- 27.07.2011, 09:47:19
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GLOBAL 2000: Irreführung bei Stromkennzeichnung jetzt beenden!
Begutachtungsentwurf der Stromkennzeichnungsverordnung enthält neue Transparenz, aber mehr Kontrolle notwendig - "Dreck am Stecker" darf nicht mehr getarnt werden!
Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt die
Ansätze zu mehr Transparenz im aktuellen Entwurf der
Stromkennzeichnungsverordnung der Aufsichtsbehörde E-Control, fordert
aber mehr Klarheit und Kontrolle. Die Begutachtungsfrist für die
Novelle der Verordnung, zu der GLOBAL 2000 Vorschläge eingebracht
hat, endet heute. "Strom hat entgegen weitverbreiteter Ansicht sehr
wohl ein Mascherl - seine Herkunft aus einem Atomkraftwerk, aus einem
fossilen Kraftwerk oder aus erneuerbarer Erzeugung muss
gekennzeichnet werden - sofern der vorliegende Entwurf nun
konsequent umgesetzt wird. Die Irreführung der StromkundInnen durch
eine unklare und lückenhafte Stromkennzeichnung kann damit endlich
beendet werden", kommentiert Dr. Reinhard Uhrig, Energie und
Atom-Experte von GLOBAL 2000.
Keine Tarnung für den "Dreck am Stecker"
Kontrollen sind nötig, um die bestehenden und nach Verordnung
erweiterten Vorschriften zur Stromkennzeichnung auf Rechnungen und
Werbematerialien durchzusetzen. Um die Konsequenzen eines Verstoßes
den Stromhändlern bewusst zu machen, schlägt GLOBAL 2000 einen neuen,
deutlichen Paragraphen in der Verordnung vor: "Stromhändler sollen
gemäß Elektrizitätswirtschaftsgesetz aufgefordert werden, fehlende
oder falsche Angaben richtig zu stellen. Um Unterlassungsfall sollen
sie gemäß Paragraph 99.2 dieses Gesetzes mit einer Geldbuße von bis
zu 75.000 Euro bestraft werden. Denn immer wieder kommt es vor, dass
Stromhändler wie der Verbund mit 'Strom aus Wasserkraft' werben, ohne
der Vorschrift des Ausweises des Gesamt-Versorgermixes nachzukommen -
ein klarer Verstoß gegen das Gesetz", stellt Uhrig klar. "Um den
StromkundInnen die Glaubwürdigkeit der Stromkennzeichnung zu
demonstrieren, müssen solche Gesetzesvorschriften und auch die
bestehenden Strafen bei Gesetzesverstößen deutlich und konsequent
exekutiert werden" fordert Uhrig.
Graustrom muss Farbe bekennen
Nach dem Atomstrom-Gipfel der Bundesregierung mit den
Umweltschutzorganisationen Greenpeace und GLOBAL 2000 und Vertretern
der Energiewirtschaft am 1. Juli ist absehbar, dass endlich die
Abgabe von "Strom unbekannter Herkunft" an EndkundInnen in Österreich
in der nächsten ElWOG-Novelle verboten wird. Das bedeutet, dass für
17,5 Prozent der gesamten an StromkundInnen abgegebenen Elektrizität,
die bisher als "Strom unbekannter Herkunft" oder so genannter
"Graustrom" durch die Lücken der Kennzeichnungspflicht rutschten,
voraussichtlich ab 1. Juli 2012 Herkunftsnachweise vorgelegt werden
müssen. "Der ,Graustrom' wird also endlich Farbe bekennen müssen und
auch um die klare Kennzeichnung als Atomstrom nicht mehr
herumkommen", freut sich Uhrig. Diese Neuerung muss allerdings in
einer Novelle des Bundesgesetzes ElWOG geregelt werden. "Jetzt schon
muss aber in der Stromkennzeichnungsverordnung die Grundlage gelegt
werden, dass hier nicht mit billigen Zertifikaten aus dem Ausland
Dreck-Strom umetikettiert wird", fordert Uhrig. So führt ein neuer
Verordnungspunkt im vorliegenden Entwurf dazu, dass das Ursprungsland
der Herkunftsnachweise angegeben werden kann und dass angegeben
werden kann, ob Strom zusammen mit dem Nachweis erworben wurde, also
direkt zum Erzeuger rückverfolgt werden kann. Dazu Uhrig: "Wir
fordern, dass diese 'Kann-Bestimmungen' in 'Muss-Bestimmungen'
umgewandelt werden, damit es zu einem Maximum an Transparenz für die
StromkundInnen kommt. Denn diese können dann entscheiden, ob sie
lieber heimisch erzeugten, rückverfolgbaren Strom oder mittels
importierter Nachweise umetikettierten Strom beziehen - sprich
Dreckstrom bezahlen wollen."
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Simonne Baur, Tel.: +43 699 1 42000 23
Nunu Kaller, Tel.: +43 699 1 42000 20
mailto:[email protected]
www.global2000.at
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