- 09.03.2011, 16:33:03
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Wirtschaftspolitischer Aschermittwoch 2: Leitl: Duale Ausbildung in Bildungskonzept integrieren
Potenzial von Frauen fördern, Junge nicht frustrieren - Neue Partnerschaft zwischen Wirtschaft und Regierung
Graz, 09. März 2011 (OTS) - Bei seiner heutigen Rede vor über 400
Gästen im Grazer Brauhaus Puntigam anlässlich des
"Wirtschaftspolitischen Aschermittwoch" bezeichnete
Wirtschaftsbund-Präsident Dr. Christoph Leitl die Vernachlässigung
der dualen Ausbildung in der Bildungsdebatte als fünfte "Todsünde"
der Politik. "Duale Bildung kommt nicht vor", so Leitl. "Ich
verlange, dass in einem umfassenden Bildungskonzept auch die duale
Ausbildung enthalten ist. Ich fordere, dass die duale
Ausbildungsschiene den anderen Ausbildungsschienen gleich gestellt
ist", so Leitl. Entscheidend sei beim Bildungskonzept, dass kein
Einheitsbrei gefördert werde und dieses insgesamt
Schülertalente-orientiert und nicht Lehrerdienstrecht-orientiert sei.
Sechste Todsünde - "Unterschätzen des gewaltigen Potenzials der
Frauen": "Eine Quotendiskussion ist das Unwürdigste, was einer
tüchtigen Frau passieren kann", betonte der
Wirtschaftsbund-Präsident. Es gehe auch ohne Quote, so Leitl, der als
Beispiel das Wirtschaftsparlament nannte: Dort seien im Jahr 2000
noch acht Prozent der Wirtschaftsbund-Abgeordneten Frauen gewesen,
mittlerweile seien 28 Prozent der Abgeordneten weiblich - und das
ohne Quote, wie Leitl betonte. Die Wirtschaft verantwortlich zu
machen, sei falsch, so Leitl, der eine bewusstseinsbildende,
fördernde und begleitende Rolle der Wirtschaft allerdings für
notwendig hält. Insgesamt sei hier ein gesellschaftlicher
Aufholbedarf vonnöten. Wichtig sei, das Potenzial der Frauen schon
bei der Berufsberatung und -begleitung zu fördern.
Siebente Todsünde - "Die Jungen frustrieren": Seit längerem sei eine
zunehmende Frustration der Jugendlichen über Politik bemerkbar. Es
sei Enttäuschung über so manche nicht durchgeführte Reform vorhanden,
die letztlich auf Kosten der Jungen gehe, doch eine gemeinsame Stimme
der Jugend sei nicht zu vernehmen. Es sei wichtig, dass sich Ältere
und Jüngere zusammensetzen und eine "Generationenpartnerschaft"
erarbeiten. "Wir dürfen nicht zulassen, dass aus der
Hoffnungsgeneration eine betrogene Generation wird", so der
Präsident.
Zum Abschluss richtete sich Leitl direkt an die Bundesregierung und
regte eine "neue Partnerschaft zwischen der Regierung und der
Wirtschaft" an. Die Wirtschaft sei sich ihrer Verantwortung bewusst
und komme dieser auch entsprechend nach - sie sichere Jobs,
garantiere beruflichen Aus- und Weiterbildung, treibe Innovationen
voran, zahle Steuern und Abgaben und trage gesellschaftliche, soziale
und ökologische Verantwortung. Und sie bekenne sich
selbstverständlich zu ihrer Mitwirkung und ihrer Unterstützung. Im
Gegenzug fordere die Wirtschaft "keine Steuerdiskussion, schon gar
keine Steuererhöhungen, keine Lohnnebenkostenerhöhungen, weniger
Bürokratie, eine effiziente Verwaltung und eine Pflege der
Leistungsträger", so der Wirtschaftsbund-Präsident abschließend.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Wirtschaftsbund, Bundesleitung/Presse
Tel.: +43 (0)1 505 47 96 - 30
mailto:[email protected]
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