• 12.04.2011, 15:59:54
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Kadenbach: Umweltausschuss unterstützt österreichische Position - Jedes Land soll selbst über GVO-Anbau entscheiden können

EU-Parlament will mehr Forschung zu Langzeitfolgen von GVO

Wien (OTS/SK) - Heute, Dienstag, wurde im Umweltausschuss des
Europäischen Parlaments über das Selbstbestimmungsrecht der
Nationalstaaten beim Anbau von gentechnisch veränderten Organismen
abgestimmt. "Das Ergebnis entspricht der Position Österreichs: Jeder
Staat soll zukünftig selbst über den Anbau entscheiden können", so
die EU-Abgeordnete Karin Kadenbach am Dienstag gegenüber dem
SPÖ-Pressedienst. Bereits bisher sei Österreich ein Vorbild, was das
Anbauverbot von GVOs (Gentechnisch veränderte Organismen) betreffe,
mit dem Votum im Umweltausschuss, das noch durch das Plenum bestätigt
werden muss, werde die österreichische Haltung unterstützt und helfe
auch, diese im zuständigen EU-Ministerrat mit Nachdruck zu vertreten.
*****

Bisher konnte damit argumentiert werden, dass das nationale
Anbauverbot von GVOs den Regeln der WTO widerspreche, das
EU-Parlament hat nun einen ersten Schritt zur Etablierung eines
rechtlichen Rahmens gemacht, der auch innerhalb der Europäischen
Union Autonomie in dieser Frage garantiert. "Wir haben heute ein
starkes Zeichen in Richtung eines sorgfältigeren Umgangs mit
gentechnisch veränderten Organismen gesetzt. Es bleibt zu hoffen,
dass viele andere europäische Staaten dem österreichischen Beispiel
folgen", unterstreicht Kadenbach. Ebenso wichtig sei die Forderung
des Umweltausschusses, in Studien mehr über die langfristigen
gesundheitlichen Auswirkungen des Verzehrs von gentechnisch
veränderten Lebensmitteln zu investieren. "Obwohl wir nur über ein
rudimentäres Wissen verfügen, wird in vielen Staaten der Anbau von
gentechnisch veränderten Pflanzen zugelassen. Es ist daher notwendig,
die Forschung voranzutreiben, um die Folgen abschätzen zu können",
sagt die Europaparlamentarierin.

GAP nach 2013 muss auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sein

In einer weiteren Abstimmung haben sich die Mitglieder des
Umweltausschusses dafür ausgesprochen, dass die Gemeinsame
Agrarpolitik (GAP) nach 2013 darauf ausgerichtet sein muss,
Nachhaltigkeit zu fördern und das Potenzial der Ökosysteme
effizienter zu nutzen. Kadenbach, Verfasserin der Stellungnahme,
betont: "Die Gemeinsame Agrarpolitik muss in der Lage sein,
ökologische Herausforderungen wie Klimawandel, Erschöpfung der
Ressourcen, Wasserverschmutzung und Bodenerosion zu bewältigen."
Bedauerlich sei jedoch, dass in der Frage der GAP nach 2013 kein
Konsens bezüglich der Förderung von Landwirten, die GVOs anbauen,
erzielt werden konnte. "Ein Großteil der Konsumentinnen und
Konsumenten lehnt den GVO-Anbau ab. Es ist daher nicht vertretbar,
dass mit Steuermitteln jene Bauern gefördert werden, die Gentechnik
forcieren", so die EU-Abgeordnete, die darauf verweist, dass im
Ausschuss für einen derartigen Förderungsstopp keine Mehrheit erzielt
werden konnte. (Schluss) bj/mp

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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