OTS0097   22. Juli 2011, 11:54

Kaske zu Wiener Gastronomen: Personalmangel ist hausgemacht

Bessere Arbeitsbedingungen schaffen statt raunzen


"Die Arbeitgebervertreter aus der Gastronomie
scheinen sich zu Berufsraunzern zu entwickeln anstatt ernsthaft
darüber nachzudenken, warum kaum jemand bei ihnen arbeiten will",
sagt vida-Vorsitzender Rudolf Kaske zur Klage des Obmanns der Sparte
Gastronomie in der Wiener Wirtschaftskammer, Willy Turecek. Kaskes
Rat: "Ordentliche Löhne zahlen und faire Arbeitsbedingungen schaffen,
dann findet sich auch das nötige Personal."++++

Veraltete Berufsbilder, niedrige Lehrlingsentschädigungen und
überlange Arbeitszeiten seien die Gründe, warum das Gastgewerbe für
viele Jugendliche bei der Wahl der Lehre bestenfalls zweite oder
dritte Wahl sei. "In vielen anderen Branchen erhalten die Lehrlinge
längst die Internatskosten für die Berufsschulzeit vom Arbeitgeber
bezahlt. Auch bei McDonald's ist das jetzt der Fall und im
Firmenkollektivvertrag festgeschrieben. Das Hotel- und Gastgewerbe
hinkt auch hier hinterher und hat diese Verbesserung für die
Lehrlinge bisher abgelehnt", sagt Kaske.

Nicht nachvollziehbar ist für Kaske auch die Kritik Tureceks an der
geringen Zahl der Arbeitsbewilligungen für die Sommersaison in Wien.
"In Wien gibt es kaum Saisonbetriebe, ausgenommen manche Eissalons -
und für die braucht man wohl keinen Koch", so der Gewerkschafter.
Kaske abschließend: "Wer gute Arbeitsbedingungen bietet, der hat kein
Personalproblem. Es ist das Recht der ArbeitnehmerInnen, sich einen
guten Job zu suchen und Betriebe, die sich nicht fair verhalten, zu
meiden."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0097 2011-07-22 11:54 221154 Jul 11 NGB0002 0228



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