Nationalrat - Kräuter fordert Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und Bevölkerung gegen Atomkraft
Euratom zu "Ausstiegsagentur" machen - Industrie soll Energieverbrauch drosseln
Wien (OTS/SK) - Einen Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und
Zivilgesellschaft gegen Atomkraft forderte SPÖ-Bundesgeschäftsführer
Günther Kräuter am Dienstag bei einer Sondersitzung des Nationalrats
zum Thema "Aktuelle Perspektiven der österreichischen und
europäischen Energiepolitik nach Fukushima". Atomenergie und fossile
Energie seien zugunsten erneuerbarer und umweltfreundlicher Energie
voranzutreiben. ****
Der "atomare Wahnsinn" müsse Konsequenzen haben - politisch,
wirtschaftlich und in der Zivilgesellschaft. "International kann
Österreich Vorreiter in der Energiegewinnung sein, indem es Schluss
mit importierter Atomkraft macht - radikal und ohne doppelten Boden
und Kompromiss", unterstrich Kräuter. Die Atomlobby habe "gigantische
Macht", es gebe weltweit 443 Reaktoren in 30 Ländern, 400 weitere
seien in Planung.
"Innerhalb der EU können wir Euratom neu aufstellen und zu einer
'Ausstiegsagentur' machen", so der SPÖ-Bundesgeschäftsführer, der die
Sicherheit im Zentrum wissen will. "Wir unterstützen auch
Bürgerinitiativen und der Anti-Atom-Aktionsplan, den wir heute
beschlossen haben, ist eine gute Basis für den Ausstieg aus der
Atomkraft", betonte Kräuter. In Richtung ÖVP-Schüssel sagte der
SPÖ-Bundesgeschäftsführer, dass jeder, der eine öffentliche Funktion
innehabe, gut überlegen soll, wofür er lobbyiert. "Wir müssen noch
stärker und entschlossener gegen die 31 Reaktoren rund um Österreich
vorgehen, viele sind in prekärem Zustand. Vordringliches Ziel ist die
Schließung der Reaktoren um Österreich", erklärte Kräuter.
Wirtschaft und Industrie sollen, so Kräuter, ebenfalls einen Beitrag
leisten, indem sie den Energieverbrauch bei der Produktion möglichst
drosseln und nicht nur die Gewinnmaximierung in den Vordergrund
stellen, sagte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer.
"Zivilgesellschaft und Bevölkerung können ihren Beitrag erstens durch
den bewussten Umgang mit Energie und zweitens durch Engagement gegen
Atomkraft mittels Petitionen und Unterschriften leisten", betonte
Kräuter. (Schluss) bj/up
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