• 07.03.2011, 11:31:47
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Armutskonferenz an Bundesländer: Kein Sparen bei Kindern!

Frauentag: Gute Kinderbetreuung hilft gegen Armut. Und nie ist Zukunftsgeld so sinnvoll eingesetzt wie in der Frühförderung.

Wien (OTS) - "Kein Sparen bei Kindern", wendet sich die
Armutskonferenz gegen Bundesländer wie Kärnten oder die Steiermark,
die bei guter Kinderbetreuung sparen wollen. Und in anderen Ländern
wie Niederösterreich, Vorarlberg, Tirol oder Salzburg gibt es noch
viel zu tun.

"Gute Kinderbetreuung hilft. Gegen Armut von Frauen und gegen
Kinderarmut", erinnert die Armutskonferenz anlässlich des morgigen
internationalen Frauentags an die aktuelle Forschungslage.
"Österreich liegt mit seinen Sozialdienstleistungen unter dem
EU-Durchschnitt. Insgesamt entstehen bei Kinderbetreuung
Win-win-Situationen zwischen Familieneinkommen, Arbeitsplätzen,
Frühförderung von Kindern und Entlastung der Eltern. Hier gibt es
viel ungenütztes Potential, das brach liegen gelassen wird.", betont
das österreichische Anti-Armutsnetzwerk, dessen
Mitgliedsorganisationen über 500 000 Hilfesuchende im Jahr
unterstützen.

"Investitionen im frühkindlichen Bereich haben den höchsten pay
off, das höchste return of investment, zahlt sich am meisten aus. Nie
wieder wird man Zukunftsgeld so sinnvoll einsetzen können wie zu
diesem Zeitpunkt. So birgt das Alter zwischen drei und sechs Jahren
große Chancen, sozial benachteiligte Kinder spielerisch und
individuell zu fördern. Eine integrative Pädagogik ist in dieser
Phase ein schützender und stärkender Faktor für das Selbstbewusstsein
der Kinder. Und hilft, die in ihnen angelegten Möglichkeiten zu
entfalten. Das Alter zwischen drei und sechs Jahren ist ein "window
of opportunity", um mit einfachen Maßnahmen etwas gegen die Vererbung
von Armut zu tun. Damit die Talente des Kinds und nicht die Herkunft
der Eltern über die Zukunftschancen der Kinder entscheiden. Wichtig
ist eine integrative Pädagogik, die sowohl mit behinderten Kindern
als auch mit sozial benachteiligten Kids und mit unterschiedlichen
Sprachen so umzugehen weiß, dass alle profitieren.

Soziale Investitionen zahlen sich aus. Budgetkonsolidierung und
Zukunftsinvestitionen sind kein Widerspruch, sondern gemeinsame
Notwendigkeit und Gebot der Stunde.

Wichtige Reformen im föderalen System notwendig

Unausweichlich sind auch Reformen im Dschungel des föderalen
Systems mit seinen neunmal unterschiedlichsten Regelungen, die in
vielen Fällen sachlich nicht begründbar sind. So herrschen
beispielsweise je nach Bundesland, je nach Bezirk, je nach Gemeinde
unterschiedlichste Vollzugspraktiken. Dieselben Fragen stellen sich
in den neun unterschiedlichen Jugendwohlfahrtsgesetzen oder den
neunmal unterschiedlichen Kosten für dieselbe Pflegedienstleistung.

In die Zukunft investieren - Bildung, Schule und Kinderbetreuung

"Es muss europaweit richtig investiert werden und von den
Profiteuren der letzten Jahre, den obersten 10 Prozent, ein
entscheidender Beitrag zu den Krisenkosten einverlangt werden", fasst
die Armutskonferenz zusammen. Das heißt: "In die Zukunft investieren
mit Bildung, Forschung, Kinderbetreuung und Pflege, Konjunktur nicht
abwürgen, Jobs schaffen, Budget konsolidieren, Schwächen des
Sozialstaats korrigieren, seine Stärken optimieren. Wer sozialer
Polarisierung mit all ihren negativen Folgen für die ganze
Gesellschaft gegensteuern will, muss nicht nur für die Stabilisierung
des Finanz- und Bankensektors eintreten, sondern auch für die
Stabilisierung des sozialen Ausgleichs.

Rückfragehinweis:
Die Armutskonferenz.
www.armutskonferenz.at
01/ 409 80 01 oder 0664/ 544 55 54

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