- 11.06.2011, 09:56:05
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Blecha: Statt Krankjammern des staatlichen Pensionssystems, Schluss mit Zwangespensionierungen bei Banken und Versicherungen
Keine staatlichen Prämien mehr für neue private Vorsorgeprodukte
Wien (OTS/SK) - Das staatliche, umlagenfinanzierte Pensionssystem
in Österreich ist sicher. "Es hat sich in der Finanz- und
Wirtschaftskrise als einziges bewährt", betonte
Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha in einer Reaktion auf die
"Auftragsstudie" der Wirtschaftskammer über die Meinung junger
Menschen über das Pensionssystems. Die privaten, kapitalgedeckten
Pensionskassen-Systeme hätten dagegen weltweit dramatische Verluste
erlitten, so Blecha weiter. "Allein dieser Vergleich zeigt klar die
Vorteile des staatlichen Pensionssystems", erklärte der PVÖ-Präsident
am Samstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****
"Die zweite und dritte Säule sind kollabiert, die 'Säulenmärchen'
von Schüssel uns Grasser zusammengebrochen. 1,5 Millionen private
Pensions-Vorsorger und 700.000 Betriebskassen-Vorsorger wurden
getäuscht", sagte Blecha. "Aber wir lassen die Betroffenen nicht im
regen stehen", versichert Blecha. Daher brauche es eine Novelle zum
Betriebspensionskassengesetz und eine sofortige Neuregelung der
privaten Pensionsvorsorge.
Dass die jungen Menschen heute wenig Vertrauen in das staatliche
Pensionssystem hätten, liege vor allem am "jahrelangen Kaputtreden
durch selbsternannte Experten, den Banken und Versicherungen, denen
es nur um ihr Geschäft geht und um politisches Kleingeldwechseln",
kritisierte Blecha.
Keine staatliche Prämie für neue Privatvorsorge-Produkte
Der PVÖ-Präsident habe nichts dagegen, dass die, die es sich leisten
können, für das Alter vorsorgen. "Was mich stört ist, dass der Staat
dazu eine Prämie zahlt, die bei den Menschen nie ankommt, sondern von
den Banken und Versicherungen für Verwaltung und Werbung aufgewendet
werden", sagte Blecha. Dazu kämen noch die instabilen Aktienmärkte.
"Und schon wird aus der vielgepriesenen privaten Pensionsvorsorge
eine reine Abzocke und eine Minusvorsorge durch die Banken und
Versicherungen", warnte Blecha. Wenn die Menschen statt einer
privaten Pensionsvorsorge ein Sparbuch angelegt hätten, hätten sie
nicht die teils uneinholbaren Verluste, so Blecha. "Ich fordere
daher, dass es bei neuen Privatvorsorge-Produkten keinen staatlichen
Zuschuss mehr gibt, denn das ist hinausgeschmissenes Geld. Seit 2003
wurden 500 Millionen Euro dafür aufgewendet", betonte Blecha.
Vertrauen in staatliches Pensionssystem stärken
Der Pensionistenverbands-Präsident sprach sich für eine Stärkung des
staatlichen Pensionssystems aus und zeigte sich erfreut darüber, dass
dies auch die Bundesregierung in ihrer Klausur am Semmering
beschlossen habe. Der Pensionistenverband hat zu diesem Zweck auch
den "Dialog der Generationen" ins Leben gerufen. "Wir diskutieren mit
den Jungen, denn wir wollen, dass auch sie eine Pension bekommen, von
der sie leben können. Deshalb ist die Wertsicherung der Pensionen
auch so wichtig: Denn wer die Pensionen der heutigen Pensionisten
kürzt, kürzt sie damit auch für die künftigen Pensionisten", so
Blecha.
Höheres Pensionsantrittsalter notwendig
Blecha spricht sich außerdem für ein höheres Pensionsantrittsalter
aus: "Da könnten z.B. die Banken und Versicherungen Vorbild sein.
Stattdessen schicken sie reihenweise ihre älteren Beschäftigen ab 50
mit Golden-Handshakes in Pension." Das führe zwangsweise zu einem
niedrigeren Pensionsantrittsalter, sagte Blecha. "Und dann sind es
die gleichen Banken und Versicherungen, die das staatliche
Pensionssystem krankjammern, obwohl sie selbst mit zu den Urhebern
des niedrigen Pensionsantrittsalters gehören", kritisierte Blecha.
Der PVÖ-Präsident fordert daher: "Schluss mit den
Zwangspensionierungen."
Frühpensions-Monitoring rasch einführen
Blecha will "sehr rasch" ein Frühpensions-Monitoring einführen.
Damit sollen die Ursachen der Frühpensionierung, die Begründungen,
Befundungen, das Alter der Betroffenen, die Art der Erwerbstätigkeit,
die Firmenbranche bzw. Firmengröße und die Region des Betriebes
erfasst werden. Die Ergebnisse des Frühpensionsmonitorings sollen
quartalsweise veröffentlicht und daraus weitergehende Maßnahmen und
Strategien gegen das zu frühe Pensionsantrittsalter abgeleitet
werden, "die dazu führen müssen, dass die Menschen gesund länger
arbeiten können", so Blecha. (Schluss) sc/up/mp
Veranstaltungshinweis:
DIENSTAG, 14. Juni 2011, 18.00 Uhr:
"Dialog der Generationen" mit PVÖ-Präsident Karl Blecha,
SJ-Vorsitzenden Wolfgang Moitzi und JG-Landesvorsitzender Katharina
Kucharowits (Musikcafé Egon, Fuhrmanngasse 15, 3100 St. Pölten).
Rückfragehinweis:
Andy Wohlmuth, Pensionistenverband Österreichs, Tel.: 0664-48 36 138
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