- 10.02.2011, 11:01:56
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Klubenquete Zukunftsinvestitionen in Umwelt, Bauen und Wohnen
Jetzt müssen nächste Schritte eingeleitet werden
Wien (OTS/ÖGB) - Die Klubenquete "Zukunftsinvestitionen in Umwelt,
Bauen und Wohnen" war mit über 460 TeilnehmerInnen die erfolgreichste
und größte der 2. Republik im Parlament. Nun geht es darum, die
diskutierten Themen aus den Bereichen Umwelt, Bauen und Wohnen durch
die zuständigen Ministerien auch in eine nächste Phase zu bringen.
Nachdem die Förderrichtlinien für den Sanierungsscheck 2011
beschlossen wurden, müssen nächste Schritte eingeleitet werden. Bei
den Förderrichtlinien für den Sanierungsscheck 2012 wäre es sehr
sinnvoll, die "UMWELT + BAUEN"-ExpertInnen bereits im Vorfeld bei der
Erstellung aktiv mit einzubinden. Wichtig ist auch, dass die
Bundesregierung in Ihren nächsten Finanzausgleichsverhandlungen mit
den Ländern die Zweckbindung der Wohnbauförderung wieder herstellt.
Eine Milliarde Euro Wohnbauinvestition schaffen laut
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner immerhin 12.000
Arbeitsplätze für die "Konjunkturlokomotive" Bau. "Auch ein
leistbares Wohnen und bedarfsorientiertes Bauen wird damit gerade für
unsere Jugend auch in Zukunft gesichert", bekräftige
Finanzstaatssekretär Andreas Schieder. Im Hinblick auf die nicht
rosigen WIFO-Prognosen für die Bauwirtschaft mit einem Wachstum von
lediglich 0,7 - 1,0 Prozent bis 2013 sind umweltwirksame
Bauinvestitionen von Bund, Ländern und Gemeinden wichtiger den je.
Anbei kurze Statements zur Enquete und den notwendigen nächsten
wichtigen Schritten aus Sicht der UMWELT+BAUEN-Partner:
Abg. z. NR Josef Muchitsch, Koordinator UMWELT+BAUEN, Gewerkschaft
Bau-Holz
Die Klubenquete am 3. Februar im Parlament war ein sehr deutliches
und wichtiges Signal Richtung Bundesregierung, dass unsere Themen
Umwelt, Bauen und Wohnen in Zukunft viel stärker und intensiver
diskutiert werden müssen. Wichtig ist jetzt, dass die
Regierungsparteien in den nächsten Gesprächen mit den Ländern wieder
eine Zweckbindung der Wohnbauförderung durchsetzen. Immerhin sichern
eine Milliarde Wohnbauinvestitionen rund 12.000 Arbeitsplätze.
Umweltwirksame Bauinvestitionen bedeuten auch notwendige neue Jobs.
Viele Reden nur von so genannten Greenjobs - wir in unseren Branchen
habe diese bereits. Speziell die Baubranchen als Konjunkturlokomotive
haben neue Jobs sehr dringend notwendig.
Mag. Johannes Wahlmüller, Klimasprecher GLOBAL 2000
Thermische Sanierung ist die Klimaschutzmaßnahme mit dem besten
Kosten-Nutzen-Verhältnis. Hier müssen die Anstrengungen deutlich
verstärkt werden um die Sanierungsrate auf 3% Prozent zu heben, denn
nach wie vor liegt die Sanierungsrate in Österreich bei ca. 1 Prozent
pro Jahr. Der Sanierungsscheck ist dabei ein erster Schritt in die
richtige Richtung, aber bei weitem nicht ausreichend: Eine
Aufstockung auf zumindest 300 Mio. Euro ist notwendig, um einen
Sprung vorwärts zu schaffen. Die Politik ist auch aufgefordert sich
bis 2020 ehrgeizigere Ziele zu stecken. So ist in der
Energiestrategie vorgesehen, eine Sanierungsrate von 3 Prozent erst
im Jahr 2020 zu erreichen. Das geht viel zu langsam: Wir können nicht
noch einmal zehn Jahre warten, um ein Ziel zu erreichen, das bereits
vor neun Jahren in der Klimastrategie 2002 verankert wurde.
Dr. Margarete Czerny, Bauexpertin Wirtschaftsforschungsinstitut
Die Klubenquete im Parlament am 3. Februar 2011 war ein Meilenstein
in der Geschichte für eine gelungene Zusammenarbeit um Strategien für
Zukunftsinvestitionen in Österreich zu erarbeiten. Die zahlreiche
Teilnahme der Regierungsmitglieder, Abgeordnete, Vertreter der
Landesregierungen, Verbände, der Wirtschaft und Interessierten zeigt,
dass die Verbesserung unserer Umwelt, Bau-, Wohn- und Lebensqualität
ein zentrales Anliegen unserer Gesellschaft ist. Die Fortsetzung der
Wohnbauförderung wurde von allen als besonders wichtig erachtet. Das
Potential für erneuerbare Energie ist in Österreich sehr groß und
sollte nicht unterschätzt werden. Die Sanierungsrate anzuheben
bedeutet auch mehr Arbeitsplätze und eine Ankurbelung der Wirtschaft.
Die jährlichen 100 Mio. Euro der Sanierungsoffensive (Sanierungscheck
2011) werden als Untergrenze angesehen. Um die Klimaziele tatsächlich
zu erreichen, wäre jedoch eine Anhebung der Sanierungsförderung
zielführend.
BIM Ing. Hans-Werner Frömmel, Bundesinnung Bau
Die Enquete hat zahlreiche Maßnahmen zur Ankurbelung der
Baukonjunktur aufgezeigt: u. a. Zweckbindung der Wohnbauförderung,
fiskalische Anreizmodelle, seniorengerechte Adaptierungen von
Bestandswohnungen, Verbesserung der Kontrollmaßnahmen mit Hinblick
auf 1. Mai 2011. Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Enquete von nun
an regelmäßig stattfindet, um den Austausch zwischen Parlament und
Vertretern der Bauwirtschaft noch mehr zu intensivieren.
Mag. Robert Schmid, Fachverband Steine-Keramik
Unterschiedliche Partner haben mit der Plattform UMWELT+BAUEN der
Politik den Weg gemeinsamer Anstrengungen für Arbeitsplatzsicherung
und Baukonjunktur aufgezeigt. Die Fördermaßnahmen Thermische
Sanierung sind die richtige Konsequenz. Dennoch darf der
Wohnungsneubau und die bewährte Wohnbaufinanzierung nicht vergessen
werden. Die Leistbarkeit des Wohnens einerseits und die Qualität der
Bauwerke und Bausysteme andererseits schaffen jene persönliche und
soziale Sicherheit, für die Österreich bekannt ist. Die Umsetzung
der Gebäuderichtlinie muss so einfach wie möglich erfolgen,
Überregulierungen sollten ausbleiben. Und beim Energie sparen helfen
massive Baustoffe von Anfang an.
Mag. Karl Wurm, Österreichischer Verband gemeinnütziger
Bauvereinigungen
Die Klubenquete für "Zukunftsinvestitionen in Umwelt, Bauen und
Wohnen" war ein voller Erfolg! Das "volle Haus" zeugte von
beeindruckendem Publikumsinteresse und signalisierte den anwesenden
politischen Entscheidungsträgern die vordringliche Bedeutung einer
leistungsstarken Wohnbauförderung und der Wohnungsgemeinnützigkeit
zur Sicherung sozial und ökologisch nachhaltigen Wohnens. Auf die
verdienten Lorbeeren auszuruhen, wäre jetzt aber fehl am Platz. Jetzt
geht es ans Nägel mit Köpfen machen! Abseits von grundsätzlichen
Bekenntnissen der Politik zur Wohnbauförderung und gemeinnütziger
Wohnungswirtschaft braucht es nun konkrete Umsetzungsschritte zur
Stärkung des bewährten Wohnbausystems.
Dr. Josef Schmidinger, Arbeitsforum Österreichischer Bausparkassen
Leistbares Wohnen ist die Grundlage einer stabilen Gesellschaft und
somit ein zentrales Aufgabenfeld für die Politik. Förderungen in
diesem Bereich sind daher klug eingesetztes öffentliches Geld mit
hoher Hebelwirkung. Die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen und die
Investition in eine eigene Wohnung sind langfristig die besten
Sparformen. Die Säulen der österreichischen Wohnbaufinanzierung -
Wohnbauförderung, Gemeinnützige Genossenschaften, Bausparen und
Wohnbaubanken - müssen gesichert und innovativ weiterentwickelt
werden.
Mag. Andreas Oberhuber, Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und
Planen
Das österreichische System der Wohnbaufinanzierung und gemeinnützigen
Wohnungswirtschaft besticht seit Jahrzehnten durch beeindruckende
Erfolge hinsichtlich wirtschafts-, sozial- und umweltpolitischer
Wirkungsweisen. Die parlamentarische Enquete hat vor allem die
Einigkeit von Politik, Wirtschaft und Experten aufgezeigt, mittels
sinnvoller Zukunftsinvestitionen und Nutzung von
Innovationspotenzialen Wachstum zu generieren. Gebot der Stunde ist
Mut zu nachhaltiger Politik!
DI Roger Hackstock, Verband Austria Solar
Die Klubenquete hat eindeutig gezeigt, dass Bauen, Sanieren und
Erneuerbare Energie gesellschaftliche Kernthemen sind. Um die
Kyotoziele zu erreichen muss bei der Raumwärme angesetzt werden, hier
liegen bis 2020 die grössten Potenziale. Aufgabe der Politik ist es,
sich mit den Vorschlägen der Enquete ernsthaft auseinander zu setzen
und deren Umsetzung einzuleiten. Beim Ausbau der Erneuerbaren Energie
für Raumwärme hat Solarwärme das größtes Potenzial. Mit einem
Investitionsimpuls für Erneuerbare Wärme mittels eines 300 Millionen
Euro Sanierungsschecks muss dieser Ausbau wirksam vorangetrieben
werden. Zur Senkung des Förderbedarfes sind bau- und
energietechnische Vorschriften zu erlassen, wohnrechtliche Änderungen
müssen Sanierungsinvestitionen erleichtern. Damit wird die
internationale Positionierung Österreichs als Wirtschaftsstandort für
Erneuerbare Energie und damit auch der Export gestärkt.
Mag. Franz Roland Jany, Gemeinschaft der Dämmstoffindustrie
Die Klubenquete im Parlament hat nicht nur buchstäblich den Rahmen
gesprengt - das Parlament war bis auf den letzten Platz besetzt -,
sondern hat vor allem auch die herausragende Bedeutung des
Zukunftsthemas "Umwelt, Bauen und Wohnen" aufgezeigt. Einerseits war
diese Veranstaltung also ein wichtiges Signal an die Politik , in
den Schlüsselthemen weitere notwendige Schritte zu setzen wie die
Wiedereinführung der Zweckwidmung der Wohnbauförderung und die
Erhöhung der Sanierungsrate auf drei Prozent. Andererseits war die
Enquete aber auch ein Zeichen für die Bereitschaft der Politik an die
Initiative "Umwelt+Bauen", Partner sowie an alle Österreicher, den
Kernzielen noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken und gemeinsam die
Zukunftsthemen umzusetzen - für die Umwelt, die Wirtschaft und vor
allem für die Gesellschaft bzw. für die Zukunft unserer Kinder.
Mag. Michael Steibl, Verband Industrieller Bauunternehmungen
Die neue Förderoffensive bei der thermischen Sanierung ist ein
wichtiger und richtiger Schritt zur Erreichung der Klimaschutz-Ziele.
Bedauerlich ist allerdings, dass die Budgetmittel dafür durch
Umschichtungen aus anderen Umweltbudgets, insbesondere der
Siedlungswasserwirtschaft und der Altlastensanierung, aufgebracht
werden. Generell fehlt eine umfassende und langfristige
Finanzierungsperspektive unter Berücksichtigung aller relevanten
Umweltinvestitionen.
Nachhaltigkeitsinitiative UMWELT + BAUEN:
Die Nachhaltigkeitsinitiative UMWELT + BAUEN wurde im März 2010 durch
die Baupaktpartner (Gewerkschaft Bau-Holz, Bundesinnung Bau,
Fachverband Steine-Keramik und Global 2000) ins Leben gerufen.
Mittlerweile sind insgesamt 15 Institutionen aus den Bereichen
Umwelt, Bauen und Wohnen mit an "Bord". Nähere Infos zu UMWELT +
BAUEN: www.umwelt-bauen.at
Rückfragehinweis:
Thomas Trabi, Gewerkschaft Bau-Holz
0664/614 55 17, [email protected]
Sämtliche Kontaktdaten zu den UMWELT + BAUEN-Partner finden Sie auf der Internetseite
Von UMWELT + BAUEN www.umwelt-bauen.at (Navigationspunkt Partner der Initiative)
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