• 19.11.2010, 13:30:22
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Orthopädisches Spital Speising: Kündigungen rund um BR-Konstituierung

vida kritisiert Vorgehensweise des Krankenhauses der Vinzenz-Gruppe

Wien (OTS/ÖGB) - 700 MitarbeiterInnen - das ist die Zahl, die im
Arbeitsverfassungsgesetz für die Freistellung von zwei Mitgliedern
des Betriebsrates vorgesehen ist. "Das Orthopädische Spital Speising
hatte bei der Betriebsratswahl 705 ArbeitnehmerInnen beschäftigt und
damit die Grenze für die Freistellung von zwei BetriebsrätInnen
überschritten. Nach erfolgter Wahl fand gestern schließlich die
Konstituierung des Betriebsrates statt - und genau an diesem Tag
informierte das Unternehmen den Betriebsrat über 25 beabsichtigte
Kündigungen", berichtet vida-Bundesfachgruppensekretär Rudolf Wagner.
An "Zufälle" glaubt die Gewerkschaft nicht. Die MitarbeiterInnen, die
fast allesamt aus dem OP-Bereich stammen, wurden und werden
angesichts der geplanten Leistungssteigerungen dringend benötigt.++++

Alles andere als betriebsratsfreundlich zeigte sich das Unternehmen
schon im Vorfeld der Konstituierung. Da wies der Geschäftsführer die
Betriebsratsvorsitzende darauf hin, dass eine Konstituierung
außerhalb der Betriebszeiten zu erfolgen habe. Gestern trudelten bei
der Betriebsratsvorsitzenden dann im Laufe des Nachmittags mehrere
E-Mails des Personalmanagementbeauftragten ein, in denen die
ArbeitnehmervertreterInnen über die beabsichtigte Kündigung von
insgesamt 25 MitarbeiterInnen in Kenntnis gesetzt wurden. "Für die
Kündigungen gibt es aus unserer Sicht keine Erklärung außer die, dass
die Geschäftsleitung die Freistellung eines zweiten Betriebsrates
verhindern will", sagt Gewerkschafter Wagner.

Die ArbeitnehmerInnen, die gekündigt werden sollen, haben alle so
genannte Rahmendienstverträge. "In den Dienstverträgen ist keine
genaue Wochenarbeitszeit fixiert. Die Beschäftigten werden quasi
immer bei Bedarf abgerufen. Wir werden nun prüfen, ob derartige
Verträge überhaupt rechtlich zulässig sind", kündigt Wagner an.

Auch der Betriebsrat lässt sich durch die Vorgehensweise der
Geschäftsleitung nicht einschüchtern. "Wir werden alle Beschäftigten
bei einer Betriebsversammlung über die Vorfälle informieren", kündigt
Betriebsratsvorsitzende Helga Kien an.

Rückfragehinweis:
vida-Öffentlichkeitsarbeit
Martina Fassler
Tel: 0664/614 57 32
[email protected]
www.vida.at

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