• 24.08.2011, 08:27:30
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Greenpeace und GLOBAL2000 fordern korrekte Stromkennzeichnung

E-Control-Regulierungsbeirat muss Schlupflöcher für Atomstrom schließen

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000 und
Greenpeace fordern vor der morgigen Sitzung des
E-Control-Regulierungsbeirats die Durchsetzung einer transparenten
Stromkennzeichnung in Österreich. Die UmweltschützerInnen warnen aufs
Schärfste davor, dass die Ergebnisse des Atomgipfels im
Bundeskanzleramt (1.7.2011) nun wieder ausgehebelt werden. Denn
während Umweltschutzorganisationen im Regulierungsbeirat nicht
vertreten sind, können Vertreter der Bundesminister, Länder und
Kammern sowie des Gewerkschaftsbunds und der Industriellenvereinigung
noch Empfehlungen zum Entwurf für die neue
Stromkennzeichnungsverordnung abgeben. "Der Beirat darf auf keinen
Fall die vielen innovativen Ansätze für eine transparente und
kundenfreundliche Stromkennzeichnung hinter verschlossenen Türen
verwässern. Die KundInnen dürfen nicht durch Budgetierungstricks
hinters Licht geführt werden. Jedes Unternehmen soll für seine
ungeklärten Stromimporte und seinen Atomstromanteil gerade stehen
müssen", fordern die Atomstrom-Experten Niklas Schinerl (Greenpeace)
und Reinhard Uhrig (GLOBAL 2000).

Der Strom bekommt ein Mascherl: Herkunft wird klar deklariert

Die innovativen Ansätze der neuen Stromkennzeichnungsverordnung sind
vielfältig: Besonders verbraucherfreundlich ist die Vorschrift für
Versorger, die gesamte Stromaufbringung für EndkundInnen
(Versorgermix) sowohl auf der Stromrechnung als auch auf dem
Werbematerial in der gleichen Schriftgröße auszuweisen, wie diese für
den Haupttext verwendet wurde. "Das besiegelt das Ende der
2-Punkt-Schrift auf Rechnungen und auf großen Plakatwänden, wo man
förmlich mit der Lupe die verbrauchsrelevanten Informationen suchen
gehen musste", so Uhrig. Ebenfalls wichtige Erneuerungen sind die
Ausweisung der Herkunft des Stromes nicht nur durch qualitative
Nachweise, sondern auch durch die Dokumentation der Länder, aus denen
diese Nachweise stammen - beide Umweltschutzorganisationen haben in
ihren Stellungnahmen zur Verordnung gefordert, dass diese neue
"Kann-Bestimmung" eine "Muss-Bestimmung" werden soll. Denn diese
stellt den VerbraucherInnen wichtige Informationen über das
Herkunftsland ihres Stroms zur Verfügung. "Auch die Dokumentation,
welche Menge des an die EndkundInnen gelieferten Stroms zusammen mit
den Nachweisen erworben wurde, ermöglicht den StromkundInnen eine
bewusste Entscheidung darüber, ob sie Strom von den europäischen
Strombörsen mit einem Anteil Atomstrom beziehen wollen - wenn alle
Strom-Mengen zusammen mit dem Nachweis erworben wurden, ist ein
Börsenhandel ausgeschlossen", so Schinerl.

Strom-Erzeugung und -Abrechnung transparent und kontrolliert

Weiters ist die Energiewirtschaft möglichst daran interessiert, lange
Zeiträume zwischen der Erzeugung und Entwertung insbesondere von
Grünstrom-Nachweisen zu erlauben - Nachweise aus für die
Wasserkrafterzeugung günstigen Jahreszeiten (Sommer) können so in die
Jahreszeiten verschoben werden, in denen vermehrt Börsenstrom
zugekauft wird. Diesen Zustand beendet die neue Verordnung durch eine
quartalsmäßige Abrechnung der Nachweise - "wir haben in unserer
Stellungnahme eine monatliche Abrechnung gefordert, um die
technischen Möglichkeiten der Stromnachweisdatenbank auch zu nutzen
und auch hier höchstmögliche Transparenz für die StromkundInnen zu
erreichen", so Schinerl.

Kontrollen für die Kennzeichnung des an die EndverbraucherInnen
abgegebenen Stroms sind laut Elektrizitätswirtschafts-Gesetz
eindeutig vorgeschrieben: Bei unrichtigen Angaben eines Versorgers
wird dieser von der E-Control gemäß § 78,3 aufgefordert, diese
richtigzustellen, bei anhaltendem Verstoß können gemäß § 99,2
Verwaltungsstrafen bis zu Euro 75 000 ausgesprochen werden. "Um diese
klare Vorgabe auch ins Bewusstsein einiger Stromversorger zu
transportieren, schlagen wir einen eigenen Punkt in
derStromkennzeichnungsverordnung vor, der die Konsequenzen
klarstellt, und fordern ein entschlossenes Vorgehen der zuständigen
Stellen gegen tricksende Stromversorger", so Uhrig.

Rückfragehinweis:

GLOBAL 2000: 
   Reinhard Uhrig, Experte für Energie und Atomkraft, 
   Tel.: +43 (0)699 14 2000 18
   Greenpeace: 
   Niklas Schinerl, Energie- und Klimaexperte, 
   Tel.: +43 (0)664 6126704 
   Melanie Aldrian, Tel.: +43 (0)664 6126725

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