Matznetter: KMU brauchen gesicherte Bankfinanzierung
Gefahr lauert oft in alternativen Finanzierungsformen: Wer zahlt schafft an
Wien (OTS/SK) - "Unsere heimischen Klein- und Mittelbetriebe
müssen sich endlich auf eine gesicherte Finanzierung durch Banken
verlassen können", forderte SPÖ-Wirtschaftssprecher und Präsident des
Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes, Christoph Matznetter,
heute, Montag. Die Wirtschaft entwickle sich heuer positiv, die KMU
müssen den Aufschwung jetzt nützen, um wieder zu investieren. "Dafür
brauchen sie allerdings Kredite, andernfalls können sie das
Wachstumspotential nicht nützen. Die Schaffung von Mikrokrediten zum
Beispiel steht längst an", so Matznetter, der darauf hinwies, dass
der Aufschwung durch fehlende Finanzierung einen "nicht notwendigen
Dämpfer" erfährt. Skeptisch zeigte sich der SPÖ-Wirtschaftssprecher
in Bezug auf alternative Finanzierungsformen als Ersatz.
Die Gefahr bei alternativen Finanzierungsformen sehe er, Matznetter,
besonders in der Einflussnahme durch Dritte auf die Geschäftsführung.
"Der Unternehmer ist dann nicht mehr Herr im eigenen Haus, sondern
steht unter externen Einflüssen", erklärte Matznetter. Die Financiers
sollen bei ihrem Geschäft bleiben, nämlich dem Finanzieren, und nicht
in die Geschäftsführung eingreifen. "Und die Unternehmer müssen sich
bewusst sein, wenn ein Fremder mit Eigenkapital einsteigt, schafft er
auch an", gab der SWV-Präsident zu bedenken.
Auswirkungen von Basel III kritisch beobachten
Nicht nur alternative Finanzierungsformen, sondern auch Basel III
stelle die Unternehmen vor große Herausforderungen in
Finanzierungsfragen. Er stimme mit WKÖ-Leitl in diesem Punkt überein
und unterstütze einen kritischen Beobachtungsprozess durch die Kammer
auf die Auswirkungen von Basel III. Darum sei es umso notwendiger,
gezielte Maßnahmen zu setzen, um die Unternehmen zu unterstützen und
damit das heimische Wirtschaftswachstum zu fördern, betonte
Matznetter, der daran erinnerte, dass die heimische Wirtschaft zu 90
Prozent aus Klein- und Mittelbetrieben besteht.
"Die Kleinsten unserer Wirtschaftslandschaft haben sich als besonders
krisenfest erwiesen. In diesem Bereich wurden die meisten Mitarbeiter
behalten und die Unternehmen durch die Krise durch getragen", machte
Matznetter deutlich. Hier nun entsprechend zu fördern, sei mehr als
gerecht, sagte Matznetter abschließend. (Schluss) sc/ah
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