- 31.03.2011, 11:09:27
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Gelungene Arbeitsmarktpolitik geht auf Mitgestaltung durch ArbeitnehmerInnenvertretung zurück
Tumpel und Kaske: AMS arbeitet erfolgreich, aber Neuausrichtung für mehr Qualität
Wien (OTS/vida/ÖGB/AK) - An die 180 VertreterInnen der
Arbeitnehmerseite, die in Gremien des Arbeitsmarktservice (AMS)
mitwirken, kommen heute in Wien zu einem Vernetzungstreffen zusammen.
Das AMS wurde vor etwas mehr als 15 Jahren aus der unmittelbaren
Bundesverwaltung ausgegliedert und besteht aus einer Bundes-, neun
Landes- und 99 Regionalorganisationen. Auf all diesen Ebenen
gestalten die Sozialpartner die Arbeitsmarktpolitik mit. "Das AMS ist
eine der erfolgreichsten öffentlichen Arbeitsvermittlungen in der EU.
Daran haben die Sozialpartner, allen voran die
ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen, entscheidenden Anteil. Zugleich
müssen wir daran arbeiten, dass das AMS bei der Arbeitsvermittlung
und Arbeitsmarktförderung künftig stärker auf Qualitätskriterien
achtet", erklärten AK-Präsident Herbert Tumpel sowie
ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske bei der
Eröffnung des Vernetzungstreffens. ++++
"Die im europäischen Vergleich relativ niedrigen Arbeitslosenzahlen
zeigen, dass die ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen in der
österreichischen Arbeitsmarktpolitik eine entscheidende Rolle
spielen", erinnerte Kaske an das Kurzarbeitsmodell und weitere
Maßnahmen, die zur Bewältigung der Wirtschaftskrise getroffen wurden.
Auch die Ausbildungsgarantie für Jugendliche und das Gesetz gegen
Lohn- und Sozialdumping, das heute im Nationalrat beschlossen wird,
gehen auf die Mitgestaltung der Arbeitnehmerseite zurück. "Ab dem 1.
Mai ist der österreichische Arbeitsmarkt auch für Menschen aus den
meisten neuen EU-Staaten offen. Das dürfen Unternehmen nicht
ausnützen und Löhne unter dem Kollektivvertrag zahlen. Lohnsünder
gehören gestoppt. Das schützt die Kolleginnen und Kollegen, die noch
zu uns kommen werden und das hilft allen Kolleginnen und Kollegen,
die bereits hier arbeiten", sagt Tumpel.
Mehr Mut zur Qualität - auf Bedürfnisse der Arbeit Suchenden eingehen
Für die künftige Ausrichtung des AMS sei es wichtig, mehr auf die
individuellen Bedürfnisse der Arbeit Suchenden einzugehen. "Wir
wollen keine Vermittlung nur um des Vermittelns willen, die dann nur
zu kurzer Beschäftigungsdauer führt. Die Arbeit Suchenden brauchen
maßgeschneiderte Kurse statt massenhaft zugekaufter Kurzmaßnahmen und
Unterstützung beim Finden passender Arbeitsplätze", sagt Kaske.
Deshalb sei auch die Ausrichtung des AMS, Stellen vor allem im
Niedriglohnsegment und bei Leiharbeitsfirmen zu akquirieren, zu
hinterfragen. "Das AMS muss auch vermehrt qualifiziertere Jobangebote
vermitteln", fordert Tumpel.
Neuregelung des Saisoniermodells stärkt AMS-Regionalbeiräte
Aufgrund der bevorstehenden Öffnung des Arbeitsmarktes für die
Beschäftigten aus acht osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten laufen die
bisherigen Saisonierregelungen aus. Saisoniers, die von 2006 bis 2010
alljährlich in derselben Branche mindestens vier Monate beschäftigt
waren, können sich künftig als "Stammsaisoniers" registrieren lassen.
Für diese Stammsaisoniers wird es Beschäftigungsbewilligungen ohne
Arbeitsmarktprüfung geben mit einer Geltungsdauer von durchgehend
maximal sechs Monate. Bei der Entscheidung, ob darüber hinaus in
einem Restkontingent neu angeworbene Saisoniers zugelassen werden,
kommt den AMS-Regionalbeiräten eine entscheidende Rolle zu. "Neu
angeworbene Saisoniers, die noch nie in Österreich beschäftigt waren,
dürfen nur mit einhelliger Befürwortung des Regionalbeirates
bewilligt werden. Das ist richtig so, denn die ExpertInnen vor Ort
wissen am besten, ob tatsächlich ein Mangel herrscht", begrüßte Kaske
die geplante Neuregelung.
Die ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen werden auch in Zukunft eine
entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Arbeitsmarktpolitik
spielen. "Das österreichweite Vernetzungstreffen der
ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen wird in Zukunft regelmäßig
stattfinden", kündigten Kaske und Tumpel an.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation Thomas Angerer Tel.: +43-1 501 65-2578 [email protected] http://wien.arbeiterkammer.at vida-Öffentlichkeitsarbeit Martina Fassler Tel: 0664/614 57 32 [email protected] www.vida.at
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