- 13.01.2011, 10:40:28
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Österreichischer Schienenverkehr: Fakten und Zahlen Gemeinwirtschaftlicher Leistungsbericht des BMVIT für 2009
Wien (PK) - Die Bundesministerin für Verkehr, Innovation und
Technologie (BMVIT), Doris Bures, hat dem Nationalrat den Bericht
über die im Jahr 2009 durch den Bund bei den ÖBB sowie den
Privatbahnen bestellten gemeinwirtschaftlichen Leistungen (III-
197 d.B.) vorgelegt.
Die Mittel, welche das BMVIT für das Jahr 2009 für
gemeinwirtschaftliche Leistungen auf der Schiene aufgewendet hat,
betragen insgesamt 706,33 Mio. €. Davon entfielen auf die ÖBB-
Personenverkehr AG 547 Mio. €, auf die Rail Cargo Austria AG 99,3
Mio. € und auf die Privatbahnen 60 Mio. €. Im Vergleich dazu
waren im Jahr 2008 insgesamt 674,38 Mio. € bereitgestellt worden.
Die Zahlungen an die Rail Cargo Austria AG fielen allerdings 2009
um etwa 10 Mio. € geringer aus als 2008, da aufgrund der
Wirtschaftskrise weniger Transportleistungen abgerechnet wurden.
Für die Bestellung gemeinwirtschaftlicher Leistungen gilt ein
mehrjähriger Bestellrahmen, den die Bundesministerin für Verkehr
im Einvernehmen mit dem Bundesminister für Finanzen festzulegen
hat. Der vorliegende Bericht enthält eine Aufstellung über
den Leistungsumfang der in diesem Rahmen mit ÖBB und Privatbahnen
abgeschlossenen Verträge. Es werden die Zahlungen aufgrund des
von der Bundesministerin für den Zeitraum 1. Jänner 2009 bis 31.
Dezember 2009 abgeschlossenen Vertrags über die Bestellung und
Erbringung gemeinwirtschaftlicher Leistungen im
Schienenpersonenregional- und Nahverkehr dargestellt, weiters
wird ein Überblick über die mit der Rail Cargo Austria AG und mit
Privatbahnunternehmen abgerechneten Leistungen geboten.
Verbesserung der Qualität im Öffentlichen Verkehr
Der größte Teil der Bestellungen gemeinwirtschaftlicher
Leistungen durch den Bund diente laut Bericht der Erhaltung eines
qualitativ hochwertigen öffentlichen Verkehrs. Dieser ist, wie
darin festgehalten wird, sowohl eine wirtschaftliche
Überlebensfrage als auch eine wesentliche Voraussetzung für
Mobilität und dient außerdem der sozialen Gerechtigkeit. Ein
attraktives Angebot im öffentlichen Personenverkehr reduziert
negative Verkehrsfolgen für Menschen und Umwelt (Unfallfolgen,
Stau, Lärm, Emissionen, Landschaftsverbrauch) und steigert die
Lebensqualität.
Die Leistungen in diesem Bereich, für welche die ÖBB-
Personenverkehr AG insgesamt 547 Mio. € erhielt, werden in vier
Teile aufgeschlüsselt. Der erste war die Bestellung von
Sozialtarifen im Schienenpersonenverkehr, durch die attraktive
Fahrpreise für PendlerInnen und Personengruppen mit geringen
Einkommen oder mit besonderen Bedürfnissen gesichert werden.
Hierfür zahlte der Bund 346,74 Mio. €. Ein weiterer Punkt
betrifft die Führung von Regional- und Nahverkehr, dafür wurden
180,7 Mio. € aufgewandt, um hier durch Leistungsbestellung das
Grundangebot im Schienenverkehr zu sichern. Enthalten ist in
dieser Summe ein "Qualitätsbonus", durch den man mit Erfolg eine
Qualitätssteigerung des Regional- und Nahverkehrs förderte, was
z.B. den Einsatz hochwertiger Wagons bedeutete, führt der Bericht
aus.
"Sonstige Leistungen im Personenverkehr" wurden im Rahmen einer
verkehrspolitische Weisung erbracht, mit der durch das
Bundesministerium für Verkehr im Rahmen einer Übergangsregelung
Leistungen für jene Streckenbereichen bestellt wurden, in denen
die ÖBB-Personenverkehr AG beabsichtigte, sich aus dem
Personenverkehr zurückzuziehen. 2009 betraf dies mehrere
niederösterreichische Schmalspurstrecken. Abgegolten wurde auch
die Aufrechterhaltung des Autoschleusenverkehrs durch den
Tauerntunnel zwischen Böckstein und Mallnitz. Außerdem erhielt
die ÖBB-Personenverkehr AG einmalig eine Abgeltung von 15 Mio. €
für Einnahmenausfälle, die ihr aufgrund einer halbjährigen
Verschiebung der für Anfang 2009 geplanten Tariferhöhung
entstanden.
Anreize für die Verlagerung von Transporten auf die Schiene
Zwei Verträge wurden vom Verkehrsministerium auch mit der Rail
Cargo Austria AG abgeschlossen. Sie betreffen die Bestellungen
für Beförderungen im Kombinierten Verkehr sowie für Beförderungen
von gefährlichen und umweltgefährdenden Gütern. Im Sinne einer
höchstmöglichen Verkehrsverlagerung und der Transparenz wurden
dabei die tatsächlich erbrachten Transportleistungen abgerechnet,
diese beliefen sich auf 99,3 Mio. €.
Beim Kombinierten Verkehr, also Transporttechniken, bei denen der
überwiegende Teil der Strecke mit der Eisenbahn bewältigt wird,
entfiel mehr als die Hälfte, etwa 25 Mio. €, auf die Rollende
Landstraße. Desweiteren wurden im Rahmen eines entsprechenden
Vertrags über gemeinwirtschaftliche Leistungen ermäßigte Tarife
für Gefahrenguttransporte angeboten, um einen Verlagerungsanreiz
von der Straße auf die Schiene zu schaffen. Hier wurden 56,8 Mio.
€ geltend gemacht.
Schließlich wurden durch das Ministerium alle genannten
gemeinwirtschaftlichen Leistungen (Sozialtarife, Regional- und
Nahverkehr, Gefahrenguttransporte und Kombinierter Verkehr) auch
bei Privatbahnunternehmen im Umfang von 60 Mio. € bestellt. Die
Bedeutung der Privatbahnen im Personenverkehr nimmt zu. Durch die
Liberalisierung im Eisenbahnverkehr konnten einzelne Unternehmen
stark profitieren, insbesondere die großen Privatbahnunternehmen
konnten in der Wirtschaftskrise Umsatzeinbrüche
vermeiden.(Schluss)
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