• 05.03.2011, 11:46:14
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Wurm ad Remler: Feminismus mit Fanatismus gleichzusetzen ist politische Unbedarftheit

Ohne feministische Vorkämpferinnen gebe es heute keine weiblichen Politiker

Wien (OTS/SK) - Entsetzt zeigt sich SPÖ-Frauensprecherin Gisela
Wurm über die heutigen Aussagen von Familienstaatssekretärin Remler,
die in einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung Feminismus mit
Fanatismus gleichsetzt. "Es zeugt von politischer Unbedarftheit und
ist gefährliche Geschichtsverdrehung. Ohne feministische
Vorkämpferinnen wären Frauen noch heute an Heim und Herd gebunden und
Frauen in Führungspositionen und weibliche Politiker wären fromme
Wunschträume", so Wurm am Samstag im Gespräch mit dem
SPÖ-Pressedienst. ****

"Feminismus mit Fanatismus gleichzusetzen ist ein Schlag ins Gesicht
all jener Frauen, die sich für das Recht auf Gleichberechtigung stark
gemacht haben, die für ihre Ziele gekämpft und dabei in früheren
Zeiten nicht nur ihre Freiheit, sondern sogar Leib und Leben riskiert
haben, damit es künftigen Generationen von Frauen - zu denen auch
Frau Remler gehört - besser geht", so Wurm. Es sei jenen mutigen,
feministischen Vorkämpferinnen zu verdanken, dass der Mann heute
nicht mehr von Gesetzes wegen das Recht hat über Frau und Kinder zu
bestimmen, dass Frauen arbeiten gehen können, dass Frauen die
Möglichkeit haben ihr Leben selbstbestimmt zu leben.

Auch die neue, einkommensabhängige Kindergeldvariante, deren Erfolg
Remler im heutigen Ö1-Morgenjournal so euphorisch begrüßt hat, sei
ein Erfolg feministischer Vorkämpferinnen. "Der Umsetzung dieser
Kindergeldvariante die eine raschere Rückkehr in den Beruf ermöglicht
und mehr Väter in Karenz bringt, ist ein jahrzehntelanger Kampf gegen
konservative Kräfte vorausgegangen. Frau Remler ruht sich also auf
den Lorbeeren jener Feministinnen aus, die sie in ihrem Interview
beleidigt und kritisiert", so Wurm.

Als "Verhöhnung aller Frauen" bezeichnet Wurm die Tatsache, dass sich
Remler zwar für "Wahlfreiheit" ausspricht, aber gegen die Schaffung
der nötigen Rahmenbedingungen wie z.B. verpflichtende Quoten. "Es ist
die Pflicht der Politik die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass
Frauen die gleichen Chancen haben wie Männer. Solange es nicht
genügend Kinderbetreuungseinrichtungen gibt und solange leitende
Positionen nur mit Männern besetzt sind, die männliche Seilschaften
bilden, solange werden Frauen vor verschlossenen Türen stehen und an
gläserne Decken stoßen", so Wurm, die die Frage in den Raum stellt,
wo Remler eigentlich ihre eigene Rolle sieht. "Eine
Familienstaatssekretärin sollte Barrieren, die zwischen der
Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen, niederreißen und nicht
den Stützpfeiler für veraltete Rollenmuster spielen", so Wurm.

Es gibt empirische Daten, die klar zeigen, dass es ohne Quoten nicht
gehen wird, betont Wurm. Nach jahrelanger Überzeugungsarbeit hätten
nun auch schon Teile der konservativen Kräfte in Österreich und der
EU erkannt, dass die Wirtschaft das Potential der Frauen braucht,
Freiwilligkeit aber keine Verbesserung gebracht hat. "Mit ihrem Nein
zu Quoten stellt sich Remler gegen alle Frauen und stärkt die
gläserne Decke", so Wurm. Und weiter: "Ich empfehle der Frau
Staatssekretärin Nachhilfe in Geschichte, damit sie künftig keine
weiteren verbalen 'Salti Mortali zurück ins letzte Jahrhundert'
tätigt, die Arbeit mutiger Frauen in den Schmutz zieht und sich mit
derartigen Aussagen bis auf die Knochen blamiert." (Schluss) sv/pl

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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