• 16.09.2011, 08:45:26
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Landwirtschaftskammer lässt sich gegenüber KritikerInnen verleugnen

Das von der Landwirtschaftskammer gelobte AMA-Gütesiegel setzt in der Schweinehaltung keine Tierschutzstandards voraus und ist daher für Tierschutz irrelevant

Wien (OTS) - Gegen die starrköpfige Haltung der
Landwirtschaftskammer und des Landwirtschaftsministers in der Frage
des Verbots von Kastenständen gibt es eine VGT-Kampagne mit
Protestpostkarten. Tausende Menschen haben von dieser Möglichkeit
Gebrauch gemacht und solche Postkarten mit ihrer Kritik im eigenen
Namen an die jeweilige Institution geschickt. Die
Landwirtschaftskammer hält von diesem demokratischen Vorgehen so
wenig, dass sie jetzt die Post angewiesen hat, diese
Protestpostkarten ungelesen an die AbsenderInnen zurück zu schicken.
VGT-Obmann Martin Balluch kommentiert: "Dieses arrogant elitäre
Vorgehen ist wirklich unerträglich. Herrn
Landwirtschaftskammerpräsident Wlodkowski ist offenbar die Meinung
Tausender Menschen völlig egal, wenn es um den Schutz der Profite
seiner Klientel in der Tierindustrie geht. Dabei haben bereits mehr
Menschen solche Protestpostkarten abgeschickt, als es überhaupt
SchweinezüchterInnen in Österreich gibt. Die Mehrheitsverhältnisse
sind also eindeutig."

Wlodkowski wandte sich weiters in einer kürzlichen Aussendung
gegen den Vorschlag von Minister Stöger, staatliche Gütesiegel
insbesondere zum Tierschutz und zu Fleisch, das von Tieren stammt,
die mit oder ohne gentechnisch veränderter Nahrung gefüttert wurden,
einzuführen. Stattdessen lobte Wlodkowski das AMA-Gütesiegel. Der
VGT-Obmann dazu: "Gerade in der Schweineindustrie in Österreich ist
das Verfüttern gentechnisch veränderter Sojaschrote aus Südamerika
Gang und Gäbe, ja, es werden rund 600.000 Tonnen derartiges Futter
für die Schweine pro Jahr eingeführt, um damit dann weniger als
550.000 Tonnen Schweinefleisch pro Jahr zu produzieren. Natürlich
möchte die Schweineindustrie daher keine Gütesiegel, damit sie ihre
'Schweinereien' wie gentechnisch manipulierte Nahrungsimporte und
Tierquälereien mit Kastenständen verbergen kann. Das AMA-Gütesiegel
ist in der Schweinehaltung lediglich ein Feigenblatt, schreibt es
doch keine Tierschutzstandards vor."

Dass es auch Alternativen zum Kastenstand in der österreichischen
Schweinehaltung gibt, fand der ORF gestern auf einer Exkursion zu den
Sonnenschweinen in Burgau, Steiermark, heraus:
http://steiermark.orf.at/magazin/immergutdrauf/tipps/stories/400538/.
VGT-Obmann Balluch meint: "Es ist regelrecht absurd, wenn
Landwirtschaftsminister Berlakovich angesichts dieser Erfolge mit der
Schweinezucht ohne Kastenstand davon spricht, dass zur
Kastenstandhaltung keine machbaren Alternativen bestünden. Die
Alternativen existieren, es fehlt nur am Willen, ein wenig Geld für
das Wohl der Schweine zu investieren. Sowohl Wlodkowski als auch
Berlakovich scheint der Tierschutz völlig egal zu sein. Das ist die
traurige Realität bei den Verantwortlichen der heutigen
Agrarindustrie."

Rückfragehinweis:
Martin Balluch, Tel.: 01/9291498-1, Email: [email protected]
Verein Gegen Tierfabriken, Email: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VGT

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