völlig an der Realität vorbeigehen, weil
sie die zukünftige Notwendigkeit nachhaltiger Stromproduktion völlig
ignorieren", so Manfred Doppler vom Anti Atom Komitee in einer ersten
Reaktion.
Wenn Industrieminister Martin Kocourek Atomenergie als "billige
Energiequelle" bezeichnet, dann ist diese Aussage nicht weiter als
eine naive Wiederholung alter Floskeln der Atomlobby.
"Schon im Frühjahr hatte CEZ Chef Martin Roman den Ausbau von
Temelin mit dem Atomausstieg in Deutschland verknüpft, indem er
meinte, Tschechien werde in Zukunft viel Atomstrom nach Deutschland
exportieren können", erinnert Manfred Doppler von Anti Atom Komitee.
Wenn der Industrieminister meint, dass Länder, die auf erneuerbare
Energieträger setzen, die Wettbewerbsfähigkeit nicht interessiere,
dann irrt er sich mehrfach.
Es ist erstens naiv zu glauben, dass die Rechnung für die wahren
Kosten von Atomstrom Tschechien nicht einmal präsentiert wird.
Zweitens ist es schon sehr erstaunlich, dass Deutschland Strom
exportiert, obwohl Tschechien und Frankreich Strom zu Dumpingpreisen
anbieten.
"Eine völlig irrige Meinung, wenn man sich die konkreten Zahlen
ansieht. So hat Deutschland nach dem Bundesverband der Energie- und
Wasserwirtschaft im ersten Halbjahr 2011 vier Milliarden
Kilowattstunden Strom exportiert und das trotz der Abschaltung der
Uraltmeiler", so Manfred Doppler weiter.
Die Kapazität von Strom aus Windkraft und Photovoltaik hat in
Deutschland mit 48 Gigawatt die Atomenergie schon längst überholt,
die gerade mal noch ca. 12 Gigawatt erreicht.
"Die Rechnung wird nicht aufgehen, Herr Minister Kocourek", so
Manfred Doppler abschließend.
Rückfragehinweis:
Dipl. Ing. Manfred Doppler +43 664 45 05 015
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