- 31.03.2011, 10:43:42
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FPÖ-Unterreiner: Bilderschwund in Museen muss Konsequenzen haben
600 verliehene Bilder und Objekte nicht mehr auffindbar
Wien (OTS) - Nach den ungeheuerlichen Ergebnissen der
Rechnungshofprüfung, die sich mit der Verleihpraxis von Sammlungsgut
durch Landesmuseen in den Jahren 2007 bis 2009 befasst habe, forderte
die freiheitliche Kultursprecherin NAbg. Mag. Heidemarie Unterreiner
umgehend Konsequenzen. "Es kann nicht sein, dass 600 wertvolle
Objekte und Bilder einfach aus den Museen verschwinden, ohne dass
dies irgendwelche Reaktionen nach sich zieht", so Unterreiner, die
eine umfassende Untersuchung forderte.
Insgesamt seien von den geprüften vier Landesmuseen mehr als 6000
Objekte zur Ausschmückung von Amtsräumen, Büros, Pfarren,
Krankenzimmern und Hörsälen verliehen worden. Rund 600 dieser Objekte
seien bei der Rechnungshofprüfung nicht auffindbar gewesen, fasste
Unterreiner diesen unglaublich sorglosen Umgang mit Kulturgut
zusammen. Da es sehr unwahrscheinlich sei, dass sich diese Objekte
und Bilder in Luft aufgelöst hätten, könne davon ausgegangen werden,
so Unterreiner, dass diese Objekte den ein oder anderen "private
Liebhaber" gefunden hätten. Damit, so Unterreiner, könne es sich um
ein Offizialdelikt - Diebstahl und/oder Unterschlagung - handeln und
dieses müsse somit von der Exekutive untersucht werden.
Schließlich handle es sich um wertvolle Bilder und Objekte, die nicht
von ungefähr ins Museum gelangt wären, so Unterreiner. "Bei den
Objekten, die mittels Verleihschein ausgeborgt wurden, gibt es
jemanden, der dafür unterschrieben hat und daher auch für das
Leihobjekt verantwortlich ist", so Unterreiner, die den Ermittlern
empfahl bei diesem Personenkreis vorstellig zu werden. Bei den
Objekten, die ohne Verleihschein aus der Hand gegeben worden seien,
sieht Unterreiner hingegen die Verantwortung beim Verleiher, der hier
offenbar grob fahrlässig gehandelt habe und daher auch zur
Verantwortung gezogen werden müsse.
Die Bevölkerung habe jedenfalls ein Recht darauf zu erfahren, welche
Werte der Allgemeinheit durch die sorglose Verleihpraxis
verlorengegangen seien, wer die Leihnehmer gewesen seien und wer die
Verantwortung für die aufgedeckten Missstände trage, so Unterreiner,
die diese Machenschaften aufgedeckt wissen will.
Weiters müssten eine Fülle von Maßnahmen in Angriff genommen werden,
um in Zukunft solchen Ungeheuerlichkeiten einen Riegel vorzuschieben,
forderte Unterreiner. So müsse eine systematische und wiederkehrende
Überprüfung des Sammelgutes stattfinden. Auch müssten die
Versicherungskosten vom Leihnehmer getragen werden und nicht von den
Museen. Unabdingbar sei auch der Abschluss von Leihverträgen, betonte
Unterreiner, die kritisierte, dass in allen vier Landesmuseen
systematische Überprüfungen des Sammelgutes fehlten und es keinerlei
Berichte über Standortkontrollen gebe.
"Die Empfehlungen des Rechnungshofes müssen ernst genommen werden und
es muss ein einheitliches Versicherungs- und Leihsystem etabliert
werden", forderte Unterreiner abschließend.
Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub Tel.: 01/ 40 110 - 7012 mailto:[email protected] http://www.fpoe-parlamentsklub.at http://www.fpoe.at
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