- 19.03.2011, 12:37:59
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Bayr zu Int. Tag des Waldes: Agrartreibstoffe nicht nachhaltig
Energiehunger nicht mit Waldvernichtung stillen
Wien (OTS/SK) - Petra Bayr, Bereichssprecherin für Umwelt und
Globale Entwicklung, ist angesichts des Internationalen Tags des
Waldes froh über die derzeitige kritische Diskussion über die
Sinnhaftigkeit der Beimischungsziele von agrarischen Treibstoffen:
"Gut gemeint ist oft das Gegenteil von Gut. Solange nach wie vor
Primär- und Regenwälder abgeholzt werden, um Platz für den Anbau von
Lebensmitteln und Futter zu schaffen - weil auf deren vormaligen
Feldern jetzt Energiepflanzen angebaut werden - greifen
Zertifizierungsmodelle für nachhaltige Anbaumethoden zu kurz. Die
Nutzungsänderung von Flächen ist mit den derzeitigen Kontrollen nicht
erfasst. Das führt dazu, dass ein Liter Agrotreibstoff oft einen
duzendfach höheren CO2-Ausstoß verursacht, als konventioneller
Treibstoff aus Erdöl", kritisiert Bayr die mangelnde Qualität der
europäischen Nachhaltigkeits-Richtlinie für agrarische Treibstoffe.
Diese sei dadurch nicht geeignet Wald wirklich ausreichend zu
schützen, und Nachhaltigkeit in der Produktion von agrarischen
Treibstoffen zu garantieren.****
Der Hype um Agrartreibstoffe ist die absolut falsche Antwort auf das
Problem der Klimaerwärmung, ist sich Bayr auch sicher: "Es geht nicht
an, dass uns jedes Mittel - und sei es auch noch so schlecht - recht
erscheint, nur um unseren Energiehunger zu stillen. Viel mehr müssen
wir an der Erneuerung unserer Herangehensweise an Mobilität arbeiten!
Das Verbrennen von Treibstoff in einem längst nicht mehr modernen
Otto-Motor, mit einem schlechten Wirkungsgrad wird uns immer in der
Abhängigkeit von verbrennbarem Treibstoff halten." Ihrer Meinung nach
gehört Elektromobilität, bei der der Strom aus erneuerbaren
Ressourcen wie Sonne, Wind etc. kommt, die Zukunft.
Dort, wo Elektromotoren momentan noch nicht zum Einsatz kommen können
und auf Mobilität nicht verzichtet werden kann, sollen moderne
agrarische Treibstoffe der zweiten und dritten Generation - bei denen
nicht die Frucht sondern Blätter und Stängel oder biologische Abfälle
verspritet werden, zum Einsatz kommen. "Dafür ist allerdings noch
einiges an Forschung und Entwicklung nötig", so Bayr. "Investitionen
in die Marktreife solcher intelligenten Technologien sind durchaus
sinnvoll und helfen uns sowohl, aktiven Klimaschutz zu betreiben, wie
auch die Existenz der - nicht nur für den Klimaschutz und
Artenreichtum - so wichtigen Urwälder und Regenwälder dieser Erde zu
schützen." (Schluss) up
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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