- 23.04.2011, 09:57:06
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Tag des Buches - Bayr: Bildung als wirksame Prophylaxe gegen Menschhandel
Ende der UN-Alphabetisierungsdekade und 775 Millionen Analphabeten weltweit
Wien (OTS/SK) - Der internationale Tag des Buches am 23. April ist
Anlass für Petra Bayr, entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, auf
die Notwendigkeit der Umsetzung des Millenniumszieles zumindest einer
"Grundschulbildung für alle Kinder" zu pochen. Obwohl die
Analphabetenrate in den vergangenen 15 Jahren zurückgegangen ist,
sind weltweit vor allem die ärmeren Regionen und dort wiederum
besonders die Mädchen vom Bildungsdefizit betroffen. ****
Afrika schneidet dabei in den aktuellen UNESCO-Statistiken besonders
schlecht ab: "70 Prozent aller Menschen, die beispielsweise in
Burkina Faso leben, haben nie in ihrem Leben Lesen oder Schreiben
gelernt. Ihnen eine zweite Chance zu bieten ist das Ziel", als
Beispiel führt die Nationalratsabgeordnete ein nicht-formelles
Berufsbildungszentrum in Banfora, im Südwesten des Landes an, welches
sie vor kurzem besuchte:
"Die Jugendlichen, die dort eine Berufsausbildung in Landwirtschaft
und Viehzucht oder im Bestimmen und Verarbeiten traditioneller
Heilpflanzen bekommen, sind etwa zwischen zwölf und 24 Jahre alt. Sie
lernen, neben Lesen, Schreiben und Rechnen einen Beruf, mit dem sie
später in der Lage sein würden, Geld zu verdienen."
Diese Schule habe aber auch einen "heimlichen Lehrplan" so Bayr
weiter: "Sie ist eine wirksame Waffe gegen Kinder- und
Menschenhandel. Denn gerade in der südwestlichen Grenzregion Burkina
Fasos werden junge Leute unter falschen Versprechungen in die
Nachbarländer gelockt. In Wirklichkeit landen sie als billige
Arbeitskräfte auf den Feldern, wo sie in sklavenähnlichen
Arbeitsverhältnissen ausgebeutet werden und oft keine Chance zur
Flucht haben!"
So hätten die jungen Leute in Banfora auch schon eine klare
Vorstellung, von dem, was sie mit dem Gelernten später erreichen
wollten: "Ich will, dass meine Leute zu qualitativ hochwertiger und
zudem leistbarer Medizin kommen", so eine Schülerin, die gerade eine
Ausbildung zur Drogistin macht. Und ein junger Mann: "Ich will in
mein Dorf neue Pflanzen bringen, mit denen man am Markt mehr Geld
erzielen kann als mit Hirse und Mais."
"Vielleicht ein Fortschritt der nur schwer messbar ist, aber dafür
umso spürbarer - Dank der österreichischen Entwicklungshilfe", so
Bayr. (Schluss) sa
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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