- 03.03.2011, 09:07:04
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100 Jahre Frauentag - Kadenbach: "Medizinische Versorgung muss Bedürfnisse von Frauen stärker berücksichtigen"
SPÖ-Gesundheitspolitikerin im Europäischen Parlament will Angebot verbessern
Wien (OTS/SK) - Zum Internationalen Frauentag am 8. März - der Tag
jährt sich heuer zum 100. Mal - erinnert die SPÖ-Europaabgeordnete
Karin Kadenbach an die Geschlechterunterschiede im medizinischen
Bereich. Die Abgeordnete setzt sich dafür ein, dass die Bedürfnisse
von Frauen bei der medizinischen Versorgung stärker berücksichtigt
werden. "Die Lebenserwartung von Frauen hat sich in diesen 100 Jahren
deutlich verbessert - in Österreich von rund 48 Jahren auf aktuell 83
Jahre. Frauen haben Untersuchungen zufolge oftmals eine bessere
biologische Verfassung und Immunabwehr. Sie führen in der Regel auch
einen weniger riskanten Lebensstil", erklärt Kadenbach am Donnerstag
gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****
Die SPÖ-EU-Abgeordnete macht aber auch darauf aufmerksam, dass
Frauen als Gesundheitsmanagerinnen in der Familie häufig auf sich
selbst vergessen. Kadenbach fordert zu regelmäßigen
Vorsorgeuntersuchungen auf: "Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind
nicht nur beim Partner und den Kindern angesagt. Auch Frauen selbst
sollen bewusst ihre eigene Gesundheit pflegen."
Doch auch die Medizin müsse die unterschiedlichen Bedürfnisse von
Frauen und Männern respektieren und besser darauf eingehen. Als
Beispiel nennt Kadenbach: "Reicht bei Männern ein Belastungs-EKG, um
Durchblutungsstörungen nachzuweisen, ist für Frauen die sogenannte
Spiroergometrie aussagekräftiger. Dabei wird neben der Herzfrequenz
über eine Maske auch die Sauerstoffaufnahme und -sättigung gemessen."
In einem Bericht über den Abbau gesundheitlicher Ungleichheit in der
EU im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und
Lebensmittelsicherheit fordert das Europäische Parlament die
Kommission auch klar dazu auf, sicherzustellen, dass die Verringerung
gesundheitlicher Ungleichheit auch in der zukünftigen Initiative zum
gesunden Altern umfassend berücksichtigt wird. Die Abstimmung im
Plenum erfolgt kommende Woche in Straßburg.
Beim männlichen Arzt würden Frauen leider immer wieder
vorurteilsbehaftet behandelt: So müssten sie im Schnitt doppelt so
oft zum Arzt gehen, damit ihre Symptome ernst genommen werden,
kritisiert die EU-Abgeordnete. "Ihre Beschwerden werden auch eher als
psychosomatisch gedeutet. So diagnostizieren Ärzte bei Frauen eher
psychische Störungen, wie zum Beispiel Depressionen, als bei Männern.
Frauen bekommen auch häufiger Schlaf- oder Schmerzmittel oder
Psychopharmaka verordnet", kritisiert Kadenbach.
Anlässlich des 100. Internationalen Frauentages am 8. März will sie
die nötigen Verbesserungen für Frauen in Erinnerung rufen. In ihrer
Funktion als Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit
und Nahrungsmittelsicherheit des Europäischen Parlaments wird
Kadenbach eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung in ganz
Europa weiter unterstützen. (Schluss) bj/mp
Rückfragehinweis:
Mag. Markus Wolschlager, SPÖ-Delegation im Europäischen Parlament, Tel.: +32 (484) 127 331, E-Mail: [email protected]
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