- 12.05.2011, 11:32:31
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Schuldenreport 2011: Bildungsnachteile und niedrige Einkommen ausschlaggebend für Überschuldung
Schuldenberatungen kritisieren Reformstau und fordern besseren Zugang zum Privatkonkurs und Entlastung von Arbeitgebern als Drittschuldner.
Linz (OTS) - Über 52.000 Personen mit Schuldenproblemen wurden
auch im Jahr 2010 von einer der 10 staatlich anerkannten
Schuldenberatungseinrichtungen in Österreich bei der Bewältigung
ihrer Überschuldungssituation unterstützt. Der größte Teil davon
(43%) gibt Einkommensverschlechterungen bzw. Arbeitslosigkeit als
Hauptgrund für die nicht mehr bewältigbaren Schulden an. Statistiken
der Schuldenberatungen zeigen darüber hinaus deutliche Zusammenhänge
zu Bildungsbenachteiligungen. So konnten 35,5% der
SchuldenberatungsklientInnen höchstens einen Pflichtschulabschluss
erreichen, 48% verfügen über ein Einkommen von weniger als 1.000 Euro
im Monat, mehr als ein Viertel der KlientInnen (insgesamt 26,7%)
bleibt zum Leben maximal oder weniger als das Existenzminimum von
monatlich 783 Euro.
"Gerade für diese besonders belastete Personengruppe wäre die
Umsetzung der längst fälligen Reformen im Privatkonkurs dringend
notwendig" fordert Maga. Maria Kemmetmüller, Geschäftsführerin der
Dachorganisation der Schuldenberatungen asb, ein Ende des aktuellen
Reformstaus und appelliert an die neue Justizministerin, den Zugang
zum Privatkonkursverfahren zu verbessern.
Schuldenberatung zeigt Wirkung, das bestätigen neben den täglichen
Erfahrungen der vielen Tausend KlientInnen sowohl ökonomische
Studien, die den volkswirtschaftlichen Nutzen der Schuldenberatung
mit mehreren Millionen Euro beziffern, als auch die mittlerweile mehr
als 10.000 Abschöpfungsverfahren, die von der
Schuldenberatungs-Dachorganisation asb seit 1995 als Treuhänder im
Konkursverfahren abgewickelt wurden.
Umso wichtiger und sinnvoller sei es, neben den notwendigen
Reformen in der Schuldenregulierung das qualitätsvolle Angebot der
Schuldenberatung in allen Bundesländern auf hohem Niveau zu sichern.
Vor allem im Bereich präventiver Tätigkeiten sei dieses sogar noch
auszubauen und beispielsweise durch ein Angebot an Budgetberatung für
Menschen, die noch nicht in Überschuldung geraten sind, zu erweitern,
so Kemmetmüller. "Hier gilt es - ergänzend zu den Förderungen der
öffentlichen Hand, die weiterhin notwendig bleiben - zusätzliche und
neue Finanzierungsmodelle auch unter Einbeziehung der Gläubiger zu
finden."
Dringenden Reformbedarf sehen die Schuldenberatungen auch im
Hinblick auf die Entlastung von Arbeitgebern als Drittschuldner. "Die
derzeitige Regelung ist antiquiert, stellt ein Problem für
Arbeitgeber und ArbeitnehmerInnen dar und führt zu kontraproduktiven
Folgen hinsichtlich der Erwerbsmöglichkeiten von Menschen mit
Schuldenproblemen" kritisiert Kemmetmüller.
Notwendig seien - mit Blick auf die Daten des Schuldenreports 2011 -
auch die von vielen Seiten geforderte Aufhebung von sozialen
Benachteiligungen im Bildungssystem und die Sicherung adäquater
Einkommen aus Löhnen und Sozialleistungen. Nicht zuletzt sei dabei
der Betrag des unpfändbaren Existenzminimums signifikant anzuheben.
Mit dem Zusammenhang zwischen niedrigem Einkommen und
Schuldenproblemen beschäftigen sich die Schuldenberatungen auch auf
der 4. Österreichischen Schuldenberatungstagung, die am 16. und 17.
Juni 2011 in Salzburg stattfinden wird.
Weitere Informationen sowie der Schuldenreport 2011 zum Download
unter www.schuldenberatung.at
Schuldenberatungen in den Bundesländern:
SB Wien, Tel. 01 33 08 735 - Alexander Maly
SB Niederösterreich, Tel.02742 355420-0 -Roswitha Mikusch; Anna Peck
SB Oberösterreich, Tel. 0732 77 55 11 - Thomas Berghuber
SCHULDNERHILFE OÖ, Tel. 0732 77 77 34 - Ferdinand Herndler
SB Salzburg, Tel. 0662 879901, 0676/507 52 00 - Peter Niederreiter
SB Tirol, Tel. 0512 57 76 49 - Thomas Pachl
SB Vorarlberg, Tel. 05574 46 18 5 - Peter Kopf
SB Steiermark, Tel. 0316 37 25 07 - Christof Lösch
SB Kärnten, Tel. 0463 51 56 39 - Karl Kleindl
SB Burgenland, Tel. 02682 600 215-0 - Gabriela Perusich
Rückfragehinweis:
Mag. Maria Kemmetmüller
Tel. 0732-65 65 99, [email protected]
Dr.in Michaela Moser (PR-Büro)
Mobil 0676-544 26 46, [email protected]
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