- 16.08.2011, 12:50:24
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GBH-Muchitsch: Bis zu 82 Prozent Unterentlohnung!
Kontrolle gegen Lohn- und Sozialdumping auf österreichischen Baustellen funktioniert.
Wien (OTS) - (ÖGB/GBH) Mit der Arbeitsmarktöffnung hat bekanntlich
Sozialminister Rudolf Hundstorfer noch vor dem 1. Mai das Lohn- und
Sozialdumping-Gesetz im Parlament beschließen lassen. Mittlerweile
liegen erste Ergebnisse seitens der Bauarbeiter Urlaubs- und
Abfertigungskasse (BUAK) von Baustellenkontrollen vor.++++
Seit 1. Mai wurden bundesweit 1.109 Baufirmen auf Baustellen
kontrolliert. 63 Firmen davon wurden auf Verdacht von Unterentlohnung
bei den Bezirkshauptmannschaften bzw. bei den Magistraten angezeigt.
Diese reagierten zum Teil prompt. Erste Strafbescheide wurden
ausgestellt.
Ein konkretes Beispiel
Im Juni wurden in der Weststeiermark in Wies anlässlich einer
Baustellenkontrolle bei einem Parteienhaus 4 slowenischen Fassader
kontrolliert. Diese waren über eine slowenische Firma von einer
österreichischen Firma im Sub beauftragt. Anstatt eines
Bruttostundenlohnes von 11,21 Euro erhielten sie lediglich 8,30 Euro.
Das ergab eine Unterentlohnung von 25,9 Prozent. Die BUAK erstattete
Anzeige bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft und beantragte ein
Strafausmaß von 18.000 Euro.
Bei allen Unterentlohnungsfällen spiegelt sich ein sehr ähnliches
Schema wieder. Aufträge werden an Firmen und diese wiederum
überwiegend in Sub an ausländische Firmen weiter vergeben. Der
ausländische Anteil an unterentlohnte Arbeitnehmer ist daher
wesentlich größer als der österreichische. Im Detail: Bei den
inländisch kontrollierten Firmen wurde bei 2,13 Prozent der
Arbeitnehmern ein Verdacht auf Unterentlohnung festgestellt. Bei den
kontrollierten Firmen aus dem Ausland wurden bei 35,1 Prozent der
Arbeitnehmern ein Verdacht auf Unterentlohnung festgestellt. Im
Durchschnitt findet eine Unterentlohnung zwischen 15 bis 25 Prozent
statt. Die größte Unterschreitung auf Unterentlohnung wurde bis dato
in Tirol mit unglaublichen 82 Prozent festgestellt.
Für Baugewerkschafter Josef Muchitsch ist klar: "Wir müssen verstärkt
Aufklärungsarbeit bei den österreichischen Auftraggebern leisten. Nur
die Auftraggeber entscheiden wer in Österreich letztendlich Aufträge
bzw. Subaufträge bekommt. Dem privaten und öffentlichen Auftraggeber
muss klar sein, dass sich Lohn- und Sozialdumping nicht auszahlt.
Weder in der Qualität, Gewährleistung noch zur Finanzierung unseres
Wirtschafts- und Sozialsystems. Es gilt daher für alle, bei
Verdachtsfällen nicht wegzusehen. Seitens der Gewerkschaft
appellieren wir auch an die Auftraggeber, von schwindeligen
Subvergaben Abstand zu nehmen."
Muchitsch abschließend: "Wir als Baugewerkschaft werden weiterhin bei
Verdacht auf unfairen Wettbewerb hinschauen und dabei keine Rücksicht
auf die Verursacher nehmen. Lohn- und Sozialdumping gefährdet die
Existenz der ArbeitnehmerInnen. Daher Hände weg von unmoralischen
Angeboten von schwindeligen Firmen."
Rückfragehinweis:
GBH-Presse, Thomas Trabi, 0664 614 55 17, GBH-Bundesvorsitzender-Stv. Josef Muchitsch, 0664 614 55 42, www.bau-holz.at
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