- 21.05.2011, 12:08:38
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Bruno-Kreisky-Preis - Prammer betont Stellenwert politischer Bildung im Kampf für Menschenrechte
Verleihung des 14. Bruno-Kreisky-Preises für Verdienste um die Menschenrechte an ASPIS, ESRA, HEMAYAT, West-Eastern Divan Orchestra und Maestro Daniel Barenboim
Wien (OTS/SK) - Nationalratspräsidentin Barbara Prammer betonte
bei der Verleihung des 14. Bruno Kreisky Preises für Verdienste um
die Menschenrechte am Freitagabend den Stellenwert politischer
Bildung im Kampf für Menschenrechte. "Mittlerweile wünschen sich in
Österreich 20 Prozent statt der Demokratie einen starken Führer",
warnte Prammer bezugnehmend auf eine Studie und betonte den Wert von
Toleranz und der Notwendigkeit von Wissen darüber, wozu Intoleranz
und Hetze führen können. Die ausgezeichneten Organisationen hätten,
so Prammer, mit ihrer Arbeit zu einem harmonischen Miteinander
beigetragen und starke Zeichen für Toleranz und Frieden gesetzt. ****
Die Nationalratspräsidentin lobte "das Leitmotiv der
Grenzüberschreitung nationaler Konfliktlinien mit Mitteln der
gegenseitigen kulturellen Auseinandersetzung und Akzeptanz", das beim
West-Eastern Divan Orchestra und Maestro Daniel Barenboim seit der
gemeinsamen Gründung mit dem bereits verstorbenen
Literaturwissenschafter Edward Said im Mittelpunkt stehe. "Der von
musikalischer Exzellenz geprägte Klangkörper des West-Eastern Divan
Orchestra bringt junge Musikerinnen und Musiker aus Ägypten, Israel,
Jordanien, Syrien, Tunesien und Andalusien zusammen", so Prammer.
Damit werde ein Beitrag zur gemeinsamen Wertschätzung und Anerkennung
geleistet und der Dialog gefördert. Das Projekt stehe damit in der
besten Tradition Bruno Kreiskys, der immer wieder bestrebt war,
mittels Initiativen zu direkten Gesprächen Frieden in den Nahen Osten
zu bringen.
Die ebenfalls ausgezeichnete Einrichtung "ASPIS" ist eine unabhängige
Stelle an der Universität Klagenfurt, die Hilfe für durch
Gewalterfahrung traumatisierte Menschen bietet, insbesondere für
Überlebende und Folteropfer des Nazi-Terrors aber auch für jüngere
Vertriebene. Die Preisträger betonten die Wichtigkeit, "gegen
Rechtsradikalismus, gegen Rassismus und Intoleranz anzukämpfen" und
thematisierten ihre schwierige Situation in Kärnten, wo sie auch
keine Subventionen bekämen. Zudem warnten sie vor der Ausbreitung
rechtsextremer Parteien in Europa.
Der Verein ESRA bietet Überlebenden der NS-Verfolgung und deren
Nachkommen umfassende Hilfe an und unterstützt jüdische Migranten,
die in den letzten Jahrzehnten nach Österreich zugewandert sind bei
ihrem Integrationsprozess. Es wurden über 1.500 Menschen behandelt,
die den Holocaust überlebt haben und noch immer an den Spätfolgen der
Shoah leiden. "Traumatisierte brauchen gesellschaftliche Anerkennung
und Akzeptanz", so David Vyssoki von ESRA. Diese Anerkennung musste
erst erkämpft werden.
HEMAYAT hat sich in Wien als Zentrum für medizinische, psychologische
und psychotherapeutische Betreuung von Folteropfern und
Kriegsüberlebenden etabliert. Der Verein versucht Flüchtlinge in
ihrem Exilland wieder aufzubauen. Oft komme es zu furchtbaren
Abschiebungen, da Traumatisierten die Erinnerung an erlebtes schwer
fällt und den Betroffenen im Asylverfahren nicht geglaubt werde, so
Friedrun Huemer, die als Vertreterin des Vereins sprach. (Schluss)
pep/sv
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Tel.: 01/53427-275
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