GBH-Muchitsch: Bis zu 82 Prozent Unterentlohnung!

Kontrolle gegen Lohn- und Sozialdumping auf österreichischen Baustellen funktioniert.

Wien (OTS) - (ÖGB/GBH) Mit der Arbeitsmarktöffnung hat bekanntlich Sozialminister Rudolf Hundstorfer noch vor dem 1. Mai das Lohn- und Sozialdumping-Gesetz im Parlament beschließen lassen. Mittlerweile liegen erste Ergebnisse seitens der Bauarbeiter Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) von Baustellenkontrollen vor.++++

Seit 1. Mai wurden bundesweit 1.109 Baufirmen auf Baustellen kontrolliert. 63 Firmen davon wurden auf Verdacht von Unterentlohnung bei den Bezirkshauptmannschaften bzw. bei den Magistraten angezeigt. Diese reagierten zum Teil prompt. Erste Strafbescheide wurden ausgestellt.

Ein konkretes Beispiel
Im Juni wurden in der Weststeiermark in Wies anlässlich einer Baustellenkontrolle bei einem Parteienhaus 4 slowenischen Fassader kontrolliert. Diese waren über eine slowenische Firma von einer österreichischen Firma im Sub beauftragt. Anstatt eines Bruttostundenlohnes von 11,21 Euro erhielten sie lediglich 8,30 Euro. Das ergab eine Unterentlohnung von 25,9 Prozent. Die BUAK erstattete Anzeige bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft und beantragte ein Strafausmaß von 18.000 Euro.

Bei allen Unterentlohnungsfällen spiegelt sich ein sehr ähnliches Schema wieder. Aufträge werden an Firmen und diese wiederum überwiegend in Sub an ausländische Firmen weiter vergeben. Der ausländische Anteil an unterentlohnte Arbeitnehmer ist daher wesentlich größer als der österreichische. Im Detail: Bei den inländisch kontrollierten Firmen wurde bei 2,13 Prozent der Arbeitnehmern ein Verdacht auf Unterentlohnung festgestellt. Bei den kontrollierten Firmen aus dem Ausland wurden bei 35,1 Prozent der Arbeitnehmern ein Verdacht auf Unterentlohnung festgestellt. Im Durchschnitt findet eine Unterentlohnung zwischen 15 bis 25 Prozent statt. Die größte Unterschreitung auf Unterentlohnung wurde bis dato in Tirol mit unglaublichen 82 Prozent festgestellt.
Für Baugewerkschafter Josef Muchitsch ist klar: "Wir müssen verstärkt Aufklärungsarbeit bei den österreichischen Auftraggebern leisten. Nur die Auftraggeber entscheiden wer in Österreich letztendlich Aufträge bzw. Subaufträge bekommt. Dem privaten und öffentlichen Auftraggeber muss klar sein, dass sich Lohn- und Sozialdumping nicht auszahlt. Weder in der Qualität, Gewährleistung noch zur Finanzierung unseres Wirtschafts- und Sozialsystems. Es gilt daher für alle, bei Verdachtsfällen nicht wegzusehen. Seitens der Gewerkschaft appellieren wir auch an die Auftraggeber, von schwindeligen Subvergaben Abstand zu nehmen."

Muchitsch abschließend: "Wir als Baugewerkschaft werden weiterhin bei Verdacht auf unfairen Wettbewerb hinschauen und dabei keine Rücksicht auf die Verursacher nehmen. Lohn- und Sozialdumping gefährdet die Existenz der ArbeitnehmerInnen. Daher Hände weg von unmoralischen Angeboten von schwindeligen Firmen."

Rückfragen & Kontakt:

GBH-Presse, Thomas Trabi, 0664 614 55 17, GBH-Bundesvorsitzender-Stv. Josef Muchitsch, 0664 614 55 42, www.bau-holz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003