- 06.05.2011, 12:43:18
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MA 49-KV-Runde: Angebot der Arbeitgeber ist schlechter Scherz
PRO-GE Karner: Stadt Wien sind Land- und ForstarbeiterInnen und qualitative Arbeit offenbar nicht viel Wert - Angebot deckt nicht einmal Inflation ab
Wien (OTS/ÖGB) - Auch nach drei Kollektivvertragsverhandlungen für
die Forst-, Säge- und LandarbeiterInnen der Gemeinde Wien (MA 49)
konnte kein Abschluss erzielt werden. "Das Angebot einer Lohnerhöhung
von 1,5 Prozent bei einer durchschnittlichen Inflationsrate der
letzten zwölf Monate von 2,1 Prozent ist ein schlechter Scherz. Die
Arbeitgeber drücken damit anscheinend ihre Geringschätzung für die
ArbeiterInnen und die qualitativ hochwertige Arbeit für den Wiener
Quellwasserschutz und in Erholungsgebieten, Auen, Wiesen und Wäldern
aus", ist Alois Karner, zuständiger Sekretär der PRO-GE,
verärgert.++++
"Wenn sich eine Seite partout keinen Millimeter bewegen will, ist
das in meinen Augen kein verhandeln", zeigt sich Karner über den
bisherigen Verhandlungsverlauf enttäuscht. Das Argument der
Arbeitgeber: Auch die Beamten und Vertragsbediensteten der Gemeinde
Wien hätten nur eine Lohnerhöhung von 0,85 bis 2,09 Prozent (bei
einer Inflationsrate von 1,4 Prozent) bekommen. "Den Mindestlohn
eines Arbeiters von brutto rund 1.360 bis 1.410 Euro kann man einfach
nicht mit dem Gehalt von Beamten oder Vertragsbediensteten
vergleichen", ist Karner entrüstet. "Außerdem führen die Arbeitgeber
jetzt den guten Abschluss von 2010 als Argument für eine niedrigere
Lohnerhöhung an. So etwas hat es noch nie gegeben", so Karner.
"Die Stadt Wien braucht sich nicht zu fürchten, dass mit einem
gerechten Abschluss plötzlich Reichtum unter den Forst- und
LandarbeiterInnen ausbrechen würde", so Karner und erklärt weiter:
"Die ArbeiterInnen der Gemeinde Wien müssen selbst hohe Aufwendungen
tragen. Fast alle ForstarbeiterInnen stellen die Arbeitsmittel - von
der Säge bis zum Forstschlepper - selbst. Sie müssen das volle Risiko
bei Beschädigung oder Verlust ihrer Motorsägen, Traktoren, Seilwinden
oder ihres Handwerkszeugs tragen. Die erhaltene Pauschale deckt diese
Kosten kaum ab. Sie müssen auch den Treibstoff der Maschinen selber
bezahlen und SaisonarbeiterInnen müssen mit ihrem privaten KFZ in den
Wald fahren", erklärt Karner.
"Die ArbeiterInnen haben mehr verdient. Die Holzpreise sind auf
einem Rekordhoch. Die Arbeit im Wald ist gefährlich, das Risiko
tödlich zu verunglücken ist 30 Mal höher als im Durchschnitt aller
Berufe. Die ArbeiterInnen haben fundiertes Fachwissen und sie müssen
selbst hohe Aufwendungen leisten. Die Stadt Wien sollte das alles mit
einem vernünftigen Angebot honorieren und mit einer spürbaren
Lohnerhöhung zeigen, was ihnen sauberes Wasser, gepflegte Auen,
Wiesen und Wälder in Wien wert sind", fordert Karner.
Rückfragehinweis:
Mag. Barbara Trautendorfer PRO-GE Öffentlichkeitsarbeit Tel: +43 (0) 1 53 444 - 69 264 Mobil: +43 (0)664 61 45 925 Mail: [email protected] www.proge.at
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