- 22.06.2011, 13:17:50
- /
- OTS0184 OTW0184
Die EU am Scheideweg - was tun? EU-Hauptausschuss diskutiert aktuelle kritische Lage in der EU
Wien (PK) - Die schwierige wirtschaftliche und politische
Situation, in der sich derzeit die Europäische Union befindet,
beherrschte heute auch die Diskussion im EU-Hauptausschuss, der
im Vorfeld des Europäisches Rats am 23./24. Juni 2011 tagte. Die
einzelnen Wortmeldungen machten nicht nur die Sorgen der
Abgeordneten deutlich, sondern auch das Bewusstsein, dass hier
alle Anstrengungen gebündelt werden müssen, um für die
anstehenden Probleme eine langfristige Lösung zu finden, wobei
die einzelnen Fraktionen dazu unterschiedliche Ansätze
präsentierten. Während die Regierungsfraktionen sowie
Bundeskanzler Werner Faymann dafür plädierten, die realistischen
Möglichkeiten in einer Union mit divergierenden Vorstellungen der
einzelnen Mitgliedsstaaten auszuloten und dementsprechende
Schritte zu einer engeren Kooperation zu setzen, traten die
Oppositionsparteien für radikalere Einschnitte ein.
Faymann: Neues Geld, nur wenn Griechenland die Bedingungen
erfüllt
Der Vorschlag zum Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) sei
von den FinanzministerInnen ausverhandelt worden, sagte Faymann,
dieser liege nun vor, wobei er davon ausging, dass in den
kommenden zwei Tagen der Rat keinen Beschluss fassen werde. Den
Rat werde auch das gesamte Legislativpaket zu einer besseren
wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Koordination, das
europäische Semester und der Bankentest beschäftigen. Es gehe um
eine qualitativ nachhaltige Bewertung für das
Wirtschaftswachstum, und dazu gehörten auch Investitionen,
bekräftigte der Bundeskanzler. Selbstverständlich werde auch die
aktuelle Situation in Griechenland einen breiten Raum der
Diskussion einnehmen und die FinanzministerInnen hätten für den
Fall, dass Griechenland den Bedingungen nachkommt, einen neuen
Termin für den ECOFIN vereinbart. Ohne dass Griechenland die
Bedingungen erfüllt, werde es keinerlei weitere Tranchen geben,
betonte Faymann.
Faymann gab zu bedenken, dass es sowohl des Schutzschirms bedürfe
als auch einer neuen Finanzarchitektur. Beides könne nicht
gegeneinander ausgespielt werden. Man müsse die europäische
Realität berücksichtigen, und der Weg bestehe nun in einer
verstärkten Kooperation der Staaten, um die Krise zu bewältigen
und für nachhaltige Stabilität zu sorgen. Er mache sich immer für
eine Finanztransaktionssteuer sowie für eine europäische
Ratingagentur stark, stellte Faymann fest, und fügte hinzu, auch
diese müsse unabhängig sein.
FPÖ: Währungssünder aus dem Euro entlassen
Klubobmann Heinz-Christian Strache (F) sprach sich dafür aus, die
Währungssünder, wie er dies in seinem Antrag auf Stellungnahme
formulierte, aus der Europäischen Währungsunion zu entlassen,
damit sich diese selbst durch Umschuldung, Währungsabwertung und
Neustart mit Entwicklungsoffensiven selbst sanieren können. Die
FPÖ möchte auf alle Fälle die Einführung des Europäischen
Stabilitätsmechanismus (ESM) und die damit einhergehende
Einführung einer Transferunion verhindern. Die dazu notwendige
Änderung des Artikel 136 AEUV müsste nach Auffassung Straches mit
einer Volksabstimmung verbunden werden, da seiner Meinung nach
damit eine grundlegende Änderung der EU-Verträge verbunden ist.
BZÖ für Euro-Kernzone
Auch Klubobmann Josef Bucher (B) legte einen Antrag auf
Stellungnahme vor, in dem sich seine Fraktion für die Schaffung
einer Euro-Kernzone der wirtschaftlich starken Euro-Länder sowie
eine Euro-Light-Zone für andere Mitgliedstaaten ausspricht.
Weiters forderte Bucher einen sofortigen Zahlungsstopp an
Griechenland und wandte sich entschieden gegen die
Implementierung des geplanten permanenten Rettungsschirms ESM.
Grüne wollen Wirtschafts-, Währungs- und Fiskalunion
Die Grünen wiederum treten in ihrem Antrag für die Schaffung
einer ökologisch verantwortlichen Wirtschafts-, Währungs- und
Fiskalunion einerseits und Sozialunion andererseits ein. Nach
Vorstellung der Grünen sollte im Rahmen einer Konferenz eine
breit angelegte Debatte über zukünftige Möglichkeiten der
wirtschaftspolitischen Steuerung Europas nach dem Konventsmodell
organisiert werden, um ein hohes Maß an Partizipation und
demokratischer Legitimität zu gewährleisten. Abgeordneter
Alexander Van der Bellen (G) wiederholte dabei die Forderung nach
Einführung von Euro-Bonds, nach einem geordneten Ent-
beziehungsweise Umschuldungsverfahren von Staaten unter
Beteiligung Privater und nach einer Finanztransaktionssteuer.
Weiters verlangte er den Übergang von Einstimmigkeit zur
qualifizierten Mehrheit in Fragen der Steuerharmonisierung und
die Harmonisierung des Satzes und der Bemessungsgrundlage der
Körperschaftssteuer.
SPÖ und ÖVP: Bessere Koordination und Ausnützung des
Handlungsspielraums
Alle drei Anträge auf Stellungnahme wurden mehrheitlich
abgelehnt. Abgeordneter Wolfgang Schüssel (V) meinte dazu, es
wäre das Schlimmste, jetzt einen Schnitt zu machen, denn dann
wäre das Geld weg. Vielmehr müsse man den Griechen helfen, eine
innere Abwertung und Privatisierungen durchzuführen. Schüssel
plädierte auch dafür, im Zuge eines neuen Modells der
Regionalförderung Griechenland Wachstumsimpulse zu geben. Auch
Klubobmann Josef Cap (S) sah derzeit keine andere Möglichkeit,
als den bestehenden Handlungsspielraum auszuloten, um die
Griechenland-Krise in den Griff zu bekommen. Die von der
Opposition vorgeschlagenen Maßnahmen hielt er für unrealistisch.
Vor allem würde seiner Meinung nach die Einführung einer
Hartwährungszone handelspolitische Nachteile für diese Länder
bedeuten. Eine Pleite Griechenlands würde ungeheure indirekte
Folgekosten nach sich ziehen, warnte Abgeordneter Kai Jan Krainer
(S), die weit über den direkten Kosten liegen.
Was den Vorschlag der Grünen zu einer Fiskalunion betrifft,
meinte Bundeskanzler Werner Faymann, auch in den USA habe der
Finanzminister kein völliges Durchgriffsrecht. Abgeordneter
Wolfgang Schüssel (V) befürchtete in diesem Zusammenhang, dass
man dann eine europäische Zentralregierung hätte und die
nationalen Parlamente zu Regionalparlamenten verkommen würden.
Das Hoheitsrecht der Parlamente über die Budgets sei ein
zentrales Recht, die Verantwortlichkeit gegenüber den BürgerInnen
müsse weiter gewährleistet sein, konstatierte er. Ebenso sprach
sich Klubobmann Karlheinz Kopf (V) gegen eine Fiskalunion aus, da
die Steuerstruktur die sozial- gesellschafts- und
wirtschaftspolitische Struktur der einzelnen Mitgliedsstaaten
widerspiegle und daher eine Fiskalunion sich für Österreich
nachteilig auswirken würde.
Im Hinblick auf die Beteiligung Privater erinnerte Schüssel an
die Wiener Initiative des Jahres 2009, die sehr erfolgreich
gewesen ist. Bundeskanzler Werner Faymann ergänzte, dass aufgrund
der derzeitigen Konstruktion der Anleihen Private nicht gezwungen
werden können, im Nachhinein mitzuwirken, das ginge nur
freiwillig.
Die Diskussion
Abgeordnete Christine Muttonen (S) ortete in der aktuellen
Situation eine Auseinandersetzung der Politik mit den
neoliberalen Märkten. Diese Herausforderung müsse Europa
bewältigen, um es zu bewahren, denn die EU habe Österreich viel
gebracht und sei ein Friedensprojekt. Eine stabile Europäische
Gemeinschaft ist für Muttonen der Schlüssel für die Wahrung und
Weiterentwicklung des sozialen Projekts. Es seien daher neue
Rahmenbedingungen wie die Finanztransaktionssteuer, Maßnahmen zur
Krisenprävention und die Errichtung einer Europäischen
Ratingagentur längst überfällig, sagte Muttonen.
Die Notwendigkeit, den unterschiedlichen politischen und
wirtschaftlichen Entwicklungsstand der EU-Länder im Interesse des
Wohlstands und der Stabilität auszugleichen, wurde insbesondere
von Klubobmann Josef Cap (S) hervorgehoben. Das Konstrukt der EU
sei immer auf eine Transferunion ausgerichtet gewesen, um die
wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Cap kritisierte
gleichzeitig die bisherige EU Politik des ungeregelten freien
Marktes scharf. Leider wollten einige so weiter machen wie
bisher, bedauerte er, und gab zu bedenken, dass man derzeit vor
einem Diktat der Ratingagenturen und der ungeregelten Märkte
stehe. Cap mahnte mehrmals eine realistische Politik ein.
Den Ausführungen Muttonens und Caps hielt Abgeordneter Wolfgang
Schüssel (V) entgegen, dass die griechische Verschuldung nichts
mit neoliberalen Märkten zu tun habe, sondern mit der
Verschuldung im eigenen Land. Klubobmann Karlheinz Kopf (V)
begrüßte den Versuch, Private an der Sanierung zu beteiligen und
sprach sich für eine wirtschaftspolitische Steuerung aus, um
makroökonomische Ungleichgewichte zu beseitigen. Das Problem sah
er insbesondere in der Verfasstheit und Stabilität der
öffentlichen Haushalte in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Sein
Klubkollege Abgeordneter Martin Bartenstein (V) hielt der
Opposition entgegen, niemand habe bisher den Stein der Weisen
gefunden. Eine Zweiteilung Europas wäre der Anfang vom Ende der
Union, Griechenland in die Pleite zu schicken, hätte unabsehbare
Folgen.
Der Freiheitliche Klubobmann Heinz-Christian Strache (F) lehnte
den Plan zu einem Europäischen Stabilitätsmechanismus entschieden
ab, da dies seiner Meinung nach zu einer europäischen
Transferunion führen würde, die den ursprünglichen vertraglichen
Bedingungen widerspreche. Strache sprach von einer falschen
Weichenstellung und warnte vor einem "Milliardengrab". Die
Leistungsträger würden nicht nur für in Schwierigkeiten geratene
Mitgliedsstaaten sondern in erster Linie auch für Gläubiger und
Banken zahlen, wozu er keine Zustimmung geben könne, denn damit
wären auch gravierende Einschnitte im österreichischen Sozial-
und Pensionssystem verbunden. Griechenland habe nie die
Bedingungen für den Euro erfüllt und deshalb sollte das Land auch
den Euroraum verlassen, forderte Strache.
Der Argumentation der Regierungsparteien, realistische Schritte
zu setzen, widersprach Abgeordneter Johannes Hübner (F) heftig.
Nicht die Opposition betreibe Realitätsverweigerung, sondern die
Regierung, sagte er, und es sei notwendig, jetzt einen Schnitt zu
machen, der schmerzvoller sei, als hätte man ihn vor einem Jahr
durchgeführt. Warte man noch länger, würden die Belastungen weit
größer. Der geplante EMS bestehe aus einer reinen "Zombie-
Ökonomie", denn woher sollte etwa das hochverschuldete Spanien
das Geld aufbringen, um seinen Anteil von 12 Prozent an den 700
Mrd. Euro zu leisten, fragte er. Die geplanten Maßnahmen stellen
für ihn erste Schritte zu einer europäischen Finanzregierung dar,
was das Ende der Demokratie auf nationaler Ebene bedeuten würde.
Hübner forderte von der Regierung mehr Ehrlichkeit ein.
Auch die Grünen vermissten im Zusammenhang mit der Position der
Regierung zu den EU-Plänen ausreichende Information. Die
Abgeordneten Alexander Van der Bellen und Werner Kogler (beide G)
wiesen auf den Zusammenhang zwischen dem Europäischen
Stabilitätsmechanismus und der Änderung des Artikel 136 AEUV hin,
wofür man im heimischen Parlament eine Zweidrittelmehrheit
benötige. Die Zustimmung der Grünen sei ohne ausreichende
Information und Diskussion nicht möglich. "Die Union steht auf
dem Spiel", sagte Abgeordneter Alexander Van der Bellen, wie man
damit im Parlament umgehe, sei "unerträglich", denn der ESM sei
keine Bagatelle.
Van der Bellen begrüßte ausdrücklich, dass sich die EU Gedanken
über einen europäischen Währungsfonds macht, der jedoch von
Binnenkräften rekrutiert werde und daher nicht neutral sein könne
wie der IWF. Der G-Mandatar urgierte daher klare Regelungen, die
er jedoch vermisste. Er kritisierte auch scharf die schwammigen
Formulierungen über die Beteiligung Privater und befürchtete,
dass die Bestimmungen des Artikel 12 in dieser Form nicht
exekutierbar seien. Die Privaten würden sich noch schneller
absetzen, als sie das jetzt schon tun, bemerkte er. Eine
Währungsunion ohne politische Union und ohne Fiskalunion sei ein
Experiment, das es noch nicht gegeben habe, betonte Van der
Bellen und ließ seine diesbezüglichen Zweifel erkennen. Man
brauche eine/n europäischen FinanzministerIn, denn das so
genannte Six-Pack und das europäische Semester seien nur ein
Hilfskonstrukt, weil es keine gemeinsame Finanzpolitik gebe.
Abgeordneter Werner Kogler (G) machte sich einmal mehr für ein
Verfahren für eine geordnete Entschuldung stark und bekräftigte
im Hinblick auf die Kritik am Antrag der Grünen, man könne es
nicht tolerieren, dass die Regierung nur mit Sachzwängen
argumentiert.
Auch das BZÖ bemängelte, dass die verantwortlichen PolitikerInnen
vielfach nicht die Wahrheit gesagt und mit verursacht hätten,
dass die Zahl der Skeptiker steigt. Er ortete daher eine
politische Krise und bezweifelte, dass die RegierungschefInnen
diese in den Griff bekommen, was sich dann natürlich auch negativ
auf die Finanzmärkte und Menschen auswirke. Das Geldkarussell
müsse gestoppt werden, forderte Bucher, denn das Konstrukt könnte
nicht funktionieren, wenn nur die SteuerzahlerInnen einspringen
müssen und die Geldvermehrung nichts mehr mit der realen
Wirtschaft zu tun hat. Das BZÖ wolle den Euro erhalten,
bekräftigte Bucher und warnte vor einem Dominoeffekt, sollte man
das relativ kleine Problem Griechenland nicht bewältigen.
Der Plan, Private einzubeziehen, ist laut Bucher viel zu spät
gekommen, denn jetzt setze eine Fluchtbewegung der Banken ein.
Man müsse daher jetzt dringend über einen Plan B nachdenken und
dieser könnte eine Zweiteilung der Euro-Zonen bedeuten, meinte
Bucher, indem er darauf hinwies, dass starke Volkswirtschaften
wie etwa Schweden derzeit gar nicht beabsichtigten, den Euro zu
übernehmen, während schwache Staaten in die Euro-Zone
hineindrängten.
Bucher forderte den Bundeskanzler auf, dessen Zustimmung zum ESM
von der Einführung der Finanztransaktionssteuer abhängig zu
machen. Wie zuvor Abgeordneter Alexander Van der Bellen konnte
auch Abgeordneter Ewald Stadler (B) den Formulierungen wie
"anstreben, ermutigen" im Zusammenhang mit der Beteiligung
Privater nichts abgewinnen und nannte diese "lachhaft".
Allgemeine Zustimmung zu Abschluss der Vertragsverhandlungen mit
Kroatien
Neben dem zentralen Themen zur aktuellen wirtschaftlichen
Situation in Europa wird der europäische Rat auch außenpolitische
Themen behandeln.
Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger informierte
die Abgeordneten darüber, dass die intensiven
Beitrittsverhandlungen mit Kroatien Ende Juni abgeschlossen
werden können und Ende des Jahres mit der Vertragsunterzeichnung
gerechnet werde. Den Beitritt Kroatiens hielt Spindelegger für
Mitte 2013 möglich. Diese Entwicklung trage zu einer
Deblockierung bei und führe zur weiteren Annäherung anderer
Staaten des Balkans an die EU wie Serbien, Montenegro und
Mazedonien.
Diese Entwicklung wurde allgemein begrüßt, konkret von
Abgeordnetem Wolfgang Schüssel (V), der von einer vernünftigen
Strategie auch im Hinblick auf die Befriedung der Region sprach.
Abgeordneter Martin Bartenstein (V) erinnerte daran, dass die
Initiative auf die ehemalige Außenministerin Ursula Plassnik
zurückgegangen ist. Auch Klubobmann Heinz-Christian Strache (F)
nannte den Abschluss der Verhandlungen als einen positiven
Prozess, äußerte jedoch Sorge wegen dem Kernkraftwerk Krsko. Dazu
erläuterte Spindelegger, dass dieses Kraftwerk, an dem Kroatien
beteiligt sei, in Slowenien liege und daher auch dem Stresstest
unterzogen werde.
Große Sorge um Situation im Mittelmeerraum
Die Abgeordneten gingen mit großer Sorge kurz auch auf die
Situation in Nordafrika ein. Außenminister Spindelegger betonte,
dass sich das bisherige Modell der mediterranen Partnerschaft
überlebt habe und gemäß des neuen Konzepts nun jedes Land für
sich in einer Partnerschaft mit der EU gesehen werde. Die
wirtschaftliche Öffnung werde aber mit Fragen der Menschenrechte
und Demokratieentwicklung verknüpft. Dem schloss sich
Abgeordneter Wolfgang Schüssel (V) an und plädierte dafür, die
Instrumente für die Entwicklung der nordafrikanischen Region
sinnvoll einzusetzen. Abgeordneter Christine Muttonen (S)
gegenüber versicherte der Außenminister, dass in den Programmen
auch die Förderung von Frauen einen wesentlichen Punkt darstelle.
Bedenken äußerte Abgeordneter Schüssel (V) auch wegen der
explosionsartigen Steigerung der Nahrungsmittelpreise und wies
darauf hin, dass die Bevölkerung schneller wachse als die
Lebensmittelproduktion. Daher sollte sich die EU dieses Themas
unbedingt annehmen. Abgeordneter Kai Jan Krainer (S) sah den
Grund dafür auch in der Tatsache, dass immer mehr
landwirtschaftliche Flächen dazu verwendet werden, Produkte für
die Energieerzeugung anzubauen.
Als eine Katastrophe bezeichnete Abgeordneter Wolfgang Schüssel
(V) die Lage in Syrien und forderte, an dieses Land die gleichen
Maßstäbe anzulegen wie an Libyen. Der Rücktritts Assads müsse ein
Thema sein, bekräftige er. Bundesminister Spindelegger
erläuterte, dass sich die EU strengere Wirtschaftssanktionen
vorbehalte.
Donauraum-Strategie von allen begrüßt
Zufrieden zeigten sich die Abgeordneten darüber, dass es beim
kommenden europäischen Rat einen Beschluss zur Donauraum-
Strategie geben wird, für die Österreich maßgebliche Impulse
gegeben hat. Damit werde man konkrete Projekte im Rahmen einer
makroregionalen Strategie fördern können und eine Weichenstellung
für die Regionalpolitik vornehmen, betonte Spindelegger. Von den
insgesamt elf Prioritätsbereichen würden drei von Österreich
geführt, wobei diese die Schifffahrt, die Förderung von
Humanressourcen und die Stärkung der institutionellen Kapazität
betreffen. Dabei seien das Sozialministerium und die Stadt Wien
federführend eingebunden. (Schluss)
Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: [email protected], Internet: http://www.parlament.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NPA






