ÖGB-Foglar: Nach 45 Jahren in Pension gehen zu können, ist nur gerecht
Menschen brauchen alternsgerechte Arbeitsplätze und Planungssicherheit
Wien (OTS/ÖGB) - "Dass man mit 45 Beitragsjahren in Pension gehen
kann, ist nur gerecht für jene Menschen, die ihr Leben lang hart
gearbeitet haben. Mit gutem Grund haben beide Regierungsparteien die
so genannte Hacklerregelung daher bis 2013 verlängert und ab 2014 in
modifizierter Form erhalten, daran soll nicht gerüttelt werden", sagt
ÖGB-Präsident Erich Foglar. Er begrüßt, dass die neue ÖAAB-Obfrau
Johanna Mikl-Leitner in diesem Punkt am Regierungsprogramm festhalten
will.++++
In Richtung diverser Stimmen aus der Wirtschaft, die für ein
vorzeitiges Auslaufen der Langzeitversichertenregelung eintreten, übt
der ÖGB-Präsident allerdings Kritik: "Menschen gehen nicht früher in
Pension, weil sie belohnt werden wollen, sondern weil sie krank sind
und nicht mehr arbeiten können oder ihr Arbeitsplatz
wegrationalisiert wurde." Die Hacklerregelung vorzeitig abzuschaffen
lehne der ÖGB ab, denn das nehme den Menschen jede Chance auf
Planungssicherheit und wäre somit verfassungswidrig. Foglar: "Es gibt
eine vernünftige Übergangsfrist, und die ist einzuhalten."
Langfristig tritt der ÖGB für eine Erhöhung des faktischen
Pensionsantrittsalters ein. Dafür ist eine Reihe von Maßnahmen nötig,
allen voran die Bereitschaft der Arbeitgeber, dafür zu sorgen, dass
Menschen auch im Alter noch alternsgerechte Arbeitsplätze zur
Verfügung haben. "Die Erhöhung des gesetzlichen
Pensionsantrittsalters oder/und Leistungskürzungen lehnt der ÖGB aber
entschieden ab", so Foglar.
"Anstatt die Menschen durch ständige Pensionsdiskussionen und
unverständliche Berechnungen zu verunsichern, muss man das
Pensionssystem ganzheitlich betrachten", sagt Foglar: "Für den ÖGB
steht außer Frage, dass auch in Zukunft der Schwerpunkt der
Alterssicherung beim staatlichen, umlagefinanzierten Pensionssystem
liegt. Die Verluste bei der zweiten und dritten Säule durch die
Finanzkrise haben gezeigt, dass nur das staatliche Pensionssystem in
der Lage ist, für eine verlässliche Alterssicherung zu sorgen."(fk)
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