- 22.08.2011, 11:30:42
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GLOBAL 2000 protestiert gegen Megastaudamm vor brasilianischer Botschaft
Internationaler Protesttag gegen "Belo Monte" Kraftwerk: UmweltschützerInnen kämpfen weltweit für den Erhalt des Regenwaldes
Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 protestierte
heute vor der brasilianischen Botschaft gegen das Belo Monte
Staudamm-Projekt - gemeinsam mit zahlreichen Menschenrechts- und
Umweltschutzorganisationen weltweit. Der Belo Monte Staudamm am
Xingú-Fluss im Herzen des Amazonasgebietes wurde nach jahrelangen
Kontroversen und Diskussionen im Januar 2010 von der brasilianischen
Regierung zum Bau freigegeben, mittlerweile wurde bereits mit
Rodungen begonnen. Seither verschärft sich der Widerstand der
betroffenen indigenen Völker, sowie von Menschenrechts- und
Umweltschutzorganisationen weltweit. Der umstrittene Kraftwerksbau
wird der drittgrößte Staudamm der Welt, er soll Strom für die
wachsende Wirtschaft des Landes erzeugen - zu einem hohen Preis:
Riesige Flächen des brasilianischen Regenwaldes sind gefährdet und
bis zu 40.000 Menschen müssen umgesiedelt werden. Das Vorgehen der
brasilianischen Regierung, die das Projekt trotz weitreichender
Widerstände genehmigt hat, verstößt gegen Menschenrechte und
brasilianische Gesetzgebung.
Lisa Kernegger, Ökologin bei GLOBAL 2000, erklärt: "Durch dieses
Wahnsinnsprojekt geht eine riesige Regenwaldfläche unwiederbringlich
verloren. Zehntausende Hektar werden gerodet, und die periodischen
Überschwemmungen im restlichen umgebenden Wald werden der Geschichte
angehören. Diese sind aber für Flora und Fauna lebenswichtig. Viele
Tierarten, sowohl im Wasser als auch im Wald, sind dann vom
Aussterben bedroht. Der Preis für diesen Staudamm ist einfach zu
hoch." Doch nicht nur die Umwelt, auch die dort lebenden Menschen
sind in höchster Gefahr, wie Christina Schröder von Südwind erklärt:
"Für Belo Monte werden wirtschaftliche Interessen ganz klar vor die
der Menschen gestellt. Zigtausende Indigene und Kleinbauernfamilien
müssen um ihre Existenz fürchten. Während die Bauarbeiten
voranschreiten, werden die sozialen Auswirkungen in der Stadt
Altamira bereits sichtbar. Menschen aus anderen Teilen des Landes
ziehen auf der Suche nach Arbeit zu, die Mieten steigen, um
Entschädigungen und gegen Umsiedelungen wird gekämpft. Es droht ein
soziales Chaos - Das ist menschenunwürdig."
Die Aktivisten von GLOBAL 2000 sowie von Südwind, die vor der
brasilianischen Botschaft im vierten Wiener Gemeindebezirk
protestierten, waren Teil eines internationalen Aktionstages.
Weltweit kam es am heutigen 22. August zu Protesten gegen das
umweltzerstörerische Megaprojekt der brasilianischen Regierung. In
Sao Paolo selbst wurde am vergangenen Samstag eine Großdemonstration
organisiert. Heute wurde unter anderem vor den Botschaften in
Canberra (Australien), Toronto (Kanada), Teheran (Iran), New York
(USA) sowie in mehreren europäischen Städten der Widerstand gegen
Belo Monte lauthals kundgetan.
Auch ein österreichisches Unternehmen schlägt aus Belo Monte Gewinn:
Die in Graz ansässige Andritz AG liefert in einem Konsortium mit der
französischen Alstrom und der deutschen Voith-Siemens die technische
Ausrüstung für den Bau des Dammes. "Belo Monte ist ein Gewaltakt
gegen die Natur und die indigenen Völker des Xingu-Flusses. Ein
österreichisches Unternehmen wie die Andritz AG darf sich an diesem
höchst problematischen Projekt nicht beteiligen", fordert Kernegger.
GLOBAL 2000 fordert: Die Andritz AG muss sich sofort aus den
umstrittenen Projekten in Amazonien zurückziehen. "Der Bau von Belo
Monte ist ganz allgemein ein umwelt- und lebensraumzerstörendes
Projekt in einem selten gesehenen Ausmaß. Anstatt die Umwelt und den
Lebensraum der Völker vor Ort zu bewahren, nimmt Österreich auch noch
regen Anteil an dessen Zerstörung," erklärt Kernegger abschließend.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Nunu Kaller/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at
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