- 05.04.2011, 13:07:45
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Regner: Gewalt gegen Frauen - Europa muss handeln
Mehr Initiativen gegen Mobbing und Belästigung am Arbeitsplatz gefordert
Wien (OTS/SK) - Ein wichtiges Zeichen gegen Gewalt an Frauen hat
heute, Dienstag, das Europäische Parlament gesetzt. Mit
überwältigender Mehrheit wurde eine Entschließung angenommen, die
eine neue, umfassende politische Strategie gegen geschlechtsbezogene
Gewalt fordert. "Obwohl seit Jahren darauf aufmerksam gemacht wird,
ist es noch nicht gelungen, dieser Form der Kriminalität Einhalt zu
gebieten. Es ist höchst an der Zeit, dass die Europäische Union ihre
Verantwortung wahrnimmt und die erforderlichen Rechtsvorschriften
einführt", unterstreicht die SPÖ-EU-Abgeordnete Evelyn Regner am
Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. *****
Gewalt gegen Frauen - auch in der Ehe oder Partnerschaft - müsse
endlich in allen Mitgliedstaaten eine automatische Strafverfolgung
nach sich ziehen, in diesem Zusammenhang sei jedwede Berufung auf
kulturelle, traditionelle oder religiöse Praktiken zurückzuweisen,
unterstreicht Regner. Sie verweist darauf, dass es derzeit schwierig
sei, das tatsächliche Ausmaß des Problems von Gewalt zu ermessen,
deshalb fordert der Bericht die Länder der EU auf, eine
diesbezügliche Jahresstatistik zu erstellen. Ebenso werde von den
EU-Parlamentariern eine bessere Schulung für Beamte, hier vor allem
für Polizei und Richterschaft, verlangt, die mit Opfern von sexueller
Gewalt in Berührung kommen.
"Oftmals unbeachtet bleiben die wirtschaftlichen Auswirkungen von
Gewalt gegen Frauen. Schätzungen gehen von einem jährlichen
volkswirtschaftlichen Schaden von 33 Milliarden Euro aus", so Regner.
Studien hätten darüber hinaus belegt, dass Männer, die von den
Auswirkungen der Wirtschaftskrise negativ betroffen waren, eher dazu
neigen, sich gewalttätig gegenüber Frauen zu verhalten. "Ein
gerechtes Sozialsystem, dass das Armutsrisiko vermindert, kann dazu
beitragen, Verbrechen zu vermeiden", betont die
Europaparlamentarierin.
Eine Schwachstelle des heute abgestimmten Berichts sei, dass Mobbing
und Gewalt am Arbeitsplatz zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt werde.
Dabei, so Regner, habe sich der Kampf um die Arbeitsplätze in den
letzten Jahren verstärkt, dies wirke sich auch in den Betrieben aus.
Vor allem Mütter und schwangere Frauen seien zunehmend von Mobbing
betroffen. "Hier gilt es, die Öffentlichkeit mehr zu sensibilisieren
und auf die schwerwiegenden Folgen von Mobbing aufmerksam zu machen",
sagt Regner. Sie hat deshalb im Februar, gemeinsam mit den
EU-Abgeordneten Ulrike Lunacek (Grüne) und Angelika Werthmann
(fraktionslos), eine Schriftliche Erklärung eingebracht, in der ein
Europäischer Aktionstag gegen Mobbing und Belästigung am Arbeitsplatz
gefordert wird. (Schluss) bj/ele
Rückfragehinweis: Sabine Weinberger, SPÖ-EU-Delegation, Tel.: 0043 1
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