- 13.08.2011, 21:00:32
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"Weniger Promille für junges Blut" von Liane Pircher, Tiroler Tageszeitung am 14. August 2011
Vier Jahre Führerschein auf Probe würden wenig ändern: Junge Männer müssen im Bewusstsein anders gepackt werden.
Innsbruck (OTS) - Dass es ausgerechnet junge Männer um die zwanzig
sind, die, gerade die Probeführerscheinzeit hinter sich,
alkoholisiert am meisten Gas geben, verwundert nicht. Junge, freie
Männer zählen in mehrfacher Hinsicht zu der risikobereitesten Gruppe.
Kann man diese bremsen, wenn man den Probeführerschein auf vier Jahre
verlängert? Wahrscheinlich nur bedingt. Denn wer in zwei Jahren
Probezeit nicht verstanden hat, dass es gefährlich ist, sich
alkoholisiert hinters Steuer zu setzen, kapiert es auch danach nicht.
Vielmehr ist zu erörtern, warum das Gefühl für Verantwortung auf der
Straße nach der zweijährigen Probezeit bei einigen aufhört. Weil
junge Männer ein schlechtes Körpergefühl haben und nicht abschätzen
können, wann sie 0,1, 0,3 oder 0,5 Promille intus haben? Weil es die
Führerscheinausbildung nicht schafft, junge Lenker für die
Verantwortung auf der Straße zu sensibilisieren? Das Wissen um
Straßenverkehrsregeln und Fahrsicherheit langen jedenfalls nicht. Es
fehlt am Bewusstsein, was Alkohol am Steuer anrichten kann - es
müsste Standard sein, dass Unfalllenker von schweren alkoholbedingten
Unfällen in Fahrschulen erzählen. Das geht unter die Haut. Bis dato
ein EU-Projekt, das in Österreich "nur" an fünf Fahrschulen rennt.
Für ein Weniger an Unfällen müsste man auch (wieder) die Rolle der
Gastwirte diskutieren. Partys mit Alkohol-Fixpreisen zum "billigen
Glühen" gehören längst verboten. Sind aber noch Realität. Es ist nun
einmal Fakt, dass sich das Unfallrisiko bei 0,5 Promille verdoppelt.
Bei 0,8 ist es viermal so hoch. Augenmotorik und Reaktion sind
eingeschränkt. Daran ist nicht zu rütteln. Und weil das für Köpfe
jeglichen Alters gilt, müsste die Diskussion über den
Probeführerschein hinausgehen. Es gehören höchstens 0,1 Promille auf
die Straße. Und zwar für alle. Wer trinkt, soll nicht fahren.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610
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