- 16.07.2011, 21:00:32
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Blockade bei Bildung muss weg - Leitartikel von Alois Vahrner
Jeder zweite Österreicher gibt der Bundesregierung für deren Leistungen einen Fünfer. Im Fach Bildungsreform sind Rot-Schwarz leider seit Langem Sitzenbleiber.
Innsbruck (OTS/TT) - Mit wenigen Unterbrechungen regierten SPÖ und
ÖVP nach dem 2. Weltkrieg die Republik. Etlichen früheren, aber ganz
besonders der aktuellen Regierung wird mangelnder Reformwillen
vorgeworfen. Österreich steht im internationalen Vergleich zwar noch
immer gut da, etwa was die Wirtschaftsdaten oder den Wohlstand
betrifft. Bei der Zukunftsfrage schlechthin müssten allerdings längst
alle Alarmglocken schrillen. In den letzten Jahren ist Österreich bei
internationalen Uni-Rankings zurückgefallen, dramatisch schlecht
ausgefallen ist der letzte PISA-Test.
Das Problem: Beide Parteien haben sich bei verschiedenen Fragen
gegenseitig blockiert, sei es aus ideologischen oder
Justament-Standpunkten oder auch nur, weil irgendeine Wählergruppe
oder Gewerkschaft nicht vergrämt werden soll. Dass so der wichtigste
"Rohstoff" des Landes, die Talente der Jungen, nur unzureichend
gefördert wird, wird offenbar als Kollateralschaden hingenommen.
Wenn schon die Hälfte der Österreicher der Regierung für deren
Arbeit einen glatten "Fleck" ausstellt, sollte diese - vor allem im
Jahr des Bildungs-Volksbegehrens - endlich über ihren Schatten
springen. Es braucht keine Retuschen, sondern radikale Reformen.
Steht bei Schulfragen vor allem die ÖVP auf der Bremse, ist es an den
Unis die SPÖ. Studiengebühren sind nicht unsozial, sondern die
jetzige Gießkannen-Massenuni mit freiem Zugang, die so nur zu einem
Qualitätsabfall führen kann. Sozial Schwächere sollen über Stipendien
stärker als bisher gefördert werden. Dass die Unis auch für
wohlhabendere Österreicher und vor allem auch für immer mehr
ausländische Studenten herhalten sollen, verstehen die kleinen
Steuerzahler nicht.
Rückfragehinweis:
Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610
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