- 22.07.2011, 10:33:08
- /
- OTS0058 OTW0058
FPÖ-Karlsböck zu Schelling: Baustellenchaos im Hauptverband
Wien (OTS) - "Im Hauptverband der Sozialversicherungsträger
herrscht ein Baustellenchaos, das jenes auf Österreichs Straßen
harmlos aussehen lässt", kommentierte der freiheitliche Ärztesprecher
die Aussagen Hans-Jörg Schellings. "Geheime Spitalsreform,
Finanzierungs-Tohuwabohu und fehlende Ausschreibungen sind keine
Parameter auf die man stolz sein kann", so Karlsböck.
Die Kassenkonsolidierung sei ein zweischneidiges Schwert, so
Karlsböck, der zwar den Sanierungsbedarf anerkennt, jedoch darauf
verwies, dass die Kassen kein Sparverein seien. "Eine Entschuldung
ist notwendig, darf aber nicht zu Lasten der medizinischen Versorgung
gehen", betonte Karlsböck, der die kategorische Absage Schellings an
neue Leistungen als Rückschritt sieht. Selbstverständlich müssten
innovative Medikamente und neue Behandlungsmethoden auch an die
Patienten weiter gegeben werden, forderte Karlsböck. Zur Finanzierung
sei eine Kassenreform, die die Zusammenlegung mehrerer
Gebietskrankenkassen beinhalte, zwingend erforderlich, so Karlsböck.
Was die von Schelling angekündigte "geheime Spitalsreform" betreffe,
bleibe er, Karlsböck, skeptisch. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass
die blockierenden Bundesländer ihr Schrebergartendenken aufgeben, nur
weil sie lieb darum gebeten werden", erinnerte Karlsböck an die
traurige Österreichische Realität. Abgesehen davon sei ausschließlich
von Finanzierungen die Rede und nicht von medizinischen
Notwendigkeiten, kritisierte Karlsböck die Macht der Ökonomen über
die ärztliche Sorgfaltspflicht. "Was ein Patient braucht muss auch
weiterhin der behandelnde Arzt entscheiden und nicht der
kaufmännische Direktor", betonte Karlsböck.
Eine absolute Blamage für den Hauptverband sei jedenfalls das
Pilotprojekt zur E-Medikation, kritisierte Karlsböck die fehlende
Ausschreibung und die damit verbundene fehlende Rechtssicherheit. Es
sei daher völlig verständlich, dass die Ärztekammer hier die
Notbremse ziehe und eine Neuvergabe fordere, so Karlsböck. Ebenso sei
die seit Jahren in Bau befindliche ELGA (Elektronische
Gesundheitsakte), die bereits mehrere Millionen Euro verschlungen
habe, ohne auch nur einen Funken eines Erfolges zu zeigen, für den
Hauptverband mehr als blamabel, kritisierte Karlsböck. "So lange die
Datensicherheit nicht gewährleistet ist, bleibt dieses Projekt ein
Schuss in den Ofen", betonte Karlsböck.
"Das Gesundheitssystem ist in den vergangenen Jahren zur
Großbaustelle verkommen, auf der nichts weiter geht. Viele
Architekten und keine Arbeiter prägen das Bild dieser Baustelle", so
Karlsböck, der die Verantwortlichen aufforderte endlich Nägel mit
Köpfen zu machen.
Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub Tel.: 01/ 40 110 - 7012 mailto:[email protected] http://www.fpoe-parlamentsklub.at http://www.fpoe.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FPK






