- 26.03.2011, 10:51:42
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GLOBAL 2000: Fukushima-Freisetzung erreicht Tschernobyl-Freisetzung
Zweite Cäsium-Fallout-Wolke trifft die Welt - UmweltschützerInnen fordern: Hochrisikotechnologie jetzt endgültig abschalten!
Wien (OTS) - Die Zentralanstalt für Meterologie und Geodynamik
(ZAMG) geht 14 Tage nach Beginn der Katastrophe im AKW Fukushima von
einer Gesamtfreisetzung aus, die der Gesamtfreisetzung von
radioaktivem Cäsium und Jod aus der Reaktorkatastrophe von
Tschernobyl vor 25 Jahren entspricht. "Die Gesamtfreisetzung von
radioaktivem Cäsium aus dem Tschernobyl-Super-GAU entsprach 85
Petabequerel - jetzt wurden in Fukushima täglich Werte zwischen 5 und
50 Petabequerel Cäsium137 gemessen sowie 100 Petabequerel des schnell
zerfallenden Jod131. Was sich hier also in 15 Tagen seit Beginn der
Katastrophe an radioaktivem Cäsium summiert hat, ist bereits so hoch
wie die Freisetzung von Tschernobyl oder übertrifft diese sogar",
kommentiert Reinhard Uhrig, Anti-Atom-Experte von GLOBAL 2000 die von
der ZAMG angegebenen Daten. "Bisher kam es zu keiner Freisetzung von
Plutonium. Eine Freisetzung von Plutoninum, wie bei der
Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, würde das Ausmaß der
Nuklearkatastrophe von Fukushima noch dramatisch verschlimmern", sagt
Uhrig.
Von den 1986 freigesetzten 85 Petabequerel entfielen 1,8 Petabequerel
auf Österreich. "Heute, 25 Jahre nach Tschernobyl, ist immer noch
mehr als die Hälfte der radioaktiven Cäsium-Zerfälle zu messen,
Lebensmittel in Teilen Europas müssen immer noch gesperrt werden -
und jetzt trifft schon die nächste Fallout-Wolke die Welt", so Uhrig.
Ztl.: Keine Untergrenze für Gesundheitsfolgen radioaktiver Strahlung
Zwar wird durch die großräumige Verteilung des radioaktiven Dampfes
eine geringere Konzentration an radioaktiven Substanzen erreicht,
aber man weiß aus den nuklearmedizinischen Untersuchungen nach der
Tschernobyl-Katastrophe, dass jeder zusätzliche Eintrag von
Radioaktivität in die Umwelt statistisch gesehen zu zusätzlichen
Krebserkrankungen und zu zusätzlichen Todesopfern führt. "Diese
Non-linear Threshold Hypothesis ist seit langem etabliert und auch
anschaulich verständlich: Jede radioaktive Strahlenquelle kann, auch
wenn sie noch so gering ist, an der falschen Stelle wie z. B. im
Knochenmark verheerende Wirkung entfalten", erklärt Uhrig.
Noch dazu sind die Strahlendosen lokal besorgniserregend hoch: In
einer begrenzten Zone in der Nähe der vier havarierten Reaktoren kann
eine Effektivdosis von 10 Millisievert (mSV) pro Stunde gemessen
werden - gegenüber dem Normalwert von 0,0001 mSV pro Stunde eine 100
000-Fache Erhöhung, die auf ein Jahr bezogen rechnerisch 87 600 mSV
ergäbe - ein Normalwert für Österreich entspricht 1 mSV pro Jahr.
"Die Hoffnung ist, dass es den Technikern endlich gelingt, die
Reaktoren unter Kontrolle zu bekommen und dass damit die radioaktive
Freisetzung gestoppt werden kann", sagt Uhrig.
Ztl.: GLOBAL 2000 fordert: Jetzt abschalten!
"Die einzige sichere Lösung für Atomkraftwerke ist: Jetzt abschalten,
zuerst die riskantesten Atomkraftwerke, bis 2020 dann alle weiteren.
Die Zukunft ist energieeffizient und erneuerbar, wir brauchen diese
Wahnsinnstechnologie nicht", so Uhrig. "Die gestern beim
Frühjahrsgipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel
beschlossenen Stresstests sind nichts weiter als eine
Beschwichtigungstrategie. Einen folgenlosen Prozess zu beschließen
ist keine angemessene Antwort auf die Katastrophe von Fukushima. Die
Hochrisikoreaktoren müssen umgehend abgeschaltete werden", fordert
Uhrig.
Status der havarierten vier Reaktoren in Fukushima:
http://www.global2000.at/site/de/wissen/atom/unfaelle/article-fukushi
ma1.htm
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Jens Karg/Simonne Baur
Tel.: +43 699 1 42000 20/ +43 699 1 42000 23
mailto:[email protected]
www.global2000.at
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