• 26.04.2011, 12:48:13
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MedUni Wien erzielt Meilenstein in der Brustkrebsforschung

Wien (OTS) - Klinisches Institut für Pathologie entschlüsselt
Mechanismus der Entstehung von Lymphknoten-Metastasen bei Brustkrebs
und weist positive Wirkung einer chinesischen Heilpflanze nach,
wodurch die Entstehung eines Botenstoffs der Tumorzellen verhindert
werden kann.

"Wir haben herausgefunden, wie sich die Tumorzellen ein Loch in
die Wand von Lymphgefäßen bohren, um in die Lymphknoten in der
Achselhöhle zu gelangen und dort Metastasen zu bilden", erklärt
Institutsvorstand Univ. Prof. Dr. Dontscho Kerjaschki. "Als erster
Schritt gelangen Zellen des Primär-Tumors durch die Verbindungskanäle
der Lymphgefäße in die Lymphknoten. Wir haben entschlüsselt, wie das
geschieht und was man dagegen tun kann."

Die Gruppe um Professor Kerjaschki hat in jahrelanger
Forschungsarbeit erkannt, dass Tumorzellen ein bestimmtes Enzym
(Lipoxygenase) benötigen, um ein bioaktives Abbauprodukt der
Arachidonsäure zu produzieren (12S-HETE). Diese Verbindung veranlasst
die lymphgefäßbildenden Endothelzellen, sich an der Kontaktstelle mit
den Tumorzellen zurückzuziehen. Genau das ebnet den Tumorzellen den
Weg in die Lymphknoten, im Fall von Brustkrebs zuerst in die
Achselhöhle, wo sich dann die Metastasen bilden: Es entsteht eine
Öffnung in der Gefäßwand, durch welche die Tumorzellen eindringen
können. Ausgehend von der genauen mikroskopischen Beobachtung
menschlichen Tumormaterials aus dem Bioarchiv des Klinischen
Instituts für Pathologie wurden diese Befunde auch in Gewebekulturen
und Tumormodellen in Mäusen bestätigt.
Durch genetische Ausschaltung dieser für die Herstellung des
Invasionsfaktors nötige Enzymmaschinerie gelang es der
Forschungsgruppe, das Eindringen in die Lymphgefäße und somit die
Metastasierung in den Lymphknoten zu verhindern.

Chinesische Heilpflanze bekämpft Entstehung des Botenstoffs

Außerdem stellte die Arbeitsgruppe fest, dass eine Substanz aus
der Wurzel einer chinesischen Heilpflanze (Scuttelaria baicalensis)
äußerst wirkungsvoll die Entstehung des Botenstoffes der Tumorzellen
verhindert und damit das Eindringen der Tumorzellen in Lymphgefäße
blockiert. Diese Heilpflanze wird in der traditionellen asiatischen
Medizin bereits seit Jahrhunderten gegen Krebserkrankungen
eingesetzt.

Expertise verschiedener Arbeitsgruppen

Kerjaschki zur interdisziplinären Zusammenarbeit: "Das
Zustandekommen dieser umfassenden Arbeit ist auch ein gutes Beispiel
dafür, wie die in koordinierter und organisierter Weise eingesetzte
unterschiedliche Expertise verschiedener Gruppen zu einem Resultat
führt, das die erste Grundlage für therapeutische Ansätze von
komplexen Erkrankungen ergibt."

Hervorzuheben sind die Beiträge der Arbeitsgruppe Professor
Krupitza aus dem Klinischen Institut für Pathologie, die sich mit der
anti-kanzerogenen Wirkung von Naturstoffen befasst, und der Gruppe
von Professor Veronika Sexl vom Institut für Pharmakologie der MedUni
Wien (nunmehr Veterinärmedizinische Universität Wien).

Die Publikation ist im international angesehenen "Journal of Clinical
Investigation" erschienen:

Lipoxygenase mediates invasion of intrametastatic lymphatic
vessels and propagates lymph node metastasis of human mammary
carcinoma xenografts in mouse
Dontscho Kerjaschki, Zsuzsanna Bago-Horvath, Margaretha Rudas,
Veronika Sexl, Christine Schneckenleithner, Susanne Wolbank, Gregor
Bartel, Sigurd Krieger, Romana Kalt, Brigitte Hantusch, Thomas
Keller, Katalin Nagy-Bojarszky, Nicole Huttary, Ingrid Raab, Karin
Lackner, Katharina Krautgasser, Helga Schachner, Klaus Kaserer,
Sandra Rezar, Sybille Madlener, Caroline Vonach, Agnes Davidovits,
Hitonari Nosaka, Monika Hämmerle, Katharina Viola, Helmut Dolznig,
Martin Schreiber, Alexander Nader, Wolfgang Mikulits, Michael Gnant,
Satoshi Hirakawa, Michael Detmar, Kari Alitalo, Sebastian Nijman,
Felix Offner, Thorsten J. Maier, Dieter Steinhilber and Georg
Krupitza
J Clin Invest. doi:10.1172/JCI44751

Rückfragehinweis:

Mag. Johannes Angerer
   Leiter Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Fundraising
   Medizinische Universität Wien
   Tel.: +43 1 40 160 - 11 501
   Mobil: +43 664 800 16 11 501
   [email protected]
   www.meduniwien.ac.at/publicrelations

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