• 11.07.2011, 14:50:32
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FPÖ-Pisec: Wirtschaftskammer missachtet Grundsätze der Veranlagung

Wien (OTS) - "Die Wirtschaftskammer hat bei ihrem peinlichen
Spekulationsversuch einen blamablen Bauchfleck hingelegt",
kritisierte der freiheitliche Bundesrat Mag. Reinhard Pisec, der auch
Abgeordneter zum Wiener Wirtschaftsparlament ist. Dabei seien alle
Grundsätze der Veranlagungsstrategie missachtet worden, was für Pisec
den eigentlichen Skandal darstelle.

Prinzipiell gebe es drei Formen der Veranlagung: risikofreudig,
risikoneutral oder risikoaversiv. Bei einem Einsatz von
Zwangsgebühren zur Spekulation sei alles andere als ein risikoaverses
Veranlagungsszenario höchst verantwortungslos, sagte Pisec. "Die
Wirtschaftskammer hat sich eindeutig für ein risikofreudiges
Verhalten entschieden und damit den falschen Weg eingeschlagen",
betonte Pisec. Sie wäre vielmehr verpflichtet gewesen, ausschließlich
eine risikoaverse Finanzpolitik zu verfolgen, was bedeutet hätte in
kurzfristige Geldmarktpapiere zu investieren, um bei der
Zinsentwicklung nach oben offen zu sein, oder erstklassige
Staatsanleihen und einfache Indexzertifikate mit ausreichender
Liquidität zu erwerben. Stattdessen habe man sich auf ein
Hazard-Spiel mit dem Immobilienbetreiber R-Quadrat eingelassen und
dabei mehrere Millionen Euro Lehrgeld bezahlt, kritisierte Pisec den
leichtfertigen Umgang mit Zwangsbeiträgen.

"Objektentwickler wie R-Quadrat legen zumeist geschlossene
Beteiligungen/Fonds auf, die nicht öffentlich notieren und deren
Laufzeitende nur angenommen und keinesfalls fix ist. Die Liquidität
ist sehr eng und bei Marktschwankungen kann es passieren, dass keine
Käufer gefunden werden und somit Illiquidität eintritt - wie es bei
R-Quadrat der Fall war", klärte Pisec die Möchtegern-Spekulanten der
Wirtschaftskammer auf. Daher, so Pisec, werde jedes Investment ohne
öffentliche Notierung und ohne Endfälligkeit zum Glücksspiel. .

"Da es sich im vorliegenden Fall um Investitionen mit fremden Geldern
handelt, die zwangsweise von allen Wirtschaftsreibenden abgeführt
werden müssen, ist diese riskante Finanzpolitik der Wirtschaftskammer
absolut verantwortungslos und in jeder Hinsicht abzulehnen", betonte
Pisec. Für die Wirtschaftskammer, die als Interessensvertretung aller
Wirtschaftsreibenden eigentlich Vorbildwirkung haben sollte, ist
diese Vorgehensweise jedenfalls ein Skandal und müsse zu Konsequenzen
führen, forderte Pisec.

Rückfragehinweis:

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