- 04.06.2011, 13:04:51
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ÖGB-Oberhauser: Anerkennung von Qualifikationen muss breiter angelegt sein
Höhere Durchlässigkeit im heimischen Bildunsgsystem ist Maßnahme zur Integration
Wien (OTS/ÖGB) - Für ÖGB-Vizepräsidentin Dr. Sabine Oberhauser
sind die heute bekannt gewordenen Pläne von Wissenschaftsminister
Töchterle und Integrationsstaatssekrtär Kurz erste Schritte, die
allerdings nicht weit genug gehen: "Die Anerkennung von in anderen
Ländern erworbenen Bildungsabschlüssen ist ohne Zweifel ein wichtiger
Schritt zur Integration von Menschen, ich bezweifle allerdings, ob
ausgerechnet Architketen, Steuerberater, Anwälte oder Ärzte die
Gruppe sind, auf die wir uns als erstes konzentrieren sollten", sagt
Oberhauser.++++
"Auch der ÖGB fordert die raschere Anerkennung von im Ausland
erworbenen Bildungsabschlüssen", sagt Oberhauser. "Andernfalls würden
Qualifikationen von Menschen, die hier leben, brach liegen, und das
wirkt sich auf deren Einkommen aus. Unsere Priorität liegt aber nicht
bei akademischen Ausbildungen, denn gerade bei Ärzten, Architekten
und dergleichen aus Drittstaaten dürfte Integration das geringste
Problem sein." Der Integrationsstaatssekretär müsse im Bereich der
Bildung vielmehr im Inland Hausaufgaben erledigen, was die
Integration betrifft. "Die Erhöhung der Durchlässigkeit in heimischen
Bildungssystem ist eine Maßnahme, die gerade zur Integration viel
beitragen könnte", sagt Oberhauser.
"Wir wissen, dass Jugendliche mit migrantischem Hintergrund viel
öfter die duale Berufsausbildung wählen als akademische Ausbildungen.
Das ist gut, denn es gibt sehr viele gute Lehrberufe. Allerdings wird
derzeit der Wechsel von einer Lehre in eine berufsbildende höhere
Schule erschwert, weil die Lehrjahre nicht in vollem Umfang und
facheinschlägig angerechnet werden - und umgekehrt. Hier muss es
rasch Maßnahmen geben, die diesen unnötigen Schranken beseitigen",
fordert Oberhasesr.
Für die Anerkennung von Qualifikationen, die in anderen Ländern
erworben wurden, seien sie nun akademische oder andere, wären
einheitliche Verfahren und Standards sinnvoll, die den in Österreich
geltenden Berufsbildern und Ausbildungsnormen entsprechen und die in
einer einheitlichen Behörde angesiedelt seien, so Oberhauser. Dass
die Behördern, wie das Töchterle und Kurz offenbar planen, im Zuge
der Anerkennung von Qualifikationen individuelle
Zusatzqualifikationen einfordern könnten, sieht Oberhauser mit
Skepsis. "Klar ist, dass Menschen, die hier arbeiten und leben
wollen, Deutsch können müssen, und das wollen Zugewanderte ja. Aber
wenn es um die Anerkennung von Bildungsabschlüssen geht, dann soll
das davon getrennt werden."
Rückfragehinweis:
Nani Kauer, MA ÖGB-Presse (01) 53 444 39261 0664 6145 915 www.oegb.at www.bildunggehtweiter.at
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