• 10.05.2011, 10:15:07
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Stresstests: GLOBAL 2000-Expertin bei EU-Energiekommissar Oettinger

UmweltschützerInnen fordern verbindliche, transparente Überprüfung auf alle AKW-Katastrophenszenarien

Wien (OTS) - Morgen am 11. Mai, ein Tag bevor die Nuclear Safety
Regulator Group der EU (ENSREG) die Kriterien und die Durchführung
der umstrittenen Stresstests beschließen möchte, trifft
EU-Energiekommissar Oettinger noch mit NGO-Vertretern zusammen.
Patricia Lorenz, Atomexpertin von GLOBAL 2000, wird in Brüssel dem
EU-Energiekommissar die von GLOBAL 2000 ausgearbeiteten strikten
Kriterien für eine Sicherheitsüberprüfung der europäischen
Atomkraftwerke darlegen. "Die Lehre von Fukushima ist genau die, dass
die bisherigen Annahmen falsch waren. Auch unwahrscheinliche
Szenarien können eintreten. Doch der jetzige Entwurf zu den
Stresstests stellt eine konsequenzlose Selbstüberprüfung der
nationalen Nuklearaufsichten dar, und das nur auf Basis der bisher
schon bekannten Kriterien - da könnte man gleich die
Sicherheitszertifikate vom Copyshop an der Ecke ausdrucken lassen",
warnt Lorenz.

Ztl.: NGOs fordern: Sicherheit vor Atomstromprofit - Oettinger versus
Atomstaaten

Energiekommissar Oettinger kündigte an, seine Unterschrift nicht
unter aufgeweichte 'Stresstests' zu setzen. "Jetzt kommt es darauf
an, dass sich der Energiekommissars durchsetzt und Frankreich und
Großbritannien diese Ankündigung ernst nehmen und sowohl beim Inhalt
der Tests als auch bei der verpflichtenden Durchführung und
Transparenz nachgeben werden. Es wäre vollkommen fahrlässig, auf
alten Studien basierend Persilscheine für die AKW in Europa
auszustellen, wie das die westeuropäische Vereinigung der
Nuklearaufsichten (WENRA) vorgeschlagen hat", so Lorenz. Der
Widerstand der AKW-Betreiberstaaten gegen Sicherheitsüberprüfung der
alternden Reaktoren auf Flugzeugabsturz, menschliches Versagen und
andere Katastrophen darf nicht akzeptiert werden. 48 Reaktoren in der
EU sind älter als 30 Jahre, mehrere über 40 Jahre alt. "Die Alterung
hat als Faktum in die Überprüfung inkludiert zu werden und die
Erdbebenauslegungen der AKW sind neu zu überprüfen. Sicherheit muss
vor Profit durch Atomstrom gehen", so Lorenz.

GLOBAL 2000 begrüßt den Vorschlag der EU-Kommission, aus
NuklearexpertInnen verschiedener Mitgliedsstaaten zusammengestellte
Teams in alle Atomkraftwerke zu entsenden, auch die nicht-nuklearen
Länder wie Österreich sollen eingebunden werden. Dieser Vorschlag
entspricht teilweise einem der Punkte, die der GLOBAL
2000-Kriterienkatalog direkt nach den Fukushima-Katastrophen empfahl.
Nicht minder wichtig ist absolute Transparenz durch die Einbindung
von NGOs und unabhängigen WissenschaftlerInnen, die Veröffentlichung
aller Unterlagen in Internet und nachvollziehbare Diskussion der
Untersuchungsergebnisse.

GLOBAL 2000 fordert zur Reduzierung des atomaren Risikos bereits vor
den Überprüfungen eine sofortige Abschaltung aller
Hochrisiko-Reaktoren, die Mindest-Sicherheitsanforderungen nicht
erfüllen: www.atomausstieg.at.

Die 'GLOBAL 2000-Stresstestkriterien' und die 'FoE Europe/GLOBAL 2000
comments on "Stress test" specifications proposal by the WENRA Task
Force 21 April 2011'finden Sie unter:
http://www.global2000.at/site/de/nachrichten/atom/stresstest/pressart
icle-atom22.htm

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Jens Karg/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at

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