Mölzer: EU darf islamistische Gefahr in Nordafrika und Nahost nicht verharmlosen
Säkulare Staaten wie Tunesien und Ägypten sind im Aufruhr, während streng islamische Länder wie der Iran ruhig bleiben - Demokratie könnte nur kurzes Zwischenspiel sein
Wien (OTS) - Außer mit inhaltsleeren Floskeln habe weder gestrige
EU-Außenministerrat noch die EU-Außenvertreterin Catherine Ashton auf
die Ereignisse in Tunesien und nun in Ägypten reagiert, kritisierte
der freiheitliche Delegationsleiter im Europäischen Parlament,
Andreas Mölzer. "Natürlich ist Gewalt zu vermeiden und natürlich wäre
es wünschenswert, wenn die Menschen in Tunesien, Ägypten oder anderen
Ländern in der Region künftig ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen
könnten. Allerdings - und dafür gibt es genügend Warnzeichen - könnte
die Demokratie nur ein kurzes Zwischenspiel sein", erklärte Mölzer.
Insbesondere dürfe, so der freiheitliche EU-Mandatar, die nach wie
vor bestehende islamistische Gefahr nicht aus den Augen gelassen
werden. "In Ägypten etwa verfügt die islamisch-fundamentalistische
Moslembruderschaft nicht nur über sehr gute Strukturen, sondern
genießt aufgrund ihres vordergründig sozialen Engagements auch den
Rückhalt in breiten Teilen der Bevölkerung. Und in Tunesien ist der
Islamistenführer Rached Ghannouchi aus dem Exil in seine Heimat
zurückkehrt, wo er sich nun mit ganzer Kraft dem Aufbau einer
radikal-islamischen Bewegung widmen wird", stellte Mölzer, der auch
Mitglied des auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments ist,
fest.
Vor allem könne, worauf der freiheitliche Europa-Abgeordnete hinwies,
die Stunde der Islamisten schlagen, wenn die Hoffnung der Menschen in
die Demokratie enttäuscht werden, was sehr schnell geschehen könne.
"Die Folge wäre dann ein Flächenbrand im Nahen Osten und in
Nordafrika, der die islamische Revolution im Iran in den Schatten
stellen könnte. Die EU ist daher gut beraten, sich mit diesem
Szenario zu befassen", forderte Mölzer.
Schließlich hob der freiheitliche Europaparlamentarier hervor, dass
es Protestbewegung nur in Staaten wie Ägypten, Tunesien oder
Jordanien gebe, die säkular seien. "In Saudi-Arabien und im Iran
dagegen, zwei Länder, die sich streng nach islamischen Vorschriften
richten, ist hingegen die Lage ruhig. Das ist ein weiterer Beleg,
dass in der Region der Islamismus stärker verwurzelt ist als es
Europa wahrhaben will", schloss Mölzer.
Tel.: 01/ 40 110 - 7012
presse-parlamentsklub@fpoe.at
http://www.fpoe-parlamentsklub.at
http://www.fpoe.at













