• 07.03.2011, 09:35:44
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ÖGKV : Pflege im 21. Jahrhundert ist weiterhin weiblich dominiert

Wien (OTS) - Der Österreichische Gesundheits- und
Krankenpflegeverband - ÖGKV nimmt den 100. Frauentag zum Anlass, die
nach wie vor weitgehend durch Frauen erbrachten Leistungen im Rahmen
des umfangreichen und großen Praxisfeldes der Pflege zu
verdeutlichen. Nach wie vor sind es in erster Linie Ehefrauen,
Töchter, Schwiegertöchter, Enkeltöchter die für Pflegebedürftige
rundum zu sorgen haben. Dies oft unter schwierigsten Umständen bei
niedrigster Entlohnung, geringer sozialer Absicherung und unter
Umständen sogar verbunden mit dem Verzicht auf die eigene berufliche
Karriere.

Trotz zunehmender Professionalisierung der Pflegeberufe ist die
tatsächliche Leistung im Versorgungssystem noch immer nicht genügend
anerkannt. Anders als vor 100 Jahren sind Pflegefachkräfte heute ein
wesentlicher Faktor des Arbeitsmarktes, selbst in Zeiten der
Wirtschaftskrise gibt es immer noch genügend Pflegefachkräfte. Der
Professionalisierungsprozess dieser Berufsgruppe ist zwar seit
Längerem auch in Österreich in Gang, zu einer wirklichen
Harmonisierung beispielsweise am Ausbildungssektor sind sowohl
national als auch international wesentliche Umsetzungsschritte noch
nicht erfolgt. Darüber hinaus sind leistungsgerechte Entlohnung und
arbeitsrechtliche Standards für Pflegefachkräfte offenkundig nicht
selbstverständlich, wie Medienberichte der letzten Wochen beweisen.
Leistungsverdichtung und unreflektierte Ökonomisierung des
Versorgungssystems werden vorwiegend auf dem Rücken von Pflegekräften
ausgetragen.

"Lohndumping wird sich empfindlich negativ auf die
Versorgungssituation von Pflegebedürftigen und sozial benachteiligten
Gruppen in vielerlei Hinsicht auswirken. Die Defizite des Systems
sind nicht durch die soziale Kompetenz der Pflegeberufe zu
kompensieren", warnt Ursula Frohner, Präsidentin ÖGKV und Vorsitzende
der Österreichischen Pflegekonferenz.

Um den komplexen Aufgaben und steigenden Anforderungen am
Pflegesektor adäquat begegnen zu können, bedarf es dringend einer
Anhebung der Ausbildung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und
Krankenpflege in den tertiären Bildungsbereich, eine damit verbundene
Definition der Fachpflegehandlungsfelder und dementsprechende
Entscheidungskompetenzen im System. Es gilt im 21. Jahrhundert den
professionellen Aspekten der, nach wie vor zu einem großen Anteil von
Frauen ausgeübten Pflegeberufe, mit allen Konsequenzen Rechnung zu
tragen.

Der Einsatz der jungen Frauen von heute für die Gestaltung des
Lebens mit Pflegebedürftigen sowie das Erleben von Krankheit ist hier
von enormer Bedeutung.

Rückfragehinweis:

Ursula Frohner, Präsidentin
   Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband - ÖGKV
   Wilhelminenstraße 91/IIe, 1160 Wien
   Tel.:+43 1/ 478 27 10
   [email protected]
   www.oegkv.at

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